Dienstag, den 24. November 2009

Linda in am 24. November 2009, 11:20   15 Leserbriefe »

Heute die aktuellen Stadtnachrichten in Schlagzeilenform:

15 Kommentare

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1704

was von diesem “studentenstreik” zu halten ist, offenbart ja ein wenig der artikel der taz, auf den hier im thread-text verwiesen wird:

“… An der Humboldt-Universität (HU) ist die Meldung von der geplatzten TU-Besetzung erst am Montagmittag angekommen. ‘Das höre ich zum ersten Mal. Das ist schade, hat aber keine Auswirkung auf unsere Besetzung’, erklärt Gerrit Aust vom Asta der HU. ‘Unser Präsident hat gesagt, dass wir so lange bleiben dürfen, wie wir wollen.’ Über mangelnde Beteiligung an der Besetzung können sich die HU-Studierenden nicht beklagen.” (hervorhebung 1704)

2

Hernando Velasquez

Ich hab ja schon anderswo geschrieben: Ich find unsere heutigen Studenten lieb.
Sprache, Mimik, Gestik, Outfit, Umgangsformen – alles ok!
Von Fleiß und Leistungsorientierung mal gar nicht zu reden.

Und besonders schön: Es gibt kaum einen Unterschied zwischen Berlin und Bayern.

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1704

@ Hernando Velasquez #2

“Und besonders schön: Es gibt kaum einen Unterschied zwischen Berlin und Bayern.”

ja, des einen freud ist des anderen leid…

ich kann mich übrigens zumindest bzgl. München auch an eine zeit erinnern, da war das auch mal so, aber wohl gerade so, wie Sie es nicht gut finden, gerade zu studentisch bewegten zeiten. aber lang lang ist´s her. und die “Bayern” galten mal als ein recht aufmüpfiges völkchen, aber irgendetwas hat sie im laufe der zeit eben lammfromm werden lassen. vielleicht liegt´s an der höhe der berge? oder weil das offene meer so weit weg? man weiß es einfach nicht…

4

frau zauder

ich finde, wer über streikende studierende mosert, sollte sich mal in eine vollversammlung setzen und erleben, wie viel mühe sich da junge menschen geben, ihrer kritik auch konstruktives folgen zu lassen. schließlich geht es ja darum, dass sich auch wirklich was verändert und darum braucht der protest auch diskussion und dialog und: von den diskussionformen kann sich so manche plenarsitzungen mal ne scheibe abschneiden. in meinen augen müssen die studierenden in ihren protestformen und reformforderungen nicht belächelt werden, sondern ernst genommen und unterstützt werden. erstmal zuhören, versuchen zu verstehen und dann – wenn sein muss – konstruktiv kritisieren oder einsehen, dass was dran ist: wie wärs?

außerdem: nur der hörsaal der tu ist nicht mehr besetzt. nur wegen der verallgemeinerten schlagzeile, die ja eine gewisse häme nicht verleugnet?

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ICCHO TOLOT

wer braucht sie denn auch die neuauflage der ehemaligen berliner westtangente? keiner !!
zerhaut nur bestehende kieze und wohnraum sonst nix………………….

6

linda (hsb)

… ich ändere gleich mal …

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1704

@ frau zauder #4

falls sich Ihr beitrag (auch) an den von 1704 richtet: ich kenne das alles, wovon sie hier reden, aber ich habe selbst oft genug auch erlebt, wie das so ist, wenn ein “streik” zerbröselt, wenn aktionen sich schon vor der zeit erschöpfen. und ich bin mir auch keineswegs sicher, ob sich dieser “streik” über weihnachten und neujahr retten kann. man kennt das nämlich zur genüge, und die “gegenseite” ist ja auch nicht nur von gestern… ich sehe hier auch “allianzen” und interessenverflechtungen, von denen man nicht sicher wissen kann, ob am ende das dabei herauskommt, weswegen die studenten den “streik” eigentlich einmal angefangen haben. ein wenig hat das ganze ja so etwas an sich wie einen pudding an die wand nageln zu wollen… meine solidarität haben sie trotzdem, habe schließlich selbst einmal so etwas wie “hochschulpolitik” mitgemacht…

das erste beruhigungspflaster wurde ja schon verteilt: die angekündigte erhöhung des BaföGs, aber es ist auch sehr durchsichtig, warum die jetzt kommt, und daß sie mit den problemen an der uni nur bedingt etwas zu tun hat, aber politik funktioniert halt so, und, ganz ehrlich, ich bin mir ganz und gar nicht sicher, ob die studies das blicken…

8

tomatensaft

Von der Erhöhung des BaföGs halte ich auch nicht allzu viel. An unserem Fachbereich werden auch immer mehr Vorlesungen weggekürzt, die dann doch bitte im Selbststudium nachzuholen sind…Da nützt mir mehr Geld auch nicht viel. Die Mittel sollten an die Hochschulen verteilt werden.
Das nutzt dann auch denen, die kein BaföG beziehen.

