Donnerstag, den 11. März 2010
Jürgen in Schlagzeilen am 11. März 2010, 08:52 22 Leserbriefe »
Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht, sagt das Sprichwort. Das erste Beispiel liefert die Berliner Treberhilfe, genauer gesagt, sein noch beurlaubter Chef:
- Treberhilfe-Chef soll öffentliche Gelder veruntreut haben. Senatorin Bluhm schaltet die Staatsanwaltschaft ein. Problematisch erscheint auch, daß die Aufklärung dieser Sache durch den neuen Aufsichtsrat offenbar an Grenzen stößt.
- SPD-Mann Ralf Hillenberg ist aus der Fraktion ausgetreten, will aber sein Mandat behalten. Aber noch einmal die Frage: Wer hat hier nicht richtig kontrolliert?
- Die Diebe bei der Pokerrunde waren Anfänger und hätten jede Menge Spuren hinterlassen, so hieß es. Jetzt wird gesucht. Bisher wurde nichts gefunden.
- Man muß nur lange genug die Werbetrommel rühren, dann fahren die Leute schon in den Urlaub, wenn sie das Geld haben. Herr Wowereit will beim Rundgang zur ITB gute Laune verbreiten.
- Es gibt sie überall, die geistigen Brandstifter und die körperlichen oder sagt man besser ausführenden? Ein Überfall auf einen Laden der Linken.
Zum Schluß noch dies:
- Unternehmer findet keine Arbeitskräfte. Diese Nachricht wäre es vielleicht wert, mal etwas genauer untersucht zu werden, wozu ich aus Zeitgründen heut nicht in der Lage bin. Vielleicht bekommt man ja raus, welche Arbeitsagentur das war, um ein paar mehr Informationen zu erhalten. Die erste Frage wäre aber: Was heißt 8,40 €/h inklusive aller Rahmendaten?
22 Kommentare
oStsEE
am 11. März 2010, 09:43 #
Die Eine, die einen der angebotenen Jobs “genommen” hat, war ja schon vor zwei Tagen im Interview..
www.tagesspiegel.de/wirtschaft/Mindestlohn
20 Stunden – Verträge und bis 40 Stunden arbeiten – damit ist der AG aber aus vielen Nummern raus (siehe Kommentare).
Jürgen
am 11. März 2010, 09:45 #
Bzgl. Treberhilfe: Und das alles kommt nur deshalb zu Tage, weil Hr. Ehlert ein Bußgeld wegen Geschwindigkeitsübertretung nicht zahlen wollte. Gier vernebelt anscheinend völlig das Gehirn.
ulla
am 11. März 2010, 12:11 #
Nächstes Mal gehen linke Gruppierungen wieder auf Thor Steinar-Läden oder von Rechten bevorzugte Kneipen los – das hält sich die Waage mit den Angiffen von Rechts auf Links und umgekehrt.
Muß man alles nicht so verbissen sehen, ein Bürgerkrieg ist deshalb noch nicht zu befürchten.
1704
am 11. März 2010, 14:03 #
@ ulla #3
was für einen unsinn Sie schreiben können – wenn ein bürgerkrieg tatsächlich zu befürchten ist, dann sind sämtliche (politischen) fehler bereits gemacht.
und wenn ich, und sei es auch in der taz, “alle betroffenen Einrichtungen werden einem linksalternativen Spektrum zugeordnet” lese, und dann “draußen im lande” das so verstanden wird, als wären das alles “linke”, dann weiß ich, daß die taz leider auch dazu beiträgt, daß in diesem lande vieles sehr unreflektiert und völlig undifferenziert betrachtet wird…
Subway
am 11. März 2010, 14:05 #
@Ulla
Wer sieht denn hier was “verbissen”?
Es wird lediglich erwähnt, was passiert ist.
Brandanschläge kann man wohl gar nicht verbissen genug sehen.
