Mittwoch, den 4. November 2009

Michael in am 4. November 2009, 14:23   24 Leserbriefe »

Der Winter ist da: Im ersten Schnee in der Stadt, getragen vom kalten Ostwind aus den Tiefen der Steppen kommend, hier die Berliner Nachrichten in aller Kürze:

  • Man hört etwas von der Stadtbausenatorin Regula Lüscher, selten, aber immerhin: der Gendarmenmarkt soll schöner werden. Gespräche mit Anrainern sollen zu einem gemeinsam erarbeiteten Aufhübschungswerk führen.
  • Hochhaus am Osthafen gegenüber dem Allianz-Tower endgültig vom Tisch. Bürgermeister Schulz verkauft es als Erfolg der Umsetzung des Bürgerbegehrens. Da aber sonst so gut wie alles gebaut wird, ist es eher ein marginaler Erfolg. Der Turm hätte als Pendant und Torfunktion gut ausgesehen, eine hässliche Ecke aufgewertet und eine Landmarke an eine vom Verkehr umspülte Ecke als architektonisches Highlight gesetzt.
  • Deutschland schrumpft, aber Berlin wächst, die Stadt ist attraktiv für junge Ausländer, Osteuropäer und Zuzügler aus den deutschen Provinzstädten.

26 Kommentare

1

Werner Bredebusch

“Heute vor zwanzig Jahren: 500 000 Menschen versammelten sich auf dem Alexanderplatz, protestierten gegen das enge SED-Regime, für mehr Freiheit. „

Tja, ja die Freiheit ,wir haben heute alle die Freiheit unter einer Brücke schlafen zu können. Uns an der Berliner Tafel ernähren zu können.

Oder vielleicht in einer Suppenküche eine warme Mahlzeit zu erhalten. Das sind schon tolle Fortschritte. Oder ,das man wegen geringster Verfehlungen heutzutage gefeuert werden kann und das auf den bloßen Verdacht hin. Ja für all das hats sich gelohnt zu kämpfen.

Und das Wessis ihre alten Grundstücke und Immobilien zurückbekamen. Das der Osten mittels Treuhand deindustrialisiert wurde . Komplette Generationen in die Arbeitslosigkeit geschickt wurden,das war es doch wert oder nicht ??

Und vor allem, das uns der allwissende Wessi uns sagt wie wie unser Leben in der ach so schrecklichen DDR zu bewerten haben. Na wenn das kein Grund zum Jubeln ist….

2

Kristin Kinder Spiele

Mal sehen wie viele Menschen sich gegen die schweinegrippe impfen lassen…

3

central station

Und vor allem, mein lieber Wolf Werner, haben wir heute die Freiheit, in diversen Blogs unsere teils ziemlich verqueren Ansichten offen auszusprechen. Fortschritt, oder nicht? :-)
Aber Ihnen wäre in der guten alten Zeit sicher nichts geschehen, da Sie ja ziemlich linientreu gewesen sein müssen.

Im Ernst jetzt, warum zählen Sie nur die Nachteile auf, die die Wende mit sich brachte? Wo Schatten ist, ist auch Licht. Genauso wie das Leben in der DDR sicher auch Vorteile hatte (ich weiß es nicht mehr, kenne es nur vom Hörensagen – nein, kein oller Wessi, sondern einfach zu jung ,-)).
Perfekt ist kein System, es gab nur schon schlimmere. Kritik sollte konstruktiv sein, und “früher war alles besser” bzw “hätten wir mal dies, das” ist sicher nicht konstruktiv.

Ja, die Wende hat uns neue Freiheiten, aber auch neue Probleme gebracht. Kehrt alles keiner unter den Teppich (so wie in anderen bestimmten Systemen). Nun geht es darum, diese Probleme zu lösen oder zumindest in den Griff zu bekommen. Wenn wir aber am Wochenende die Einheit feiern, feiern wir ihre positiven Auswirkungen. Darf man sich denn nicht trotzdem auch freuen? Oder sagt uns etwa der allwissende (Ex-)Ossi jetzt, wie wir unser Leben im ach so schrecklichen vereinten Deutschland zu bewerten haben?
Immer nur Fresse ziehen? Nö, keine Lust. Deswegen geht man ja noch lange nicht blind durch den Alltag und ist komplett kritikunfähig.

