Berlin, den 12. November 2009

Steffka in am 12. November 2009, 08:49   Kommentare

Heute in aller Kürze die momentan (8:26 Uhr) jeweils frischeste Nachricht aus den einschlägigen Lokalteilen und -zeitungen. Sogar ganz ohne Interpretationsversuche…

Bei der rot-roten Koalition geht es heute heiß her, denn es geht um die Wahl der Präsidentin des Landesrechnungshofes. Jens Harm soll von der aktuellen Staatssekretärin Hella Dunger-Löper abgelöst werden. Es sind 75 Stimme notwendig aber nur 76 möglich. Bei all den sachlichen Argumenten möchte ich den Morgenpostartikel nur um den Hinweis ergänzen, dass ein Doppelname sich in der Politik immer gut macht.

Im Tagesspiegel steht die Schweinegrippe gerade ganz oben. Diese ergänzt zu den Informationen von gestern eigentlich nur um die Rechtfertigung von Frau Lompscher und Glaxo-Smith-Kline. Fakt ist, dass niemand Schuld ist, wenn sich der Virus ausbreitet. Wie immer eigentlich.

An den zwei großen Universitäten in Berlin werden weiter Räume besetzt. Die HU und die FU dienen damit als Protestort gegen die Bildungspolitik und Studierende schließen sich den deutschlandweiten Aktionen an. Was man eigentlich genau will, bleibt in der Berliner Zeitung offen. Ist aber auch logisch: bessere Bildung eben.

Die taz greift im aktuellsten Artikel eine Studie von Innensenator Körting auf, in der zeigen will, dass linke Gewalt großen Schaden anrichtet. Die Zählung der linken Vergehen über die letzen fünf Jahre landet bei 835 linksmotivierten Taten. Er fordert die klare Ablehnung und Ächtung von linker Gewalt auch von der Linkspartei. Mit möglichen Lösungen wartet niemand auf, aber auch das ist ja nichts Neues.

17 Kommentare

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central station

Warum immer nur linke Gewalt? Das ist genauso einseitig wie “nur” rechte Gewalt. Gehört nicht Gewalt generell geächtet?
Das und, natürlich, Beschäftigung mit den Ursachen.

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1704

@ central station

es geht hier nicht um “gewalt”, es geht hier gegen “links” und damit verbunden um “linke gewalt”. ginge es generell um “gewalt”, wäre Körting z.t. gar nicht zuständig, denn der Berliner Innensenator befindet nicht über einsätze der Bundeswehr. es geht auch nicht um “rechte gewalt”, da “rechte gewalt” sich in Berlin hauptsächlich im tragen der falschen klamotten manifestiert. es geht auch nicht um aufarbeitung der geschichte der DDR, denn für “gewalt” war schließlich die Stasi und das verbrecherische unrechtsregime verantwortlich, wofür es ja längst die notwenige quittung bekommen hat, und um den rest kümmert sich Hubertus Knabe und die BStU.

