Bundestagswahl 2009 - ein Wunschzettel!

Michael in am 27. September 2009, 13:45   57 Kommentare »

Demokratie: das sind wir alle! Deshalb hier ein paar Gedanken, wie Demokratie transparenter und offener werden könnte. Ein Wunschzettel zum Wahltag.

  • Politiker, die ihre Wahlziele auf ihre Homepage stellen. Die dann jeden Monat einen persönlichen Bericht darüber schreiben (lassen von ihren Assistenten), was sie nachvollziehbar zur Erreichung dieses Zieles getan haben (Gespräche, Eingaben, Petitionen, Arbeitsgruppen, wichtige Treffen mit Interessensvertretern, Gesetzesentwürfe, Bürgerbeteiligung). In kurzer, knapper und lesbarer Form selbstverständlich!
  • Diese Wahlziele (und ihre Entwicklung zur Realität) sollten von Bürgern bewertet werden können, ein(e) öffentliche/r Fragestunde/Frageabend sollte jeder direkt gewählte Abgeordnete pro Quartal einrichten, um überhaupt zu begreifen, wie Bürger über seine Arbeit denken, und damit die Bürger erfahren, wie aktiv/erfolgreich er war. Und schließlich sollte der gewählte Politiker auch DIREKT wissen, wie die Menschen, die ihm das Vertrauen entgegengebracht haben, dieses Land zu regieren, über ihn denken und das Mandat des Volksvertrauens und der Verantwortung ERNST nehmen. Die offenen (und erreichten) Positionen seiner Wahlziele stehen natürlich im Internet.
  • Wir als Volk sind ihre Chefs, nicht vergessen! Kontrolle: das könnte zum Beispiel über das Internet gehen, sollte aber auch in gedruckter Form jeden Monat vorliegen. Das macht zwar alles mehr Arbeit, schafft aber qualifizierte Arbeitsplätze im Umfeld des Politikers, fördert eine offene und überprüfbare Demokratie, die durch Kontrolle des Bürgers und Transparenz wahrhaftiger und weniger anfällig für politische und wirtschaftliche Exzesse wird. Erzielte Erfolge werden genauso veröffentlicht wie die noch nicht erreichten Ziele. Ein Rechenschaftsbericht pro Quartal zeigt auf, wo Fehler, Schwächen und kritische Positionen sind.
  • Veränderungen in der politischen Agenda sind – realitätsangepasst – natürlich möglich. Aber sie müssen auch für den Bürger nachvollziehbar sein. Wer erst für eine Autobahn stimmt, dann aber auf Wahlplakaten dagegen ist, macht sich genauso unglaubwürdig wie derjenige, der Familienpolitik auf seine Fahnen schreibt, aber an Kita-Gebühren festhält und Jugendzentren abschafft.
  • Am Ende einer Wahlperiode können sich dann die Politiker an ihren Agendas, an ihren erreichten Zielen für jeden überprüfbar messen lassen – im Internet, auf öffentlichen Veranstaltungen (Pflicht für die Politiker). Politiker regeln Steuern, Arbeitszeiten, Gesundheitssysteme, schaffen Bewertungsskalen, entziehen sich selbst aber allen Kriterien. Wer Macht will (und auch bekommen soll), sollte sich diese auch beim Bürger durch nachvollziehbare Tätigkeit erarbeiten! Und einen Ausblick darauf geben, was noch kommen wird. Nur so können sich ehrliche und beständige Politiker einen Platz behaupten, der sonst nur durch die Länge des Besitzes eines Parteibuches und undurchsichtige Machtgeflechte ermöglicht wird.

Es geht also um vielfältige Prüfungen auch für Politiker, die offener werden müssen, wenn nicht das Demokratieverständnis weiter schwinden soll.

Ich wünsche noch einen sonnigen Sonntagnachmittag und freue mich über eine hohe Wahlbeteiligung (wenn das nicht nur ein frommer Wunsch bleibt!).

Demokratie braucht die Teilnahme aller, wer sich auf Dauer entzieht, beteiligt sich an der Implosion der demokratischen Grundwerte.

57 Kommentare

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Pasin

Zum Wahlergebnis:
Schade.
Es wird kalt in Deutschland.

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Michael (hsb)

@Pasin: Es ist auch nicht mein Wunschergebnis, aber so hat die SPD die Chance, ihr Profil zu schärfen. Und wieder weg von der Schröder’schen Anbiederung an die “neue Mitte” mit neo-liberalem Profil.

