Gnadenlose Architektur: Konzentrationslager Sachsenhausen
Susanne in Ausflug am 16. August 2009, 14:21 5 Kommentare »
Exakt in der geometrischen Mitte des Häftlingslagers in Sachsenhausen, das inklusive dem kleinen Lager und der Kommandantur ein perfektes gleichschenkliges Dreieck bildet, befindet sich der Standort des Galgens.
Besuchen kann man diesen Ort, der heute Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen heißt, derzeit noch täglich von 8.30 bis 18 Uhr. Ab 15. Oktober ist nur noch bis 16.30 geöffnet. Der Eintritt ist frei.
5 Kommentare
kassandra
am 17. August 2009, 08:03 #
Nur der unwesentliche Hinweis, dass nicht die Architektur “gnadenlos” war, sondern die Deutschen. Es waren die Handlungen, nicht der gebaute Raum. Zum zweiten existierte der Perfektion der Architektur, die Sie ja demnach für das besonders perfide halten, nur auf dem Plan.
am 17. August 2009, 11:12 #
Ich zitiere aus der Website der Gedenkstätte: Die von einem SS-Architekten am Reißbrett als idealtypisches Konzentrationslager konzipierte Anlage sollte dem Weltbild des Nationalsozialismus architektonischen Ausdruck geben und die Häftlinge auch symbolisch der absoluten Macht der SS unterwerfen.
Die Handlungen der Menschen resultieren aus ihren Gedanken und Vorstellungen und werden mit Hilfe der unterschiedlichsten Mittel umgesetzt. Ich habe mir erlaubt, mich auf die geplanten und gebauten Elemente dieses Lagers zu beziehen. Eine nicht gering zu schätzende Manifestation.
Dennoch handelt es sich natürlich um ein sprachliches Mittel, bei dem das eine gesagt und auf das andere verwiesen ist.
Jürgen (hsb)
am 17. August 2009, 12:07 #
Ja, gnadenlos war beides, die Ideologie und die Architektur (Reichshauptstadt Germania), die das verkörpern sollte.
Die Vernichtungsmaschinerie war auf höchste “Effektivität und Ordnung” beim Morden ausgerichtet. Insofern, @Nobbi, trifft das Zitat ja.
Nur die Mörder, ich hab mir die Personalliste im KZ Buchenwald mal genau angesehen, kamen oft aus “normalen Familien” und allen Schichten der Bevölkerung. Manche Deutsche wollten das ja dann später nicht glauben.
2step
am 17. August 2009, 20:10 #
@ Nobbi
“… der Tod ist” eben “ein Meister aus Deutschland …”
(Paul Celan)
Niemand kommt als Meister auf die Welt, niemand.
Die Engländer z.B. könnte man durchaus als “Vorbilder”
betrachten, haben sich in und mit ihrer Geschichte,
global gesehen, auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert.
Übrigens, die KZ’s sind keine Erfindung der Nazideutschen,
sie haben sie “nur” perfektioniert.