Wir können uns natürlich auch alle kollektiv aufhängen, weil alles so schrecklich ist. Ich feiere lieber. Den Anlass finde ich sehr geeignet, geeigneter als wie damals irgendeiner Partei zu huldigen, die von sich glaubte immer recht zu haben.

Wer den Sozialismus vermisst, es soll ja noch ein paar Länder geben, wo er sich wacker hält. Nur zu, im Gegensatz zu früher sind heute die Grenzen offen!

4

necurryauffefaust

hat zwar jetzt nüscht mit dem thema hier zutun,ich poste das aber trotzdem mal hier da ich selbst scheinbar keine neuen themen eröffnen kann.

es stand in der BZ

www.berlinonline.de/berliner

zum thema:

20 jahre mauerfall?!naja ich hatte das ja schon oft genug geschrieben das ich von wiedervereingung nicht wirklich was merke.
damit meine ich nicht die wirtschaftlichen verhältnisse oder blühende oder welkende landschaften sondern die menschen,die zwischenmenschlichen beziehungen zueinader.
der “wessi” scherzt noch immer über den “ossi” und andersrum.
kann man diese ganzen wiedervereinigungspessimisten nicht irgendtwo in eine abgelegene gegend verfrachten wo die dann ihre mauer wieder aufbauen können und klassenfeind vs. kommunisten spielen können?
mußte heute bei gmx (bei web.de stehts auch) folgendes lesen:

“20 jahre mauerfall was hat sich geändert?der große vergleich wie lieben die wessis und wie die ossis.”

aber was will man erwarten da werden z.b. auch so tolle studien veröffentlicht die belegen das eine GURKE WENIGER erbgutbausteine als der MENSCH. (http://magazine.web.de/de/themen/wissen/mensch/9232312-Erbgut-der-Gurke-ist-entziffert.html)
WOW da fehlen mir die worte bei solchen fundierten wissenschaftlichen fachwissen.(für sowas gehen manche leuten studieren um nach ihren abschluß festzustellen das eine gurke weniger komplex gebaut ist als ein mensch tz tz tz)

ich weiß was sich seit dem mauerfall geändert hat…nichts ausser das wir offensichtlich immer dümmer bzw. immer mehr jeden mist mitmachen.

ach ja merkel hatte damals auch nur ihre konformationsbluse gegen das FDJ hemd getauscht,weil diese gerade in der reinigung war.

5

0815

Das der Schnee vom Osten kommt ist logo, da wars schon immer kalt.

Schweinegrippe ? was für eine Schweinegrippe? Die Pharmaindustrie muss Gewinn einfahren. Ein blödsinn mit der ganzen Panikmache.

6

Sigurd

Diese Frotzeleien zwischen Ossis und Wessis sind doch normal. Es gibt sie zwischen Bayern und „Saupreußen“, zwischen Hamburgern und Hessen, zwischen Franken und Bayern, Badenern und Württembergern, oder zwischen Nord- und Südberlinern, wobei ich da ausnahmsweise mal Westberlin meine. Also halb so wild und oftmals auch ein Ausdruck von Zuneigung.
Tja 20 Jahre Mauerfall, was hat sich geändert? Ich bin eigentlich erschrocken, dass dies schon wieder 20 Jahre her ist. Man fragt sich wo ist die Zeit geblieben? Was sich im positiven oder negativen verändert hat, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Ich persönlich finde es gut, dass die Mauer die beiden Staaten nicht mehr trennt. Natürlich gibt es viele Schicksale, die nach der Maueröffnung vieles verloren haben. Ich kenne persönlich aber viele Menschen aus dem ehemaligen Ostberlin die heute zu den Gewinnern der Einheit zu zählen sind. Viele meiner Kolleginnen und Kollegen aus dem ehemaligen Ostberlin haben gut bezahlte Jobs und fühlen sich sehr wohl im geeinten Deutschland.
Und noch ein Wort zu unserem „Edelkommunisten“ @Wolf, dies meine ich keineswegs abwertend. Sie zählen die Nachteile für Ihre Landsleute auf. Vergessen dabei aber nur zu gerne, dass auch viele der ehemaligen Westberliner durch die Maueröffnung in erhebliche Schwierigkeiten geraden sind. Auch da haben viele ihre Arbeitsplätze verloren, die meist durch wesentlich billigere Arbeitskräfte aus dem Osten aufgefüllt wurden. Mit der Berlinzulage fiel ein, von vielen fest eingeplantes, Einkommen weg.
Es gibt in beiden Teilen Gewinner und Verlierer. Dies wird wohl immer so sein. Entweder man arrangiert sich mit den Gegebenheiten und versucht das beste daraus zu machen, oder sucht sich eine Gesellschaftsform, die einem genehmer ist.
Ich glaube keiner wird ernsthaft behaupten, dass das jetzige System das Nonplusultra darstellt. Nur bisher gibt es keine besseres oder gerechteres. Was natürlich nicht heißen soll, dass man stets daran arbeiten sollte, dieses System zu verbessern.