natürlich geht es deshalb um “linke gewalt”, weil in dieser stadt so viele autos angezündet werden. es wurden allerdings dazu bisher keine belege in der öffentlichkeit präsentiert, ob es sich dabei tatsächlich um ausschließlich “linke gewalt” handelt. der einfachheit halber nimmt man das aber an, weil es angeblich einen deutlichen zusammenhang zwischen “linken wohngegenden” und den standorten von angezündeten automobilen gibt. und weil die polizei so wenig an erfolg im kampf gegen diese automobilanzünder hat, gerät jetzt langsam das angeblich vorhandene breite sympathisantentum ins visier der polizeilich wie politisch verantwortlichen. und da die partei DieLinke telweise über kontakte zu linksextremistischen kreisen verfügen soll, wird diese partei auch nicht nur namentlich genannt, sondern auch direkt angesprochen, sich doch bitte davon zu distanzieren. ganz nebenbei vermittelt man dadurch den gewollten eindruck, als stünde diese partei in einem direkten zusammenhang zu diesen straftaten. dabei übersieht Senator Körting aber, daß sich “linksextremistische gewalttäter”, insbesondere, wenn sie aus der linksautonomen ecke kommen, herzlich wenig darum kümmern, was etablierte parteien so denken oder für gut befinden. darauf kommt es aber auch gar nicht an, denn nicht die ausdrücklich angesprochenen sollen hier angesprochen werden, sondern der bürger, der sich ja nun schon so lange kopfschüttelnd diesen automobilvandalismus ansehen und die frage ertragen muß, warum dagegen nicht wirklich etwas geschieht. und damit dessen kopfschütteln eine richtung bekommt, wird eben auf DieLinke verwiesen oder “linke” insgesamt, damit man jetzt schon einmal der frage näher kommt, wer an diesen straftaten eigentlich schuld ist. schuldfragen zu klären ist in Deutschland nämlich immer sehr wichtig. dabei verwundert es mich allerdings ein wenig, daß dieser hochgerüstete polizei- und ermittlungsapparat so kläglich dasteht, ebenso, wie unfähig der verfassungsschutz zu sein scheint, diese “linken” infiltrieren zu können, um zumindest ausreichende informationen zu beziehen, wer für diese taten verantwortlich ist. könnte also gut sein, daß man irgendwann in ca. 20 jahren evtl. herausbekommt, daß es eine handvoll spinner waren, die meinten, hier so eine art privates autogrillen aufziehen zu müssen.

dumm an diesen aktionen ist aber, daß sie als politische metapher auch einen hinweis auf entwicklungen in bestimmten bezirken gibt, die durchaus kritisch zu sehen sind, d.h. aber wieder, daß man keinesfalls den fehler machen darf, autoanzünden und gentrifizierung in einem satz zu nennen, denn dann setzt man sich sofort dem verdacht aus, daß man ein sympathisant ist. daraus wieder folgt dann, daß man auch nichts mehr gegen gentrifizierung haben sollte, so lange diese spinner noch aktiv sind. und das wiederum wäre der Berliner stadtentwicklungsplanung am allerliebsten, denn die wissen am allerbesten, was gut für die stadt und die bewohner ist, und da bittet man eben lieber zu bürgerbeteiligungsveranstaltungen, wo der bürger dann selbst entscheiden darf, ob die bepflanzung nun rechts oder links der straßenführung aufzustellen, einzufügen ist, anstatt für irgendwelche spinner sympathien deswegen zu hegen, weil die politik über die köpfe der leute meint verfügen zu können oder einfach darüber hinweggeht…

mich erinnert das irgendwie an zeiten der RAF, als man schon beim leisesten versuch einer kritik am bestehenden nicht mehr ohne bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen grundordnung auskam, wollte man zumindest seinen satz zuende sprechen. und spätestens beim zweiten versuchten satz wurde man aufgefordert, doch erst einmal, bevor man weiter spricht, sein verhältnis zur gewalt zu klären, nützte aber auch nichts, selbst wenn man sich deutlichst von gewalt distanzierte, denn dann wurde man spätstens beim dritten satz auf die verhältnisse in der DDR verwiesen oder gar auf die gulags in der sowjetunion, bis man dann am ende vollständig davon überzeugt war, man habe soeben mit absolut aufrechten demokraten gereet und sich gefragt, wie man überhaupt auch nur auf die idee kommen konnte, in diesem lande sei irgendetwas zu kritisieren…

ach ja, hätte ich jetzt beinahe vergessen: ich finde autoanzünden nicht nur doof und teilweise auch für andere gefährlich, sondern auch für politisch dumm. ich entschuldige mich auch vorsorglich schon einmal wegen der länge dieser kurzen bemerkung, mir war halt so…

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Hernando Velasquez

@centralstation

Ich stimme voll zu: Jegliche Gewalt gehört geächtet.
Die schlimmste Gewalt findet in den kaputten Familien und maroden Schulen statt. Unzählige junge Menschen bekommen da fürs Leben was weg.
In der Mitte der Gesellschaft.

Was aber die Studie des Verfassungsschutzes betrifft: Ich finde es schon sinnvoll, wenn man sich auch ganz gezielt mit umgrenzten Phänomenen beschäftigt, um zu konkreten Erkenntnissen zu kommen, die dann natürlich auch in der praktischen Polizeiarbeit umgesetzt werden müssen.
Studien speziell über “rechts” gab es ja auch.

