Wir sind Müll

Susanne in am 18. September 2009, 21:43   12 Kommentare »

Gehört hatte ich schon davon, aber so richtig vermochte ich es nicht zu glauben. Jetzt bin ich selbst durch die Lahnstraße in Neukölln gefahren und habe es mit eigenen Augen gesehen.

Es ist unfassbar metaphorisch: der neue Hausbriefkasten des Job Centers ist tatsächlich ein hübsch glänzender Leichtmetallmülleimer, der mit einer blauen Mülltüte versehen ist. Und außerdem doppelt und dreifach gesichert. Warum auch immer.

Nachtrag: In den Kommentaren werde ich gerade von Frank R. darauf hingewiesen, dass diese Behälter normalerweise von Aktenvernichtungsfirmen benutzt werden. Danke für das elende I-Tüpfelchen.

12 Kommentare

1

Helen

Ich würde sagen, der Sack wird sich dann über die Schulter geschmissen (wie der Weihnachtsmann es zu tun pflegt) und in die Poststelle getragen. Ich hoffe nur, daß wirklich Post drin ist.

2

Michael (hsb)

@Susanne (hsb): Ich wusste im ersten Moment auch nicht, ob es nun zum Lachen oder Weinen ist. Habe dann bitter geschmunzelt, denn es passt in die politische Landschaft.

Genau genommen ist es aber grausam.

Mach das bitte weg, ja?!

3

Susanne (hsb)

Mal sehen, wo mein Bolzenschneider ist… ;-)

Obwohl, nee, besser nicht. Da ist ja sicher tatsächlich Post drin. Wenn die weg ist, dann kriegen am Ende die Arbeitslosen den Ärger, weil sie irgendwelche Fristen nicht eingehalten haben. Das könnte ich nicht verantworten.

4

Sigurd

@Michael(Hsb)
Realsatire ist eben grausam.

5

Frank R.

Um dem ganzen noch den letzten Schliff zu geben – diese Behälter werden von Aktenvernichtungsfirmen (Reis.wolf etc.) benutzt… ein Schelm der böses dabei denkt…

6

Susanne (hsb)

Das ist ja irre. Das muss ich gleich oben im Artikel ergänzen.

7

cora

Ich finde ja, das sieht vielversprechend aus.

Ich muss ja ab und an auch was beim JC (Rckdf) abgeben. Im Leben würde ich nicht auf die Idee kommen, dort etwas in den Hausbriefkasten zu werfen!
Bei mir kommt alles in die “Anliegenbox” oben bei der Anmeldung – nachher schiebt noch einer Frust und schmeißt da nen Böller in den Briefkasten…. Weg ist mein Wisch.

8

Martin

Das ist echt der Hammer!
Na hoffentlich geht der volle Behälter nicht direkt zu Reis.wolf…

9

Jochen Hoff

Leute nicht aufregen. Die sind doch nur ehrlich. Im Grunde kann denen doch jeder schreiben was er will. Es interessiert sie nicht. Sie sind kleine Könige die sich ihren schalen Sieg mit vielen Tritten nach unten erhalten müssen.

Am nächsten Wochenende ist Bundestagswahl. Es gibt nur eine Partei die in diesem Bereich etwas zum positiven ändern will, die LINKE. Auch wenn die real existierende Linke im Abgeordnetenhaus nur ihre Pfründe verfrisst und den Menschen in dieser Stadt mehr schadet als nützt.

10

nter0ne

mal im ernst… den briefkasten DARF man eigentlich nicht nutzen… generell nicht egal wie der ausschaut.

wann immer man was abzugeben hat… reingehen und UNBEDINGT quittieren lassen!!!

sonst kommste mit nix durch

11

necurryauffefaust

genau,egal bei welchem amt man was zu erledigen hat,immer persönlich abgeben sich das ganze mit stempel,datum und unterschrift auf einer kopie des abegebenen materials,quitieren lassen.
auch sollte man zu terminen,vorallem beim arbeitsamt bzw. der arge,immer mit einer begleitperson erscheinen.
dagegen kann dann auch keine sachbearbeiterin oder sachbearbeiter was sagen,da das rechtlich erlaubt ist.
auch hat man die möglichkeit sich von den bearbeitern die protokolle welche über einem geführt werden zeigen bzw. aushändigen zu lassen.das ist ebenfalls gesetzlich geregelt und sollte von betroffenden auch in anspruch genommen werden.

12

Neuköllner Botschaft

Deine Freiheit gibt es nicht ! (Dieser Mülleimer steht zwar nicht vor der «ARGE» sondern am Paul-Lincke-Ufer, aber auch hier werden Akten vernichtet – oder vielleicht Existenzen?) :

sukkulent.files.wordpress.com/2009/08/freiheit.jpg

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