Warum Sie hier versuchen zu verharmlosen, oder gleich wieder auf linke Gruppen hinweisen, ist mir ehrlichgesagt nicht so ganz klar.
ulla
am 11. März 2010, 14:44 #
Von Brandanschlägen haben aber Sie jetzt angefangen, @subway, ich nicht – ich habe die auch nicht verharmlost. Die Angriffe von links auf rechts und von rechts auf links sind nun wirklich ein offenes Geheimnis. Ich sag’ ja immer wieder: Alle ab auf’s Tempelhofer Feld. Da können sie sich prügeln bis der Arzt kommt.
am 11. März 2010, 14:44 #
In erster Linie ist auch egal ob linke oder rechte Brandstifter, Randalierer etc… Das sind Straftaten und müssen entsprechend geahndet werden. Solange die Presse auf solche Vorkommnisse aufmerksam macht muss sich die Obrigkeit auch mit der entsprechenden Sorgfalt darum kümmern (nicht dass das sonst nicht der Fall wäre aber hier guckt nunmal jetzt die Öffentlichkeit drauf).
am 11. März 2010, 15:32 #
Wenn ich mir so überlege, dass 8,40 Euro mal 16 DM waren… Und wenn ich mir dann überlege, dass das Mindestlohnniveau ist, frage ich mich, wieviel wir alle damals normalverdient haben. Normalverdient!
Subway
am 11. März 2010, 15:36 #
Habe mich vom Begriff “Brandstifter” irreleiten lassen. Pardon! Meine Aussage bleibt aber dieselbe. Auch Steinwürfe sind nicht zu verharmlosen, und @Ulla, wenn die “Linken” und “Rechten” es “nur” aufeinander abgesehen hätten… – haben sie aber nicht! Letztere sind Menschenverächter!
Sigurd
am 11. März 2010, 19:48 #
Die Diebe waren Anfänger. Die Diebe haben sich doof angestellt. So konnte man es überall hören und lesen. Taucht die Frage auf, wie sieht es dann bei den Ermittlern aus? Wenn die Diebe sich so blöd anstellten und so viele Spuren hinterließen, sollte es möglich sein, sie schnell dingfest zu machen.
Oder möchte da jemand die Ermittler blöd aussehen lassen? Haben wir etwa schon Wahlkampf?
Ach Quatsch, keine Spekulationen.
Helen
am 11. März 2010, 21:28 #
Die Ausführungen von Frau Bluhm habe ich mit Verwunderung vernommen. Jeder Hartz-4 Empfänger muß Überprüfungen über sich ergehen lassen, bevor er sein Geld bekommt, und ein Verein, der vom Senat sein Geld bekommt, darf sich nicht kontrollieren lassen. Was sind das für Gesetze.
In der Zwischenzeit ist Herr Dane abgesetzt worden, denn er hat sich auch öffentlich geäußert, was ihm verboten worden war. Ich hoffe, ich liege hier richtig mit dem letzten Satz.
am 11. März 2010, 22:15 #
@ Helen #11
evtl. kann Ihnen das hier, s. link, mehr aufschluß darum geben, was bzgl. Treberhilfe intern so abgeht. wichtig zum verständnis auch: “Die Treberhilfe besteht aus einem Verein und einer gemeinnützigen GmbH (gGmbH), die als Mitglied zur Diakonie gehört.” und “Dass es in Berlin überhaupt so weit kommen konnte, sieht Ex-Senatorin Knake-Werner in den undurchsichtigen Geschäftsstrukturen der Treberhilfe begründet, die eine Kontrolle erschweren würden. Außerdem sei ihr von Mitarbeitern der Treberhilfe zugetragen worden, dass sich die Verhältnisse bei dem Sozialträger erst zugespitzt hätten, nachdem 2006 neben dem Verein die gGmbH installiert worden sei.” (quelle: link)
Bricky
am 11. März 2010, 22:23 #
Na, dann soll der “nette” Chef doch auch mal kalt Duschen gehen :-))
Helen
am 11. März 2010, 22:29 #
Das habe ich gelesen, auch Artikel in anderen Zeitungen.
Die Überprüfungen betreffen ja auch andere Vereine.