7

ulla

@Michael

“Deutschland schrumpft; aber Berlin wächst”

Sag’ ich’s doch (21.10.09 im Kommentar an Sie): Die Stadt scheint Vorzüge zu haben, die es so an anderen Orten nicht gibt ;-)).

8

Gedankenpflug

Kann mich noch gut daran erinnern, wie der Schabowski da stand…

9

Michael (hsb)

@sigurd: klar sind die Frotzeleien normal, und zum Teil auch lustig und berührend! Lieber thematisieren als verdrängen!
Und selbstverständlich hat nicht nur die DDR ihr System aufgegeben, auch die alte BRD, das alte Blockwirtschaften (Ost und West) hat aufgehört. Die Neuorientierung ist noch im Gange!

@ulla: klar hat die Stadt Vorzüge. Unbestritten. Es gibt viele Seiten, die mir hier gefallen. Aber als kritischer Mensch darf man doch auch mal etwas bemängeln. Ansonsten würden die Berliner in dicker, stinkender Eigenlobsülze völlig das Maß des Realen verlieren. Und das wollen Sie doch nicht, oder?

Außerdem: der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Wenn man erst mal hier ist, geht man so leicht nicht mehr weg, auch wenn viele gute Gründe dafür sprechen würden (aber auch dagegen, wenn man erst mal berlinisiert ist).

Letztendlich, glaube ich, ist es das Gefühl des Aufbruchs, des Unperfekten, des nicht Fertigen, was bestimmte Charaktere, die Jugend, die Ausländer hier gut finden. Nicht in vorgefertigten Bahnen leben (scheinbar zumindestens) und das Rebellische, Unangepasste ausleben, wie gut und kreativ, aber wie dumm und kleinkariert es auch sein mag.

Die Selbstbestimmtheit in einem akzeptierten Rahmen der allgemeinen Gleichgültigkeit, die als progressive Toleranz verstanden wird, rahmt dieses Stadtgefühl ein: im Kern einzigartig und individuell, in der Ausführung dilettantisch und inkonsequent.

Das ist Leben, Widerspruch, Aufregung, das zieht an, Ulla!

@necurryaufffaust: vorsicht bei Medienberichten von der Einheitsredaktion von web.de und gmx.de. Alles ein Springer-Boulevard-Gala-Frau-im-Spiegel Nachrichten-Brei. Alles, was wir immer schon nicht wissen mussten und trotzdem gern damit unser Hirn zumüllen! Zumeist von dpa-Texten abgeschrieben, Bild-mässig reißerisch formuliert und ab und zu Bildmaterial aus Amerika dazu. Fertig ist die Topp-Meldung wie die mit den Gurken, dazu noch was mit Frauen, Sex, Rankings…

10

Werner Bredebusch

Nur noch eine kleine Anmerkung : Ich sehe es genauso wie der Genosse Krenz.

Die wahren Helden des 9 Nov.89 waren die Soldaten .Unteroffiziere und Offiziere der Grenztruppen der DDR.Durch ihr besonnes Handeln floß an diesem Tag Sekt und kein Blut.

