Piratenparteimitmachplakat
Günter in Stadtnotizen am 17. August 2009, 01:00 14 Kommentare »
Bisschen übermütig, die Wahlplakate der Piratenpartei: “Wenn die Piratenpartei im Bundestag ist, erwarte ich von ihr…”, steht da drauf – als ob schon alles klar wäre. Aber da hat der Wähler ja auch noch ein Wörtchen mitzureden. Immer darf er schon vorab ein Wörtchen (oder auch mehrere) mitreden, jedenfalls wenn er ca. 2,50 Meter aufwärts misst, weil die Plakate so hoch hängen. Das trifft auf mich nicht zu, aber ich habe mir trotzdem die Mühe gemacht, den Laternenmast in der Choriner Straße zu erklimmen und meinen Vorschlag zu hinterlassen:
14 Kommentare
El Harblnero
am 17. August 2009, 01:27 #
So im sinne von Schutz für Urheber vor den Verwertungsgesellschaften?
Sicherlich ganz im Sinne der Piraten, wenn du jetzt allerdings an Gema und die anderen Kartelle denkst….hmmm
Thomas
am 17. August 2009, 16:46 #
[ ] Du hast es verstanden.
[X] Du hast es nicht verstanden.
Wahlprogramm lesen hilft.
order_by_rand
am 17. August 2009, 16:49 #
Urheberrechtsschutz darf man von der Piratenpartei durchaus erwarten, steht schließlich so im Parteiprogramm.
JR
am 17. August 2009, 16:54 #
könnte ja auch als eine neue Versicherung verstanden werden
Rechtsschutz für Urheber! ;-)
Tobias
am 17. August 2009, 16:58 #
Zum Thema Urheberrecht (aus dem Wahlprogramm)
wiki.piratenpartei.de/Bundestagswahl_2009/Wahlprogramm#Kapitel_4_
central station
am 17. August 2009, 23:23 #
Was ich bei der Piratenpartei nicht ganz blicke:
Sie hätte gerne ein werbefreien öffentlichen Raum, aber gleichzeitig hätte sie gerne, dass die Menschen ihren Lebensraum künstlerisch frei gestalten können (= freies Taggen und Sprayen und Scratchen, und was die Menschen sonst noch so unter künstlerisch verstehen, für jedermann!).
Irgendwie beißt sich die Katze da in den Schwanz.
Als Passant besteht aktuell ein Zwang auf Konsum von Außenwerbung, da diese im öffentlichen Raum nicht umgangen werden kann.
berlin.piratenpartei.de/index.php/partei/wahl
Wohingegen die “künstlerisch freie Gestaltung” unserer Mitbürger selbstverständlich umgangen werden kann! So mit Augen zumachen :-)
Na, entweder oder, liebe Piraten: Entweder jeder darf mit dem öffentlichen Raum künstlerisch tun was er will, oder er bleibt komplett sauber steril.
Prokrastes
am 17. August 2009, 23:32 #
Was ich bei der Piratenpartei nicht ganz blicke:
Sie hätte gerne ein werbefreien öffentlichen Raum, aber gleichzeitig hätte sie gerne, dass die Menschen ihren Lebensraum künstlerisch frei gestalten können (= freies Taggen und Sprayen und Scratchen, und was die Menschen sonst noch so unter künstlerisch verstehen, für jedermann!).
Wo steht das? Im Programm habe ich das nicht finden können.
central station
am 18. August 2009, 00:24 #
Der Link ist bereits angegeben in meinem Post. Ist nicht direkt Wahlprogramm, aber gehört zu den Interessen der Partei.
am 18. August 2009, 01:42 #
@Thomas #4: Vielleicht magst Du es uns ja erklären? Auf Kommentare wie Deinen obigen können wir hier jedenfalls verzichten.
@Tobias #7: Okay, schauen wir uns die Sätze im Programm mal genauer an:
Wir PIRATEN fordern für Privatleute ohne kommerzielle Interessen das Recht, Werke frei verwenden und kopieren zu dürfen.
Bedeutet das, dass Privatleute auch untereinander Werke frei kopieren dürfen sollen? Und falls ja, wovon leben dann die Urheber?
Anstatt den alte Geschäftsmodellen nachzutrauern und sie mit unzumutbaren Eingriffen in die Privatsphäre der Bürger künstlich am Leben zu erhalten zu wollen, fordern die PIRATEN dazu auf, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Diese Geschäftsmodelle sollen den Urhebern der digitalen Kulturgesellschaft ermöglichen, auf marktwirtschaftliche Art und Weise Erlöse aus der Verwertung ihrer Werke oder deren Umfeld zu erzielen, wenn sie dies anstreben.
Was heißt das konkret? Wie sollen diese Geschäftsmodelle aussehen?
Überholte Vermittlerfunktionen von Rechteverwertern, die in der Vergangenheit z.B. in der Unterhaltungsmusikindustrie zu hohen Renditen geführt haben, sind größtenteils nicht mehr zeitgemäß und werden in diesem Umfang keinen Bestand haben. Die Ausschaltung von Zwischenhändlern ermöglicht es, dass den Künstlern vom Erlös ihrer Werke ein größerer Teil verbleibt und direkter zufließt.
Aber wie soll es der einzelne Künstler, Publizist etc. schaffen, seine Rechte einzufordern? Soll er sich einzeln an die Hersteller von Druckern, Kopierern oder CD-Brennern wenden?
JR
am 18. August 2009, 10:24 #
genau solche Aktionen
…gestaltet ja derzeit auch so eine Mitmachaktion, wo man 2000 Euro gewinnen kann, wenn man denen nen neuen Slogan sucht
beuten die unbedarften MitmacherInnen aus, vielleicht bekommt auch jemand die 2.000 Euro, aber ganz bestimmt keine/r der IdeenlieferantInnen!
Tobias
am 18. August 2009, 16:00 #
@günter
‘Bedeutet das, dass Privatleute auch untereinander Werke frei kopieren dürfen sollen? Und falls ja, wovon leben dann die Urheber?’
Das hoffe ich doch. Wenn ich früher Weihnachtssongs auf MCs abgemischt habe und unter der Verwandtschaft verteilt habe, hat kein Hahn danach gekräht und Dean Martin hat es überlebt. Hast Du noch nie privat Musik kopiert und weitergegeben? Mein Sohn (5) kennt gar keine analogen Musikträger mehr, weder Schallplatten noch MCs.
Filesharing ist kein privates kopieren, sondern öffentlich, wenn ich urheberrechtlich geschütztes Material in eine Tauschbörse kippe, hat das nix mehr mit einer privaten Kopie zu tun. Ich kaufe Musik bei Amazon, iTunes oder jamendo (soll keine Werbung sein).
Warum soll eine Partei Geschäftsmodelle ausarbeiten? Diese müssen sich am Markt entwickeln und etablieren.
‘Aber wie soll es der einzelne Künstler, Publizist etc. schaffen, seine Rechte einzufordern? Soll er sich einzeln an die Hersteller von Druckern, Kopierern oder CD-Brennern wenden?’
Auch hier steht nichts davon Rechteverwertung abzuschaffen. Die bestehenden Methoden, Verfahren und Schutzfristen müssen überarbeitet werden.