1704
am 11. März 2010, 23:19 #
@ Helen #14
es war völlig klar, daß Ehlert erstens in der Treberhilfe nicht allein ist, zweitens, er sich nicht so einfach herausdrängen lassen wird, aber letzten endes auch wird einsehen müssen, daß er am ende seiner “erfolgsstory” angekommen ist. andererseits ist da ein kuchen, der verteilt werden will, da gibt es bekanntlich immer gerangel.
positiv an dieser geschichte wäre, wenn sich eine überprüfbarkeit der leistungen mit den erbrachten geldern so verkoppeln ließe, daß die hilfebedürftigen die hilfe bekommen, die notwendig ist, und sicher gestellt ist, daß die zur verfügung gestellten mitteln auch tatsächlich ihren zwecken zugeführt werden…
Peter B.
am 12. März 2010, 09:31 #
Noch ein Wort zur Treberhilfe im Besonderen und zur Gesellschaft im Allgemeinen. Die an sich gesellschaftlich notwendige, und nur am Kopf pervertierende und faulende Treberhilfe, ist, was ihre Zersetzung anbelangt, ein Produkt dieser Gesellschaft. Einer Gesellschaft, die ihren Zenit längst überschritten hat. In allen Bereichen. Sie ist weder in der Lage die sozialen Widersprüche dieses Landes, noch die der globalen Welt zu lösen. Sie ist unfähig aus Fehlern zu lernen, sei es nun die Finanzkrise oder die weltweiten Klimaveränderungen. Bisher war es immer wieder gelungen, den sozialen Widersprüchen die Spitze abzuschneiden, um die Menschen zu beruhigen. Meist mit Geld und Versprechungen für noch mehr Geld. Man pumpt Geld in Banken, das nicht mehr ist, als bedrucktes Papier und das von niemandem mehr ernst genommene Versprechen, es irgendwann einmal zurückzufordern bzw. zurückzuzahlen. Zahllose ungedeckte Schecks wurden und werden tagtäglich ausgeschrieben. Schecks, für die im Prinzip keine Deckung mehr vorhanden ist. Trotz dieser schlimmen Lage in der kapitalistischen Welt, und das ist im Prinzip die ganze Welt, blasen die am höchsten verschuldeten “Supermächte” die Backen auf, stellen Forderungen und versuchen anderen ihre Vorstellungen aufzudrücken. Wer glaubt daran, dass die mit Trillionen Dollar verschuldete USA, jemals schuldenfrei wird? Keiner.
Und dennoch leistet es sich dieser Staat Kriege zu führen, die weitere Billionen verschlingen. Womit? Nicht mit durch Wirtschaftskraft erlangtem Geld. Und so bewegt sich die kapitalistische Welt langsam aber sicher auf ihren Untergang zu. Unaufhaltsam, wenn nicht endlich jemand auf die Idee kommt, eine völlig neue gesellschaftliche Idee zu entwickeln, die sich nicht am Profit, sondern am Überleben der Menschheit orientiert, den Menschen als Subjekt des Fortschritts definiert und begreift. Wir brauchen nicht noch mehr bedrucktes Papier, was wir als Geld bezeichnen. Wir brauchen nicht noch mehr neue Autos, Fernseher, Waschmaschinen etc. Wir brauchen revolutionäre, tragfähige gesellschaftspolitische Konzepte. Oder wir gehen unter. Und damit eines gleich klar ist. Ich sehne mich nicht nach einer Gesellschaft, die der des real erlebten Sozialismus entspricht.
stubenrevoluzzer
am 12. März 2010, 10:08 #
@Peter B.
wenn nicht endlich jemand auf die Idee kommt, eine völlig neue gesellschaftliche Idee zu entwickeln
Machen Sie doch mal den Anfang. Auf “die Gesellschaft” (oder ähnliche Abstrakta) schimpft es sich immer leicht.
Was tun Sie denn konkret, um an der “Revolution” mitzuwirken?
Sind Sie politisch aktiv? Verzichten Sie auf Konsumgüter und Geld?
Steckt viel richtiges in Ihren worten. Aber man muss es auch umsetzen. Reden (schreiben) können wir alle.