Meine Hoffnung: Kanzlerin Merkel wird die kommenden Auswüchse der Gelben abblocken, denn auch sie weiß sehr wohl, dass sie ohne Arbeitnehmer nicht wiedergewählt werden wird.

So gesehen war die FDP konsequent: klare Koalitionsaussage, klare neoliberale Position, klare Unternehmerpartei. Das wird sie gut können, und den Sozialabbau wird Merkel verhindern müssen.

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ulla

Ich wandere aus!!!

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cora

@Ulla
Kann ich mit?

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oStsEE

Ich will auch weg – ich nehm auch die andere Richtung, damits keinen Streit gibt.

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cora

@oStsEE

Ooch Männo!

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Sigurd

Super, gerade hatte ich mich von der unterirdischen Leistung Herthas in Hoffenheim erholt, Hertha hat 5:1 verloren, da knallte mir das Wahlergebnis um die Ohren. Es war solch ein schöner Tag, weshalb muss er mir so versaut werden?

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Michael (hsb)

@Sigurd: ich habe zuerst das Wahlergebnis der Bundestagswahl, dann die Katastrophe in Kiel und dann Herthas Verlieren erfahren.

Es war ein schöner Tag. Nun wird es schwierig.

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ulla

Nö, oStsEE, kommen Sie mal ruhig mit uns mit – so ein bißchen Streit würzt doch das Leben ;-)).

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cora

Wir könnten die Räder nehmen…

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oStsEE

Ich geh dann mal packen…

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Sigurd

Nun ist es aber gut Ihr drei, hiergeblieben! ;-))

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ulla

Ich mache erstmal den Fernseher aus – ich kann unsere neue Regierung nicht mehr hören…

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Sigurd

www.tagesspiegel.de/medien/karikaturen/cme803

Die Karikatur im morgigen Tagesspiegel. Wie war doch gleich das Zitat von Liebermann?

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oStsEE

@ ulla

Hab ich schon vorhin gemacht – TV aus. Gleich nachdem sich die erste Schockstarre gelöst hatte…

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cora

Ich hab die Luftpumpe eingepackt, Mädels.

@Sigurd
Wie siehts aus? Fahrrad bereit zur Flucht?

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Sigurd

@cora
Fahrrad? Ist mir zu langsam, ich möchte schnell weg.

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ulla

Vielleicht kriegen wir heute Abend noch einen Flieger…

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Helen

Nix mit auswandern, alle bleiben schön hier und löffeln die Suppe aus, die andere ihnen eingebrockt haben.

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ulla

@Helen

Das ist gemein – dabei wollte Sie schon fragen, ob Sie mitkommen wollen ;-)).

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ICHO TOLOT

ich will aber nicht andererleuts suppe futtern !

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cora

@Icho
Mitgefangen, mitgehangen!
nicht wieder abhaun!

Helen hat gesagt, wir sollen bleiben.

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ICHO TOLOT

……..grumpf……………

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necurryauffefaust

n wunschzettel ist ja ganz nett aber wieso muss das alles übers internet laufen?

zum wahlergebniss,ich war gestern auf einer wahlparty ich wusste aber nicht von wem die war nur das es da freibier gab.
ich also hin schön kostenlos ein paar gläser getrunken bis mir irgendtwann jemand sagte das wäre die wahlparty der FDP.
dannach bin ich noch öfter zum tresen gerannt als vorher.
normalerweise kann man sich ja alles schön trinken aber dieses wahlergebniss nicht.
naja ob nun 4 jahre schwarz-gelb,rot-grün oder kunterbunt am ende sind wir normal sterblichen ja doch die gelackmeierten.
ich freu mich auf die nächste wahl da gibts dann betsimmt wieder irgendtwo freibier. ;)

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ICHO TOLOT

gabs denn wenigstens vernünftiges bier, oder bloß pilsator ?

wobei ich glaube das da selbst edelstoff nimmer geholfen hätte………..

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ulla

@necurryauffefaust

;-))).

@Icho Tolot

Pilsator bei der FDP??? Ich glaube das wäre wie – na, vielleicht wie Normalbenzin für ‘nen Ferrari oder ein Kleid von C & A für Paris Hilton

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ICHO TOLOT

@ulla

na dann hat ja necurryauffefaust die steuersenkung schon im voraus versoffen ;-)

28

oStsEE

Der Spiegel hat das hier heute verlinkt, ich kannte es schon – aber lustig isses.

www.youtube.com/watch?v=lLYGPWQ0VjY

(Der Anlass für die Verlinkung war, dass Guido keine Fragen in englischer Sprache hören/beantworten wollte…)

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Michael (hsb)

@oStsEE: danke für den Link.