Dies hätte sich die BRD –Medienmeute nämlich gewünscht. Es passt den Herrschaften in der BRD bis heute nicht, dass kein einziger Schuß fiel. Deshalb werden immer dreistere Lügengeschichten erfunden.

Ich persönlich sehe überhaupt keinen Grund den Anschluß,also Unterwerfung der DDR an die BRD zu feiern.Von Einheit oder Wiedervereinigung zu sprechen ist doch blanker Hohn.

P.S. Ob sich die Quelle Mitarbeiter ,oder Opel –Mitarbeiter sich so richtig „FREI“ fühlt.

Übrigens möchte ich meine Freude darüber zum Ausdruck bringen ,daß sich die Wirtschafts-und Finanzkrise langsam duch die BRD- Gesellschaft frißt.

11

ulla

@Michael

Meine Bemerkung vorhin war doch bloß so ein Spruch, paßte gerade so schön.

Neulich schrieb ich den Satz in einem anderen Zusammenhang, trotzdem gefällt mir, was Sie heute dazu schreiben.

12

Lithium

dieses ossi-wessi stinkt – vor allem hier in berlin – furchtbar, das ist im westen (und ich bin ein kind des ruhrgebiets) ewig genau das thematisiert noch wird….ich bin seit jahren mit einer ossi-frau zusammen… ——- und? ich denke beide seiten haben profitiert und sicher auch vieles verloren…mit einem mittelmaß an ausgewogenheit kann man damit sicher leben…aber ist das andere – also die EINIGKEIT – nicht viel wichtiger???? und dies ist sicherlich nur ein wort von vielen…..
..ach und noch etwas werner….millionäre leben nicht nur im westen oder kommen daher – du tritts hier gegen millionen wessis – mit denen du dich gegen die ungerechtigkeit von wenigen lieber zusammen wehren solltest! – denn gemeinsam erreicht man einfach mehr – aber in diesem hübschen spiel der wenigen oberen bist du zur marionette geworden…denn ist doch schöner wenn der mob sich gegenseitig zerfleischt anstatt an den wurzeln des übels zu kratzen!

13

central station

@Michael

Ansonsten würden die Berliner in dicker, stinkender Eigenlobsülze völlig das Maß des Realen verlieren. Und das wollen Sie doch nicht, oder?

Also, ganz ehrlich – ich glaube nicht, dass diese Gefahr zur Zeit auch nur im Geringsten besteht. Berlin und (Eigen-)Lob? Neeee!! :-)

Ansonsten kann ich Deinen Text nur unterschreiben.

@ Werner

Von Einheit oder Wiedervereinigung zu sprechen ist doch blanker Hohn.

Das liegt vor allem auch bei den (älteren) Menschen. Man möchte nicht eins sein, zusammengehören, einander akzeptieren – lieber sein eigenes Süppchen kochen, unter seinesgleichen vor sich hin nörgeln, und schön die ewig geprägten Vorurteile aufrecht erhalten. Wenn’s denn Spaß macht. Viele brauchen eben ein Feindbild, sonst wird ihnen langweilig.
Sie sind es, die mit Ihrer Mauer im Kopf die Einheit zu einem Hohn werden lassen. Und zwar völlig unabhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung seit der Wende, die, wie Sigurd oben schon schrieb, sowohl Ost als auch West erhebliche Nachteile gebracht hat. Das hat mit den Menschen ja nichts zu tun. Im Gegenteil, gerade weil man zT ähnliche Schicksale erleidet, weil die Krise Ost und West trifft, sollte man sich zusammenraufen. Aber man macht sich lieber gegenseitig fertig. Hilft ganz sicher, zumindest beim Frustabbau.

Mich würde einmal interessieren, was Sie vorschlagen. Verraten Sie mir doch, was Sie ändern würden, wenn Sie es könnten. Wünschen Sie sich tatsächlich den Kommunismus zurück?

Übrigens möchte ich meine Freude darüber zum Ausdruck bringen ,daß sich die Wirtschafts-und Finanzkrise langsam duch die BRD- Gesellschaft frißt.