Ich warte auf Ihre “revolutionären, tragfähigen gesellschaftspolitischen Konzepte”.
Hernando
am 12. März 2010, 10:53 #
Ein Überfall auf einen Laden der Linken.
Mit solche Meldungen werden wir wahrscheinlich in den nächsten Wochen überschüttet.
Die Stimmung zum 1. Mai muss ja langsam aufgeheizt werden.
@Jürgen meine ich damit nicht.
Solche Meldungen passen da nicht so gut in den Kram.
1704
am 12. März 2010, 13:39 #
@ Hernando #18
natürlich paßt das: “Im Jahr 2009 seien 102 Gewaltangriffe registriert worden, sagte Reachout-Mitarbeiterin Sabine Seyb am Dienstag in Berlin. Im Vorjahr waren es noch 148 Taten. ‘Die gesunkenen Zahlen bieten aber keinen Grund zur Entwarnung’, sagte Seyb. Es gebe eine hohe Dunkelziffer…
Einen Grund für den Rückgang der Zahlen sieht Seyb in einer Schwächung der rechten Szene. ‘Viele müssen derzeit Bewährungs- oder Haftstrafen verbüßen.’ Dadurch seien vor allem Übergriffe auf politische Gegner und Mitglieder der ‘Alternativen’ gesunken. Die Zahl rassistisch motivierter Gewalttaten sei mit 53 allerdings nach wie vor auf einem hohen Niveau…”
(quelle: link in #18)
und, das wollen wir nicht ganz vergessen, auch in früheren zeiträumen gab es phasen, in denen die zahlen einen rückgang verzeichneten, nur leider kamen bislang danach immer wieder anstiege…
# 10
na das, was ich geschrieben habe…
Hernando
am 12. März 2010, 13:52 #
@1704
Sie sind doch sonst der Statistk-Fetischist.
Die harten Zahlen tun sie ab, weil Sie nicht ins Bild passen.
Stürzen sich stattdessen auf den Beikram aus Vermutungen und persönlichen Stellungnahmen.
Warum bringen Sie den Text aus meinem Link hier rein?
Halten Sie die Mitblogger für für so unfähig?
1704
am 12. März 2010, 14:35 #
@ Hernando #21
daß mit dem “Statistik-Fetischist” ist eine Ihrer liebgewordenen zwangsvorstellungen bzgl. 1704 – aber ich weiß gerade bzgl. “rechter gewaltkriminalität” oder “rassistisch motivierter gewalt”, daß die einordnung als solche durch die zuständigen stellen oft nicht erfolgt (ich mache mir hier einmal keine gedanken darum, warum das so ist und durch welche faktoren das begünstigt wird). und die dunkelziffer ist tatsächlich sehr hoch, weil viele opfer tatsächlich entweder bedroht werden oder eingeschüchtert oder fürchten müssen, daß sie z.b. bzgl. einer anzeige erhebliches in kauf zu nehmen hätten. dazu gibt es jede menge material, können Sie alles selbst recherchieren, ist auch nicht schwer zu finden, man muß es nur zur kenntnis nehmen wollen!
die text-auszüge habe ich deshalb hier eingestellt, damit nicht nur die überschrift gelesen wird, ich halte die mitblogger nicht für “unfähig”, sondern oftmals, aus zeitgründen oder anderen gründen oder weil es etwas mühe macht, einen artikel, insbesondere, wenn es ein längerer ist, ganz zu lesen, für mehrheitlich “text-überflieger”. im übrigen wird es Sie doch nicht stören, wenn ich Sie sinnvoll ergänze oder den einen oder anderen aspekt ein wenig mehr in den fokus der betrachtung rücke, der sonst evtl. gar nicht entsprechend gewürdigt werden würde? zum anderen weiß ich aus erfahrung, daß viele menschen darauf verzichten, einen artikel in gänze zu lesen, stattdessen meinen, durch die überschrift zu einem artikel so etwas wie die quintessenz des textes vor sich zu haben, als sei die überschrift so eine art zusammenfassung des textes, was überschriften aber oftmals gar nicht sind…