Das wäre ECHT grauenhaft, wenn Guido Außenminister würde. Bei der Dynamik, seinen Aims und Assets wird mir ja ganz schlecht.

Wenn ich dann sehe, daß in Berlin hochausgebildete Akademiker mit guten abschlüssen und mehreren Fremdsprachen vom Arbeitsamt in Maßnahmen gesteckt werden, um mit Dumm-, Sauf-, und Kriminalprolls (IQ garantiert unter 75) irgendwelche Pack- und Schlepparbeiten verrichten müssen, während andere sich die Beutel füllen mit Intrigantentum und Lüge…au weia!

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ICHO TOLOT

YOU CAN SAY YOU TO ME 2.0

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Helen

Das Englisch des Hr. Westerwelle ist sicher noch ausbaufähig.

@ Ostsee
Wats all givt. (Oder wie sagt man oben an der Waterkant)

@ Ulla
Danke für die Einladung, aber ein paar Leute müssen hier die Stellung halten.

@ ICHO
Immer löffeln – Augen zu und durch.

Ich glaube schon, daß wir uns auf harte Zeiten einstellen müssen. Ein Trost – keine Partei hat ihre Wahlprogramme umsetzen können. Nur keine faulen Kompromisse….

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ICHO TOLOT

@helen

dann werde ich wohl oder übel den salzstreuer wieder auspacken müssen…………

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Helen

@ ICHO
Du bist ein Schatz.

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ulla

@oStsEE

Den ganzen Tag über Koalitionsgespräche, Ärger mit Seehofer und danach noch Englisch-Nachhilfestunden. Der Mann ist vielleicht ausgelastet……

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cora

zu 29

Au Mann, was les ich denn da nun wieder?

Tut mir leid, ich mache grad einen 400 € – Job. Packen und schleppen. Das sind alles SEHR nette Kollegen, das reicht von der Hausfrau bis zum Studenten. Ob da “Dumm-, Sauf-, und Kriminalprolls (IQ garantiert unter 75)” dabei sind vermag ich nicht zu beurteilen…

Menschen mit einem IQ von unter 75 sind nach deiner Aussage Dummprolls?

(Ich selbst habe 2 fundierte Ausbildungen, eine im sozialen Bereich, eine im kaufmännischen Bereich).

Michael, deine Aussagen werden immer krasser, echt!

36

oStsEE

@ cora

Naja, die “Dummprolls” hätte sich Micheal verkneifen können – aber das mit dem In-Maßnahmen-stecken stimmt doch.

Und was hat dein 400-Euro-Job damit zu tun? Sowas hat Michael doch gar nicht gemeint.

37

cora

@oStsEE

“irgendwelche Pack- und Schlepparbeiten verrichten” – steht aber da. In genau dem zusammenhang mit den Dummprolls.

Ist es ein Unterschied, ob man sich so nen Job selber sucht oder sind die vom JC-geschickten Mitarbeiter besonders blöde?

38

oStsEE

Ja, es ist durchaus ein Unterschied, ob, wie Michael schreibt

hochausgebildete Akademiker mit guten abschlüssen und mehreren Fremdsprachen vom Arbeitsamt in Maßnahmen gesteckt werden

oder du dir nen Job suchst.

Ihm ging es um diese sinnlosen Maßnahmen statt qualifizierter Arbeitsplätze, nehme ich an.

39

cora

@38

“in Maßnahmen mit –

Dumm-, Sauf-, und Kriminalprolls (IQ garantiert unter 75) -”

Na klasse.

Sicher sehe ich, dass man in ein/sein Niveau vermittelt werden sollte. Aber die Ausdrucksweise ist es, welche mich ärgert.

Sollte man aus meiner kommentare aber herauslesen können. Ich finde, man kann sich in der Wortwahl auch mäßigen.

40

cora

zu 39

“aus meinen Kommentaren”

41

ulla

Eigentlich wollte ich mich ja mal – was vielleicht auch besser wäre – aus dem Gespräch raushalten. Aber nun wüßte ich von @Michael doch gerne mehr über die hochausgebildeten Akademiker.