Die Chefin des Dienstes hat gestern bei ihrem Auftritt in der rbb-AS keinen Schaum vorm Mund gehabt – im Gegenteil, sehr sachlich und kompetent hat sie versucht, das Problem zu analysieren und in einen gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang zu stellen.

Die präsentierten Karten mit den Hinweisen auf Straßenzüge in Fh, Kb und Pb fand ich sehr eindrucksvoll. Jeder interessierte Bürger, der mit offenen Augen durch die Stadt geht, fühlt sich in seinen subjektiven Wahrnehmungen bestätigt.

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Werner Bredebusch

Hernando Velasquez

am 12. November 2009, 16:01 #

@centralstation

“Ich stimme voll zu: Jegliche Gewalt gehört geächtet.
Die schlimmste Gewalt findet in den kaputten Familien und maroden Schulen statt. Unzählige junge Menschen bekommen da fürs Leben was weg.
In der Mitte der Gesellschaft.”

Nur eine kurze Anmerkung ,für mich zählt da auch die Repression ,die von diesem Staat BRD ausgeht dazu. Übergriffe der Polizei auf friedlich Demonstrierende .Provokationen ,wie beim G8 Gipfel in Heiligendamm.
Na wie sehen Sie das?

Ein Polizist schlug einen Demonstranten hier in Berlin ins Gesicht ,was ist damit ?. Eindeutige Bilder ,umgekehrt wäre das Geschrei hier groß oder @HV ?

Diese Gesellschaft ist kaputt ,daher bekommen viele Jugendliche da was fürs Leben weg .Einfach nur faulender ,parasitärer Kapitalismus. so einfach ist das!!

5

oStsEE

Also, ich habe über mehrere Jahre im Prenzlauer Berg gearbeitet (bis zum Sommer diesen Jahres) – brennende oder verbrannte Autos habe ich nicht gesehen. Natürlich habe ich die Meldungen in den Nachrichten mitbekommen, aber es ist doch wohl nicht so, als würden dort täglich so viele PKWs angezündet, dass das Straßenbild davon geprägt wäre.

Im Jugenradio “Fritz” gab es heute eine interessante Diskussion, die Hörer wurden aufgefordert anzurufen und ihre Meinung zu linker (?) Gewalt rspkt. Gewalt gegen Autos oder anderes Privateigentum zu äußern.

Fast einhelliger Tenor unter den jungen Leuten, die sich da zu Wort gemeldet haben war, dass diese Art von “Zeichen setzen” nicht gebilligt wird. Ich glaube kaum, dass die Brandstifter größeren Rückhalt in der Bevölkerung haben..

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1704

@ central station #1,
@ Hernando Velasquez #3

“… Gehört nicht Gewalt generell geächtet?..” (central station)

“… Ich stimme voll zu: Jegliche Gewalt gehört geächtet…” (Hernando Velasquez)

wenn alle gewalt geächtet gehört – wie verhält es sich dann mit der “staatsgewalt”? der “gewaltenteilung”? dem “gewaltmonopol”?

wie verhält sich die frage/forderung zur “materiellen gewalt”, zu “emotionaler gewalt”, “struktureller gewalt”, “gesetzgebender/vollziehender bzw. ausführender gewalt”? wie ordnet sich da das “widerstandsrecht” oder der begriff “gegegewalt” ein? was ist mit “notwehr”/“selbstverteidigung”?

wie verhält sich die frage/forderung zur anwendung unmittelbaren zwanges? müßte das boxen/die kampfsportarten neu=anders erfunden/abgeschafft/verboten werden? ist diskriminierung eine form von gewalt? oder “der wille, einen anderen zu schädigen, dabei aber nichts verbotenes zu tun”?

tja, und was ist mit dem “krieg”?

7

Hernando Velasquez

@1704

Was Sie noch vergessen haben:

Wie halten wir’s mit der Gewalt gegen Sachen?
Eine für Linksradikale durchaus wichtige Frage.