Sind Sie immer so schadenfroh, wenn’s anderen (vorzugsweise “Wessis”) schlecht geht? Dann finde ich ihre gesamte Argumentation von wegen “heute hat man die Freiheit, unter der Brücke zu schlafen” usw. aber ziemlich geheuchelt. Sie selbst schlafen offenbar nicht unter der Brücke. Und über das Leid anderer sind Sie ja erfreut. Zumindest das Leid der “BRD-Gesellschaft”. Was ist denn das für Sie, eine Gesellschaft zweiter Klasse? Sind die Menschen “drüben” weniger wert?
Das weckt gerade dunkle Assoziationen, aber ganz dunkle.

14

Hernando Velasquez

@Bredebusch

Bist du eigentlich in den Filmen zu sehen, die z. Zt. im Zeughaus gezeigt werden?
Ich hatte das auch im AS-Blog nachgefragt, wo es einen Thread dazu gibt, aber dort wütet seit Neuestem ein wohl neuer ADMIN, der seine Sache 100% machen will und nur noch handverlesene Beiträge durchlässt.

Zeughaus-Kino

15

ulla

Wie wäre es denn, wenn man bei diesen ganzen Ost/West-Diskussionen hier mal weniger Gewicht auf das Wirtschaftliche und Gewinn/Verlust legen würde und statt dessen berücksichtigt, daß die heute über 30jährigen – ist nur eine bewußt grobe Begrenzung – Ossis und Wessis in verschiedenen Welten groß geworden sind?

Ein “Zusammengehörigkeitsgefühl” kann man m.M. nach nicht erzwingen, bei manchen Menschen kommt es von alleine auf und bei anderen eben nicht. Das hat mit vielen Faktoren zu tun, nicht nur mit der gleichen Sprache und dem gleichen Paß.

Wir sollten uns auch abgewöhnen, das alles nur aus Berliner Sicht zu sehen. Viele von uns hatten persönliche Bindungen nach “drüben”, die die Westdeutschen nicht hatten.

Auf die Gefahr hin, gleich gesteinigt zu werden, meine ich, daß wir uns einig sein sollten – lieben müssen wir uns deshalb gegenseitig nicht.

16

Michael (hsb)

@ulla: ich finde das völlig okay so, wie Sie das schreiben! Kein Grund zur Steinigung!

@Lithium: genau so funktioniert das, leider! Der Mob zerfleischt sich, die nicht einflußreichen Intellektuellen ebenfalls, und alle anderen, die Geld, Macht, Einfluß haben, lachen darüber. Zusammenhalt: Fehlanzeige! Christlichkeit: Lippenbekenntnis! Wahrheit: was ist das?

17

1704

@ Michael (hsb) #16

mich hatte der wortgebrauch “mob” schon im kommentar (#12) von @Lithium irritiert/gestört, deshalb einmal nachgefragt: was verstehen Sie denn unter diesen “mob”, der sich zerfleischt?

folgt man z.b. der definition/erklärung, die wikipedia zu “mob” gibt, könnte man durchaus mit einer gewissen berechtigung sagen, der “mob” habe die “friedliche revolution” herbeigeführt, zusammen mit dem “mob”, der sich seinerzeit in westdeutschen botschaften des der damaligen DDR befreundeten auslands einfand. und zur maueröffnung war dann auch der “mob” zur stelle, um das event entsprechend zu feiern. auch danach trat er immer mal wieder in erscheinung… aber der ist ja ganz offensichtlich nicht gemeint.

“… denn ist doch schöner wenn der mob sich gegenseitig zerfleischt anstatt an den wurzeln des übels zu kratzen!” (Lithium, #12)