Handelt es sich dabei in der Hauptsache um Mediziner, Juristen, Naturwissenschaftler oder mehr um Geisteswissenschaftler, z.B. Soziologen, Kunsthistoriker, Religionswissenschaftler u.ä., alles Studiengänge, die zwar häufig gewählt werden um überhaupt irgendetwas zu studieren, an deren Absolventen der Bedarf aber eher gering ist.

Nicht nur Kunst geht nach Brot – mit dem falschen Studium müssen viele Akademiker das auch ;-).

42

Susanne (hsb)

Okay, gerade sagte ich an anderer Stelle, dass Michael sich schon mal ein wenig missverständlich ausdrückt. Nachfragen hilft da eigentlich immer.

Das mit den “Dumm-, Sauf-, und Kriminalprolls (IQ garantiert unter 75)” krieg ich jetzt aber auch nicht auf die Reihe. Sorry.

43

Michael (hsb)

@Susanne (hsb):ich drücke mich eher selten mißverständlich aus. oStsEE hat es genau so verstanden, wie ich es meine!

Ich melde mich später dazu ausführlicher – habe gleich wieder eine Arbeitsbesprechung mit Menschen, die massive Probleme mit sich selbst haben, aber dafür gern andere runtermachen und damit das Arbeitsklima zerstören.

44

cora

@Michael
rofl

45

ulla

@oStsEE (38)

bevor @Michael sich wieder meldet, möchte ich meinen obigen Kommentar noch etwas ergänzen. Wenn, was ich vermute, @Michael hauptsächlich Geisteswissenschaftler meint, ist es nicht einfach, sie in qualifizierte Arbeitsplätze zu vermitteln weil diese rar sind. Meist handelt es ich um Berufe die überwiegend im öffentlichen Dienst gefragt sind.

Wenn jetzt, sagen wir mal ein Museums- oder Bibliotheksdirektor einen Akademiker für einen eigentlich passenden Job einstellen möchte, kann es durchaus sein, daß der Personalrat(!) sagt “geht nicht – der Mann ist überqualifiziert”. Die Stelle bekommt dann (zu Recht) jemand, der zwar eine gute aber eben keine akademische Ausbildung hat.

Überqualifizierung kann auch ein Hemmschuh sein.

@Michael

Auf die Geisteswissenschaftler komme ich auch wegen der Fremdsprachen – ich glaube, Ärzte und Juristen sind da oft nicht so fit ;-).

46

oStsEE

@ ulla

Tja, die “Vermittler” sind/waren leider oft auch überfordert…

Vor Jahren (es sind bestimmt 17 Jahre), meine Schwester hatte ein abgeschlossenes Philosophie-Studium und war im Zuge der Nachwende-Wehen arbeitslos geworden, gab es eine extra Abteilung im Arbeitsamt für Akademiker.
Die Dame dort schaute sich die Unterlagen (Lebenslauf etc.) an und fragte dann: “Sie wollen also als Philosophin vermittelt werden?”

Nunja. Hoffentlich ist das heute besser.

47

ulla

@oStssEE

Na ja, Euroland macht’s möglich – vielleicht war in Milet gerade eine Stelle frei geworden… :-)).

48

Hernando Velasquez

@ulla

#47
Super!
Genau solche Beiträge sind doch das Salz in der Suppe..ähh..im Blog!
Ich lese Sie hier sehr gerne.

Nebenbei: Sind Sie die frühere @Ulla aus dem ASB?
Wollten wir nicht mal zusammen die heilige Familie geben im Krippenspiel?

49

necurryauffefaust

nee pilsator war es nicht laut deren aussage soll es becks gewesen sein hat aber eindeutig nach lübzer geschmeckt.
den verdacht erhärten tut die tatsache das in der kneipe wo das stattfand nur becks aus flaschen gibt und nicht vom fass.
fassbier ist bei denen lübzer.
naja politiker halt was will man erwarten.

he das mit steuersenkung versoffen ist gar nicht mal so verkehrt.
entweder lief das bier unter parteiausgaben oder sie haben es selbst bezahlt holen sich das aber mit der nächsten steuerzahlung wieder.
so oder so muss ichs wohl doch bezahlen.

zum thema ein euro job:

ich hatte auch mal so einen angedreht bekommen.
witzigerweise war es bei einer firma bei der ich 2 monate vorher schon beworben hatte (als ich ankam um meinen ein euro job anzutreten lag meine bewerbung immernoch ungeöffnet am selben platz wie 2 monate vorher) und ich sollte 8-stunden und wenn nötig mehr auf dem dach stehen und meiner arbeit nachgehen.
und das als gelernter dachdecker.
das habe ich 2 wochen gemacht dannach habe ich aufgehört.
anschliessend sollte ich ne sperre kriegen.
immer wieder schön sind auch sog. bewerbungstraining.