9

frau zauder

@1704 @tomatensaft

Ja, es ist sehr zu hoffen, dass die studierenden merken, wenn man ihnen brosamen hinwirft. bafögerhöhung und abschaffung der anwesenheitspflicht schön und gut, aber was ist damit langfristig gewonnen? Eine diskussion über studienbedingungen geschweige denn grundlegende strukturkorrekturen ist damit nicht angestoßen. Damit die sache einen langen atem hat, müssten sich auch andere (hochschul-)gruppen positionieren: gestern schlug eine politikerin auf einem symposium vor, man solle doch die doktorandinnen der graduiertenschulen unterrichten lassen, da gäbe es noch viele kapazitäten. und das löst dann die probleme, schafft eine kontinuierliche, qualitativ hochwertige lehre, intensive betreuung, freiräume zum denken und weniger stress für die studierenden? das bedeutet nur, dass es keine mitarbeiter_innen mehr gibt, keine langfristigen stellen usw., also auch niemanden, der sich engagieren wird, der korrigieren will und vor allem; noch mehr zentralismus. Genau das gegenteil von einer demokratisierung der hochschulen, die gerade von den studierenden eingefordert wird.

damit das nicht alles im sande verläuft, müssen eben auch mehr leute mitmachen. die streikenden studierenden sind doch keine kleine linke minderheit, sondern sie setzen sich für die belange aller studierenden ein. und wer profitieren will, muss sich eben auch engagieren und vielleicht auch darüber mitdiskutieren, welche Formen der Auseinandersetzung angebracht sind.

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1704

@ frau zauder #9

kann Ihrem beitrag mühelos zustimmen, und wollen wir hoffen (und/oder auch etwas dafür tun), daß die anliegen der studierenden wirklich ernst genommen werden…

eine kleine frage hätte ich aber noch: wenn diese kritik, wie sie heute von seiten der studierenden formuliert wird, lediglich von einer kleinen linken minderheit vorgetragen würde, wären diese forderungen dann (für Sie9 weniger berechtigt und weniger unterstützungswürdig?

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frau zauder

@1704

nee, natürlich gar nicht. ist nur immer so ein argument… sorry, muss ich auch aufpassen, was ich schreibe!

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Jürgen (hsb)

Meine Tochter steckt gerade in der Endphase eines Bachelorstudiums. Das Studium ist vollgestopft mit Stoff, wie für ein Diplom und in der Zeit nicht zu schaffen. Um a l l e s muß sich der Student allein kümmern, die Verwaltung sitzt auf ihren Stühlen und bewegt ihren Hintern nicht. Hier werden immer die Studenten kritisiert. Was tut der Bund bzw. die Bundesländer mit der Kultusministerkonferenz, die diesen ganzen verquasten Mist mit Bachelor usw. auf den Weg gebracht haben und die nun wieder ewig brauchen werden, um das zu korrigieren. Die Struktur des Bildungs- und Studiensystems in Deutschland ist unter dem Strich eine Katastrophe und in seinen Auswirkungen verheerender als die Kleinstaaterei um 1800 in Deutschland.
Es wäre wirklich an der Zeit, daß die Studenten mal richtig auf den Putz hauen, denn allein bewegt sich scheinbar gar nichts oder verendet in der Langsamkeit des bestehenden Apparates. Andererseits werden die Studenten allein durch die sich anschließende Realität des Arbeitsmarktes gezwungen, mehr oder weniger still zu halten, nicht aufzumucken und das Studium so gut wie möglich zu absolvieren. Wie soll das weitergehen?!

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cora

Eine Freundin von mir hat gerade ihre Dipl.- Arbeit geschrieben (Natur- und Grünflächenschutz (oder so), seit September bekommt sie kein Bafög mehr, finanziert sich aus erspartem und dem Nebenjob (den sie während der Jahre des Studiums und während der Zeit des Fachabiturs innehat)…

Naja, bisher fand sich keine Stelle, die irgendwas bezuschusst….Wohnung, Essen etc…

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Helen

Ich habe eben von meinem Enkel, der im Ausland studiert, eine Mail bekommen, daß er wenig Verständnis für die Proteste hat. (Ich halte ihn soweit wie möglich über Ereignisse hier in Berlin auf dem laufenden – wie z.B. Fußball auch). Seine Meinung will ich hier nicht weitergeben. Überrascht war ich doch ein bißchen.

15

frau zauder

@jürgen (hsb)

zwar ist das überhaupt nicht die lösung der probleme, aber viele unis bieten an vielen instituten hilfe für studierende, z.B. in mentoringbüros.

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