Sonnabend, den 14. November 2009

Bernd in am 14. November 2009, 09:05   7 Leserbriefe »

Chopin für die Sicherheit? Ist heute der 1. April? Nein! Doch wenn lese, wie die BVG unliebsame Personen fern halten will, fallen mir die Schildbürger ein. Anderen Ortes wird funktionelle Musik eingesetzt, um die Menschen heiter zu stimmen. Damit sie mehr kaufen. Wie wirkt Musik nun? Abschreckend oder einladend? Und überhaupt: Wie man den Erfolg der Aktion messen will, verrät die BVG auch nicht.

Zu den Themen Gewalt und Brandstiftung gibt es neben der offiziellen Studie eine kriminologische Einschätzung. Herr Pfeiffer rät zu Unterwanderung und Mitleidsberichterstattung.

Was noch?

Ein mehrheitsfähiges Wochenende wünscht
Bernd

7 Kommentare

1

ulla

@Bernd

Als kleine Ergänzung zu Ihrem Beitrag:

www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0

Vielleicht klappt der BVG-Versuch ja auch ;-)

2

Fritzcat

Akustische Umweltverschmutzung, nenne ich das.
Chopin und Mozart drehen sich im Grabe, wozu ihre Musik verkommt ja geradezu vergewaltigt wird.
Ältere Herrschaften müssen sich dafür teure Konzerttickets kaufen.

Ich empfehle der sog. Führungsetage selbst zu singen.
Man könnte auch das Personal dazu animieren über Lautsprecher zu singen.
Das nennt man dann Katzengejammer.

Vielleicht würde das ja ebenso in Bussen gewaltbereite Jugendliche dazu animieren, freiwillig den Bus zu verlassen, ohne auf den Busfahrer einzudreschen

3

Helen

Vielleicht sollten die Medien wirklich mal darüber berichten, wie es einem Menschen geht, dem das Auto abgefackelt wurde und welche Konsequenzen sich für ihn daraus ergeben. Und damit würde der Abfackler ins Abseits geraten.

4

aufrechtgehn

2006 hab ich das in Kopenhagen kennen gelernt, die Ausgänge des dortigen Hauptbahnhofs werden ebenfalls zum Abschrecken von Junkies mit Klassik beschallt, es scheint zu funktionieren. Und so wie bei der von Bernd erwähnten Muzak im Supermarkt ja auch unterschiedliche Zielgruppen mit unterschiedlichen Stilen angesprochen werden (Schlagerhaftes für die Hausfrauen, Pop für Jugendliche etc.), gibt es für die Meisten doch auch Musik, die man hasst (mich könnte die BVG z.B. mit Enya verjagen). Ich finde diese Methode immer noch symphatischer als schwarze Sherrifs.

5

Hernando Velasquez

Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass die Beschallung ihren Zweck erfüllt.

Bei mir jedenfalls funktioniert es: Ich meide konsequent solche Passagen in irgendwelchen Arkaden u.ä., in denen sich Läden mit Bekleidung für Jugendliche befinden. Dort dröhnt 12 Stunden am Tag der entartete Techno-Lärm in den Gang.
Grauenhaft.
Wie das die VerkäuferInnen und Verkäufer aushalten, ist mir ein Rätsel.

6

1704

@ aufrechtgehn #4

“2006 hab ich das in Kopenhagen kennen gelernt, die Ausgänge des dortigen Hauptbahnhofs werden ebenfalls zum Abschrecken von Junkies mit Klassik beschallt, es scheint zu funktionieren…”

muß ich doch ein wenig amüsiert lächeln. ich habe jahre in Kopenhagen gelebt, und ich bin auch zwischenzeitlich immer mal wieder für längere zeit dort: glauben Sie es mir, oder glauben Sie es mir nicht, aber durch beschallung mit klassischer musik hat man da ganz sicher nicht erfolgreich junkies vertrieben. aber einmal nachgefragt: haben Sie dort diesbzgl. informationen eingeholt, hat man es Ihnen so erzählt oder haben Sie sich das so zusammengereimt (dieses: “in Kopenhagen… zum Abschrecken von Junkies mit Klassik beschallt…”)?

7

necurryauffefaust

das läuft in hamburg am hauptbahnhof schon seit jahren so.
dennoch treiben sich dort zwielichtige gestalten rum.

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