50

Michael (hsb)

@ cora: Okay, das mit den Dummprolls hätte ich mir wirklich verkneifen können. Auf der anderen Seite gibt es sie. Ich versuche mal, zu erklären.

@ulla: da höre ich aber auch eine Disqualifizierung der Geisteswissenschaftler.

Unsere Gesellschaft hat zu viele Juristen, zu gut bezahlte Ärzte, Banker, Juristen, und sie haben oft keinen allgemeinen Überblick über die Gesellschaft und ihre Probleme.

Aber es gäbe jede Menge Jobs für Jugendbetreuer, Sozialarbeiter, gute Pädagogen, Journalisten, Anthropologen, etc, wenn unsere Gesellschaft nicht so verbohrt wäre und z.B. Juristen in den Himmel lobt und bezahlt, obwohl die doch ein System kaputtklagen. Und für die benötigten Jobs nichts zahlen will. Da ist keine Wertschöpfung, da sind keine arbeitenden Hände, kein produktiver geistiger Erguß, der etwas schafft, was für den Einzelnen und die Allgemeinheit gut ist.

Doch nun zur Erklärung:

WICHTIG: Mir geht es NICHT darum, liebe Menschen, die ihre Arbeit machen, ihr Leben leben und vielleicht eine unterdurchschnittliche Intelligenz haben, zu disqualifizieren – das wäre eher schäbig.

Aber es geht mir darum, Menschen, die prollig sind (im Sinne von dreist, frech, agressiv, dumm, nicht lieb), die massive Alkoholprobleme und sonstwelche Drogenprobleme haben, Rassisten sind, Frauen- und Schwulenfeindlich, eine kriminelle Lebensgeschichte haben, mit anderen Menschen, die ebenfalls arbeitslos sind, zusammengepackt werden, und die anderen provozieren. Ratet mal, wer ständig angegriffen wird: die feineren, von der Art nicht prolligen Mitarbeiter. Und die anderen rotten sich – wie im billigen Klischee – zusammen und nerven mit ihrem abprollen, haben ständig ein Fahne, machen ihre Arbeit nicht gut, sind verletztend etc.

Wenn du so etwas moderieren mußt, die Zusammenarbeit so glatt wie möglich gestalten sollst, dann kann das schon sehr anstrengend sein.
Das Arbeitsamt und meine Chefin gehen mit der Sensiblität einer Dampfwalze vor, es werden einem Mitarbeiter aufgezwungen, das ist nicht mehr zu beschreiben. Es gibt auch die anderen, die gut sind, und freundlich, und arbeiten können/wollen. Die werden aber gepreßt zu Arbeiten, für die sie zu 100% überqualifiziert sind, und diese Arbeit wird ihnen niemals etwas bringen. Sie werden gebrochen, gedemütigt, kommen sich wie am Ende der Gesellschaft vor.

Derweil lachen sich die, die Bildung nicht “konnten/ wollten”, kaputt über die, die noch Anstand haben und die ihnen aufgezwungenen Arbeiten versuchen, mit Würde zu verrichten.

Ich hoffe, das ist jetzt richtig rübergekommen.

51

ulla

@Hernando Velasquez

Ja, die Ulla bin ich.

Mal wieder so etwas in der Art wie das Krippenspiel damals wäre gar nicht so verkehrt – ich glaube, hier sind eine ganze Menge user, die begeistert mitmachen würden

52

ulla

@Michael

Nun suchen Sie bei mir doch nicht immer nach negativen Äußerungen. Ich disqualifiziere die Geisteswissenschaftler nicht. Ich schrieb nur, daß in den geisteswissenschaftlichen Fachbereichen am Bedarf vorbei studiert wird. Wer sich für ein solches Studium entscheidet weiß, daß die Berufsaussichten mehr als schlecht sind (oder sollte es – mit der dazu nötigen Hochschulreife – wenigstens wissen).