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1704

@ Hernando Velasquez #7

ja, wie halten “wir” es denn damit? ich persönlich neige ja dazu, sachen pfleglich zu behandeln, Sie auch? ich kann mich aber auch erinnern, schon mal einem papierkorb in einem etwas unbeherrschten moment einen fußtritt versetzt zu haben, da er aber danach wochenlang mit mir nicht mehr sprach, habe ich danach nie wieder…

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ulla

Und derweil hier noch hochphilosophisch über linke Gewalt oder Gewalt doch eventuell nicht von links debattiert wird, haben die Autoversicherer schon die Konsequenzen gezogen und in den “heißen” Bezirken die Prämien erhöht.

Otto Normalverbraucher, der da wohnt, tut mir zwar leid – die Leute mit etwas mehr in der Tasche werden’s verkraften – was mich aber wirklich freut ist, daß es viele von den Linken, die da zu Hause sind, auch trifft. Ist ja nicht so, daß die alle unmotorisiert sind.

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Gedankenpflug

Und der U-Bahnhof Französische Straße soll abgerissen werden. Das ist doch ein Skandal!

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1704

@ Gedankenpflug #10

wie, jetzt zünden die nicht nur autos an, sondern reißen schon ganze u-bahnhöfe ab?

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oStsEE

@ Gedankenpflug

Nicht nur ein Skandal, schlichtweg Irrsinn. Aber wir hams ja.

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central station

1704

Wollten Sie nicht eigentlich keine Tapeten mehr produzieren? :-)

Zu 6:

Ich hätte jetzt gedacht, Sie verstehen, was gemeint ist. Aber gut.
Möchte jetzt eigentlich nicht wieder alles zerpflücken und zerpflückt bekommen. Gewaltmonopol, Staatsgewalt, tja, wie soll ich dazu stehen?
Ich kenne jedenfalls keine Alternative zu gewissen Regeln und Gesetzen, um das menschliche Miteinander einigermaßen zu ermöglichen. Und irgendwer muss dafür sorgen, dass die eingehalten werden. Wenn Sie eine andere Idee haben, immer nur her damit. Staatsgewalt im Rahmen der Verhältnismäßigkeit ist für mich legitim. Und jetzt fragen Sie nicht wieder “Welche Verhältnismäßigkeit?” oder so etwas :-) StGb hilft.

Notwehr, Selbstverteidigung, Zivilcourage – legitim.

Widerstand – in Form von zivilem Ungehorsam legitim.
(Gewaltsam unter Umständen, nur trifft ein solcher Widerstand oftmals nicht den, gegen den der Widerstand erfolgen soll – ich meine damit sowas wie Randale auf der Straße)

Kampfsport – tja, gute Frage. Im Grunde tun die Leute das freiwillig. Für mich nicht wirklich Gewalt, da Gewalt auch immer irgendwie mit Nötigung einhergeht (für den, der sie erleidet). Nicht mal die Zuschauer werden hier aber genötigt, sich das zu geben.

Diskriminierung, Psychoterror und sonstigermaßen die emotionale Komponente Betreffendes empfinde ich auch als Gewalt – nicht legitim.

Die Frage nach Krieg müsste sich von selbst beantworten.

@Werner

Ich sehe es so wie Sie.
Nur nicht so einseitig (bezüglich BRD). In Ihrer geliebten DDR gab es auch hammerharte Repression und Prügelattacken gegen friedliche Demonstranten. Grundlos prügelnde Polizisten sind genauso zu ächten und zu bestrafen wie andere grundlos prügelnde, randalierende Menschen auch.