folge ich dem wikipedia-verständnis von “mob”, sehe ich in dieser äußerung von @Lithium auch eine indirekte aufforderung zu tumult und aufruhr. nach meinem verständnis von “mob” (und es folgt weitgehend dem bei wikipedia formulierten) ist ein “mob” immer eine relativ kurzfristig und nicht auf dauer angelegte (an)sammlung von menschen , während die “wurzeln des übels” verfestigte und auf dauer angelegte strukturen gedanklich nahelegt, mit anderen worten: es paßt von der wortwahl her nicht wirklich zusammen, wenn es tatsächlich darum gehen sollte, jene davon überzeugen zu wollen, doch bitte hand an die “wurzeln des übels” anzulegen. so ein klein wenig habe ich den verdacht, die verwendung gerade dieses begriffs deutet darauf hin, daß man sich grollend damit abgefunden hat, daß die verhältnisse (jener) eben nicht zu ändern sind und schon einmal vorab de schuldfrage klärt…

nebenbei: wenn man jene, die sich angeblich (gegenseitig) zerfleischen, “mob” nennt, wie nennt man dann jene, die zu diesen nicht gehören? die ritter(innen) vom edlen stern?

18

central station

@ulla

Auf die Gefahr hin, gleich gesteinigt zu werden, meine ich, daß wir uns einig sein sollten – lieben müssen wir uns deshalb gegenseitig nicht.

Aber auch nicht hassen. Ich lese aus den Äußerungen vieler Leute, nicht nur Wolf, nicht nur in diesem Blog, einen diffusen Hass auf “die anderen” (wer immer das in der jeweiligen Situation gerade ist) heraus. Leider.
Wie wär’s mit Akzeptanz? Ist nicht Liebe, nicht Hass, nicht einmal Mögen, aber auch nicht Ablehnung.

19

ulla

@central station

Wenn wir uns einig sind werden wir uns wohl kaum hassen und wenn wir uns hassen werden wir uns wohl kaum einig sein.

Oder sehe ich das verkehrt?

20

Marcio Rocon

Bist du eigentlich in den Filmen zu sehen, die z. Zt. im Zeughaus gezeigt werden?
Ich hatte das auch im AS-Blog nachgefragt, wo es einen Thread dazu gibt, aber dort wütet seit Neuestem ein wohl neuer ADMIN, der seine Sache 100% machen will und nur noch handverlesene Beiträge durchlässt.

21

ulla

Noch nicht ausgeschlafen, @Nobbi? Ich glaube, den Anfang Ihres Kommentars müssen Sie nochmal überarbeiten ;-)).

Und ansonsten… lassen Sie Marcio R. doch abkupfern. Das zeigt uns nur, daß er @hv’s Worte nicht in Vergessenheit geraten lassen will.

Andererseits – vielleicht will er genau die gleiche Frage an @hv richten. Wer weiß, wer weiß…

22

Hernando Velasquez

Guten Morgen allerseits!

@ulla
Vielleicht will er auch einfach nur seine Web-Aktivitäten promoten?

@all
Tipp an alle, die die Dominosteine bewundern wollen: Glaubt nicht, dass ihr da so einfach von allen Seiten rankommt. Alles streng abgesperrt. Einmal rechte Seite – immer rechte Seite.
Selbst der Tiergarten ist schon vergittert.
Große Umwege müssen in Kauf genommen werden.
Aber es ist ja herrliches Wetter.
Und die ganze ist bei uns zu Besuch.

Ich hab mir gestern abend die Steine schon mal angesehen. Sehr beeindruckend. Eine wirklich tolle Idee.

So, und jetzt geht’s dahin zum Fotografieren.

Steine

23

HV

füge ein: Welt

24

central station

Einige von den Steinen standen zwischenzeitlich ja auch mal im Hauptbahnhof herum. Auf einem davon ist er (der Bahnhof) auch zu bewundern :-)

@ulla (19)

Nein, sehen Sie komplett richtig.

Kommentar schreiben

Kein html! URLs werden automatisch zu Links konvertiert.
Formatierung nur mit Textile: *betont*, _kursiv_ , Zitat: bq. Zitattext. Textile-Hilfe

Hinweise

  • Kommentare werden gelöscht, wenn kein Bezug zum Artikel besteht, der Kommentar ausschließlich Werbezwecken dient, oder Rechte Dritter verletzt werden. Dies gilt auch, wenn der Kommentar Leser oder Autoren beleidigt.
  • Ab drei Links im Kommentar wird dieser moderiert und muss erst freigeschaltet werden.
  • Icons neben dem Kommentar: www.gravatar.com