Wollen Sie mir jetzt wirklich allen Ernstes erzählen, daß Ärzte und Juristen keinen Überblick über die Probleme der Bevölkerung haben? Das glaube ich einfach nicht…! Auch Banker haben mit Otto-Normal-Verbraucher zu tun und kennen viele von deren brennenden Problemen. Diese Berufsgruppen üben nicht nur einen Job aus – sie sind auch Seelenklempner und, hören und staunen Sie, helfen sogar oft weiter – wenn’s manchmal auch nur mit einem guten Rat zu Dingen ist, die gar nichts mit ihrer eigentlichen Arbeit zu tun haben.

Und was heißt “zu gut bezahlt”? Wissen Sie, wieviele Arbeitsstunden zu welchen Tageszeiten, Weiterbildungen etc. solche Leute zu leisten haben? Da würde sich jeder “normale” Arbeitnehmer aber sofort an seine Gewerkschaft wenden und zum Streik aufrufen lassen.

Mit den Boni bei den Spitzenbänkern habe ich auch meine Probleme, das gebe ich gerne zu.

Auf den Rest der an mich gerichteten sehr populistischen Zeilen gehe ich gar nicht erst ein. Wenn ich schon lesen muß, daß unsere Gesellschaft verbohrt ist, nur weil sie nicht so denkt, wie Sie persönlich es gerne hätten, ist jedes weitere Wort verlorene Liebesmüh.

53

Susanne (hsb)

An dieser Stelle will ich nun doch einmal darauf hinweisen, dass hier gerade sehr weit vom Thema entfernt diskutiert wird. (Und nicht sehr konstruktiv dazu.) Ich bitte also allgemein um ein wenig Konzentration.

54

ulla

@Susanne

Ist okay :-))

55

Michael (hsb)

@necurryauffefaust: ich kenne das sehr gut von freunden mit diesem bewerbungstraining – bis zu 4x mussten die das durchlaufen. und andere unsinnige maltretierungen.

@ulla: sie lesen – mal wieder – nur das heraus, was sie lesen wollen. in meinem freundeskreis sind einige ärzte, pfarrer, juristen, ich bin selbst wirtschaftswissenschaftler und geisteswissenschaftler.

banker helfen nicht. blödsinn. als langjähriger unternehmer weiß ich, das banken schon lange nicht mehr an kleinkunden denken. alles makulatur!

banken müssen noch nicht mal 10% des eigenkapitals verbürgen, wenn sie damit arbeiten. fragen sie mal einen häuslebauer oder kleinen handwerksbetrieb, was die für sicherheiten bringen müssen.
ich habe lange selber mit hohen geldbeträgen gearbeitet, ich denke, ich kenne das spiel.

ich weiß auch, wie viel ich arbeiten kann und muss, wenn ich etwas erreichen will. das müssen sie mir nicht erkären. von weiterbildungen für mitarbeiter und mich ganz zu schweigen.

ärzte kennen ihren horizont oft sehr gut, aber schauen selten über den tellerrand. ich meine jetzt NICHT den kleinen hausarzt um die ecke. es gibt immer ausnahmen.

naturwissenschaftler gibt es auch zu viele, ich kenne gute biologen, die sind arbeitslos, weil der bund/die länder langjährige forschungsprojekte gestoppt haben.

der kleine banker/kassierer am tresen kennt lieschen müller samt sorgen, er ist aber nicht DIE BANK.

der rest ist auch nicht an sie persönlich, sondern an unsere gesellschaft gerichtet – wir beide sind ein teil davon. und populistisch ist das schon gar nicht, aber wenn es ihre meinung ist – ich kann damit leben. ;-)

geisteswissenschaftler sind übrigens gute generalisten, die vieles breiter betrachten können und die unserem system, mehr integriert, sehr guttäten. aber der berliner, der deutsche an sich hat sich immer schon schwer getan mit geisteswissenschftlern, das wussten schon heine, tucholsky, böll und andere nur zu gut. hauptsache ingenieure (ist auch gut, aber allein zu wenig).

56

ulla

@Michael

Was geht mich eigentlich Ihr Elend und Frust mit Ärzten, Juristen, Banken und was weiß ich alles an? Gar nichts! Also sparen Sie Ihre Worte.

Außerdem habe ich @Susanne ein okay signalisiert.

57

Michael (hsb)

@ulla: ich hab gar kein Elend mit denen. Ich schreibe das, was ich für richtig halte! Ich spare, wann ich will, egal mit was! ;-)

Ich wünsche Ihnen eine entspannte und ruhige Nacht!

@Susanne (hsb): okay!

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