@HV (7):

Gewalt gegen Sachen – nicht legitim, keine Frage!
(Außer eben im Notfall: Ist man zB in einem brennenden Auto (ha, wie passend) oder Haus gefangen, dann muss eben die Fensterscheibe eingeschlagen werden, oder Ähnliches)
Vandalismus betrifft aber nicht nur Linksradikale. Auch Rechtsradikale zündeln und werfen Steine, doch die meiste Sachbeschädigung ist sowieso unpolitisch, purer Zerstörungslust oder Frustventilation geschuldet, und passiert jeden Tag. Aber eben weil diese kein politisches Motiv aufweist, wird sie als Banalität, als etwas womit man leben muss, hingenommen.
:-(

@1704 (8):

Sie reden auch mit Dingen?? ;-)

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1704

@ central station #13

(ich hatte mich doch schon vorweg entschuldigt, mir war halt so danach…)

zu #6 von 1704 – es kommt gar nicht darauf an, was Sie hier nun als antwort dazu posten, sondern auf das, was Sie sich dazu denken. in den 1960/70er jahren war das alles mal wichtig, heute meint ja immer jeder sogleich, schon irgendwie alles auf der reihe und auf dem schirm zu haben…

gewalt ist deshalb ein wichtiges thema, weil es keinen staat, keine gesellschaft, kein system gibt, der/die/das ohne auskommt. und es gibt sogar soziologen, die meinen, daß gewalt(tätigkeit) etwas ist, was dem menschen naturgemäß eigen ist…

“verhältnismäßig”, “legitim” – alles juristische begriffe, aber recht und gesetz fallen nicht einfach vom himmel, und den “idealen” staat hat es wohl auch noch nie gegeben, von daher sind auch diese begriffe relativ in ihrem verständnis zu sehen… da hilft das StGB auch nicht weiter. in der heutigen form ist es verbindlich und verpflichtend, mehr aber auch nicht. es kann morgen geändert werden, es können dinge/handlungen, die heute erlaubt sind, morgen verboten sein und vice versa…

Sie formulieren etwas leichtfertig: “Notwehr, Selbstverteidigung, Zivilcourage – legitim.” – wenn Sie sich mit juristischen fällen, in denen diese begriffe eine gewichtige rolle spielen, näher befassen, werden Sie auch sehen, was für ein schmaler grad oft herrscht zwischen “richtig” und “falsch” und wie wackelig das eigene rechtsempfinden dabei wegkommen kann…

widerstand. manche juristen meinen zum deutschen widerstandsrecht, daß es erst dann zur anwendung kommen darf, wenn sämtliche rechtsmittel ausgeschöpft worden sind. und das bedeutet in der konsequenz: eigentlich gar nicht. ein weites feld. es gibt zahlreiche zeitgenossen, die sich da etwas zurechtträumen, links wie rechts wie in der mitte…

kampfsport – es geht hier nicht unbedingt um die “zuschauer”, sondern um diejenigen, die sich (“nach allen regeln der kampfkunst”) kloppen. vergessen wir an diesem punkt nicht, daß Sie formulierten: “Gehört nicht Gewalt generell geächtet?” neuerdings wird ja zu meinem persönlichen entsetzen auch wieder verstärkt boxen live im fernsehen übertragen, sehen Sie sich einmal die gesichter der zuschauer dabei an, wenn einer der beiden so richtig einen in die fresse bekommt…

“Diskriminierung, Psychoterror und sonstigermaßen die emotionale Komponente Betreffendes empfinde ich auch als Gewalt – nicht legitim.” – schön, nur leider findet das tagtäglich statt, und viele finden das, was Sie oder 1704 als nicht “legitim” ansehen, als völlig normal an, merken oft nicht einmal, daß sie gewalttätig sind…

die frage nach krieg beantwortet sich niemals von selbst! was machen “unsere Jungs” in Afghanistan? was machte die Bundeswehr im Kosovo? was passiert an der somalischen küste? es gibt auch indirekte beteiligungen an kriegen, z.b. indem man menschen ausbildet, um zu lernen das zu tun, was man u.u. nicht so gern selber macht… und vieles mehr!

evtl. sind Sie zu schnell mit Ihren antworten?

(selbstverständlich rede ich auch mit dingen, Sie etwa nicht? meinem papierkorb vertraute ich sogar meine größten geheimnisse an, aber seitdem der mit den mülltonnen ab und zu ein schwätzchen hält, erzähle ich ihm auch nicht mehr alles…)

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central station

1704

zu #6 von 1704 – es kommt gar nicht darauf an, was Sie hier nun als antwort dazu posten, sondern auf das, was Sie sich dazu denken.

Ähm. Also dann waren Ihre Fragen rein rhetorisch? Schließlich können Sie nicht wissen, was in meinem Kopf stattfindet. Wenn’s auf meine Antwort nicht ankommt, ja warum fragen Sie denn dann? :-)

Sie wollen zum Nachdenken anregen. Richtig?

gewalt ist deshalb ein wichtiges thema, weil es keinen staat, keine gesellschaft, kein system gibt, der/die/das ohne auskommt. und es gibt sogar soziologen, die meinen, daß gewalt(tätigkeit) etwas ist, was dem menschen naturgemäß eigen ist…

Der Meinung bin ich auch. Was nicht heißt, dass man das gut finden muss.
Egoismus ist dem Menschen auch naturgemäß eigen. Jedoch, wie Gewalt, nicht jedem Menschen im gleichen Maße.

Wie gesagt hätte ich gedacht, Sie wüssten bei “Gewalt” und “Ächtung” schon, was ich damit meine. Die (notwendige) Staatsgewalt kann ich nicht ächten. Ohne sie geht es nicht.
Jeder Mensch ist mehr oder weniger egoistisch. Er braucht gewisse Reglementierungen, wenn er in einer Gemeinschaft lebt. Über Art, Grad und Maß dieser Reglementierungen kann man streiten.

“verhältnismäßig”, “legitim” – alles juristische begriffe, aber recht und gesetz fallen nicht einfach vom himmel, und den “idealen” staat hat es wohl auch noch nie gegeben, von daher sind auch diese begriffe relativ in ihrem verständnis zu sehen… da hilft das StGB auch nicht weiter. in der heutigen form ist es verbindlich und verpflichtend, mehr aber auch nicht. es kann morgen geändert werden, es können dinge/handlungen, die heute erlaubt sind, morgen verboten sein und vice versa…

Ja, alles ist relativ. Aber was soll ich denn sagen? Sie fragen mich (und HV) wie ich dazu stehe. Meinetwegen denken Sie sich an Stelle von “legitim/ nicht legitim” eben: “Find ich ok/ find ich nicht ok”.

Und die Verhältnismäßigkeit? Auch wieder so ne Fangfrage.
Man kann’s nicht pauschalisieren. Es kommt immer auf den Einzelfall an.
Ich hab ehrlichgesagt aufs StGb verwiesen, um nicht weitere Fragen analysieren zu müssen. Sein Sie ehrlich, Sie hätten mich gefragt nach der Definition dieses Begriffs. Und dazu hätte ich selbst ne Tapete produzieren müssen.

Sie formulieren etwas leichtfertig: “Notwehr, Selbstverteidigung, Zivilcourage – legitim.” – wenn Sie sich mit juristischen fällen, in denen diese begriffe eine gewichtige rolle spielen, näher befassen, werden Sie auch sehen, was für ein schmaler grad oft herrscht zwischen “richtig” und “falsch” und wie wackelig das eigene rechtsempfinden dabei wegkommen kann…

Stimmt. Wie ich oben schon schrieb, jeder Fall ist individuell zu betrachten.
Deswegen kann ich keine befriedigende Antwort geben außer: Notwehr muss sein, Zivilcourage sollte sein. Über das Wie und Warum können wir hier nicht sprechen, es sei denn, Sie geben ein Beispiel vor.
Müssen Sie aber nicht :-) Mir wär’s ganz lieb, um ehrlich zu sein, wenn wir das jetzt einfach so stehen lassen könnten.

Jeder hat sein eigenes Rechtsempfinden. Meins deckt sich auch nicht immer mit dem derzeit geltenden Recht. Deswegen kann ich aber nicht rausgehen und Polizei spielen (obwohl der Impuls schon manchmal da ist), es sei denn, ich selbst oder jemand/etwas in meiner Gegenwart wird angegriffen.

widerstand. manche juristen meinen zum deutschen widerstandsrecht, daß es erst dann zur anwendung kommen darf, wenn sämtliche rechtsmittel ausgeschöpft worden sind. und das bedeutet in der konsequenz: eigentlich gar nicht. ein weites feld. es gibt zahlreiche zeitgenossen, die sich da etwas zurechtträumen, links wie rechts wie in der mitte…

Hm. Dazu kann ich jetzt nichts sagen.

kampfsport – es geht hier nicht unbedingt um die “zuschauer”, sondern um diejenigen, die sich (“nach allen regeln der kampfkunst”) kloppen. vergessen wir an diesem punkt nicht, daß Sie formulierten: “Gehört nicht Gewalt generell geächtet?” neuerdings wird ja zu meinem persönlichen entsetzen auch wieder verstärkt boxen live im fernsehen übertragen, sehen Sie sich einmal die gesichter der zuschauer dabei an, wenn einer der beiden so richtig einen in die fresse bekommt…

Hier bleibe ich dabei, dass keiner der Beteiligten dazu genötigt wird.
Nicht die Sportler, und nicht die Zuschauer.
Ich selbst schaue kein Boxen.

“Diskriminierung, Psychoterror und sonstigermaßen die emotionale Komponente Betreffendes empfinde ich auch als Gewalt – nicht legitim.” – schön, nur leider findet das tagtäglich statt, und viele finden das, was Sie oder 1704 als nicht “legitim” ansehen, als völlig normal an, merken oft nicht einmal, daß sie gewalttätig sind…

Zustimmung.

die frage nach krieg beantwortet sich niemals von selbst!

Nüch?
Gut, wenn man seinen Gesprächspartner nicht gut einschätzen kann, stimmt es wohl. Also:

was machen “unsere Jungs” in Afghanistan? was machte die Bundeswehr im Kosovo? was passiert an der somalischen küste? es gibt auch indirekte beteiligungen an kriegen, z.b. indem man menschen ausbildet, um zu lernen das zu tun, was man u.u. nicht so gern selber macht… und vieles mehr!

Ich stehe moralisch hinter nichts von dem, was Sie da aufzählen.

evtl. sind Sie zu schnell mit Ihren antworten?

Nö.
Doch um ehrlich zu sein hatte und habe ich keine Lust, hier Kilometertexte, Detail-Analysen und Abhandlungen zu bringen.
Sein Sie mir da bitte nicht böse.
Aber wie war das noch: “Sie stellen zu viele Fragen.” ,-)
Jetzt sind Sie derjenige.
Das Thema ist hochkomplex, und ich hab auch nicht auf alles ne eindeutige Antwort. Generell gilt für mich Post 1, ausgeführt in Post 13 und 15.

Vielleicht bringen ja noch andere sich und ihre Ansichten hier ein, das wär natürlich interessant.

(selbstverständlich rede ich auch mit dingen, Sie etwa nicht? meinem papierkorb vertraute ich sogar meine größten geheimnisse an, aber seitdem der mit den mülltonnen ab und zu ein schwätzchen hält, erzähle ich ihm auch nicht mehr alles…)

Für Sie mag das Spaß sein. Es gibt aber Leute, die…
Na, egal, gehört hier nicht hin ,-)

Wünsch Ihnen ne gute Nacht. Man liest sich.

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1704

@ central station #15

“rein rhetorisch?” – nein! warum ich dann frage? na, damit Sie die antworten dazu formulieren… zum nachdenken anregen, ja, aber auch, sich nicht sogleich mit der erstbesten antwort zufrieden geben, die einem halt gerade so einfällt, oder die auf den ersten blick so überaus einleuchtend erscheint…

“… Doch um ehrlich zu sein hatte und habe ich keine Lust, hier Kilometertexte, Detail-Analysen und Abhandlungen zu bringen.” – woran es wohl liegt, daß mich das nun so gar nicht überrascht? und, wie ich schon schrieb: “es kommt gar nicht darauf an, was Sie hier nun als antwort dazu posten, sondern auf das, was Sie sich dazu denken. “

“Für Sie mag das Spaß sein. Es gibt aber Leute, die… “ – ja, weiß ich! es war auch nicht ein spaß in dem sinne, wie Sie ihn verstehen, spielt aber keine rolle…

trotzdem, danke für die doch recht “lange tapete”!

man liest sich!

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Steffka (HSB)

Mal wieder schließe ich die Kommentare aufgrund persönlicher Anfeindungen und kindischen Verhaltens.