Donnerstag, den 29. Juli 2010
Harald in Schlagzeilen am 29. Juli 2010, 08:15 11 Leserbriefe »
“Narrenhände beschmieren Tisch und Wände” heisst ein altes Sprichwort. Die einen beschmieren wieder mal die altehrwürdige East Side Gallery, obwohl die doch gerade aufwändig saniert wurde und Schilder darauf hinweisen, dass das Sachbeschädigung ist und “eigentlich” strafbar. Aber der Bezirk hat kein Geld, das Verbot zu überwachen, worüber sich nun die Initiative um Kani Alavi beschwert. Die anderen wurden beim Beschmieren einer S-Bahn in Buch erwischt. Zwei haben gesprayt, der Dritte das Duo mit einer Waffe beschützt!
Die zwei bekannten Kinderdealer sind wieder dingfest gemacht worden und wurden nach Brandenburg verfrachtet. Das ist ja eigentlich schon Strafe genug, oder? Darüberhinaus soll jetzt geklärt werden, wie alt sie wirklich sind.
Unser Bürgermeister ist auf Sommertour und war gestern eher gelangweilt in Pankow unterwegs. Unterwegs sollen auch Flüchtlinge wieder sein dürfen, Berlin und Brandenburg haben die Residenzpflicht vorerst abgeschafft. Berliner Flüchtlinge dürfen damit Brandenburg besuchen und umgekehrt. Frage: Wer profitiert wohl mehr von dieser Regelung?
Noch was vom Film: Das Berliner Verwaltungsgericht hat der Polizei untersagt, bei friedlichen Demonstrationen zu filmen. Die Kernaussage: “Für eine Einschränkung des Versammlungsrechts durch eine Videoüberwachung gebe es nur dann eine rechtliche Grundlage, wenn von der Versammlung eine “erhebliche Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung” ausgeht”. Das Aus für alle Hobbyfilmer bei der Polizei. Die URL der TAZ heißt interessanterweise “polizei-schiesst-zu-viel”. Ist man da nicht über das Ziel hinausgeschossen?
11 Kommentare
ulla
am 29. Juli 2010, 09:04 #
Da hat sich @Michael nun völlig umsonst aufgerieben mit seiner Arbeit an der East Side Gallery und unseren Debatten hier im Blog. Damals war er ganz entsetzt, als ich schrieb, die Gallery gehört ins Museum – wobei ich natürlich auch nicht so genau weiß, wie man 1,3 km Mauer dort unterbringen kann – und ansonsten gibt’s Postkarten mit dem Bild derr Gallery drauf zu kaufen. Daß ich im Grunde genommen Recht hatte, freut mich aber kein bißchen.
Bei der Gelegenheit: Wo ist @Michael abgeblieben? Doch hoffentlich nicht irgendwo in den norwegischen Weiten verschollen.
ulla
am 29. Juli 2010, 09:24 #
…und immer noch im netzfreien Raum? Grüßen Sie ihn bitte von mir, wenn Sie mal wieder mit ihm sprechen.
oStsEE
am 29. Juli 2010, 17:29 #
Der Berliner Polizeipräsident zeigt sich übrigens von dem Urteil unbeeindruckt und will weiter filmen lassen:
Hernando
am 29. Juli 2010, 18:18 #
Auch weltfremden Gerichten kann man beikommen: Die von der Mehrheit gewählten Volksvertreter ändern die Gesetze, notfalls die Verfassung.
Dann passt das auch wieder mit dem Filmen zur Verbrechensbekämpfung und -aufklärung.
—
Bitte auch von mir liebe Grüße an @Michael.
Ich vermisse ihn auch.
Seine Meinung zur “Kommentarpolitik” würde mich interessieren.
Helen
am 29. Juli 2010, 21:20 #
East-Side -Warum gibt man nicht eine Fläche frei, auf dem sich die jungen Leute verewigen können? Eine am Anfang bzw. Ostbahnhof und an der Oberbaumbrücke mit einem Hinweis, mal ausprobieren vielleicht klappt’s.
ulla
am 29. Juli 2010, 21:34 #
@Helen
Ich glaube einerseits, auf freigegebenen Flächen fehlt den Schmierfinken dann der “Kick” und andererseits, daß sich da viele Touristen verewigen um der staunenden Nachweltt zu verkünden “Paul und Klärchen aus Espelkamp-City grüßen Berlin” oder “Peter was here” und was der netten Inschriften mehr an solch markanten Punkten mehr sind.
ulla
am 29. Juli 2010, 21:37 #
Huch, die Müdigkeit…
Ein t und ein “mehr” dürfen ersatzlos gestrichen werden.
Helen
am 29. Juli 2010, 21:41 #
@ Ulla
Aber es ist eben ein Gästebuch – und in vielen stehen auch nicht andere Sätze drin. Sicherlich werden von einer freien Fläche mehr animiert etwas zu schreiben, aber man sollte es versuchen.
Und wenn da steht “Peter war hier”, dann fangen manche an zu grübeln, welcher Peter denn.
Außerdem glaube ich nicht, daß das alles Schmierfinken, in dem Sinne wie wir das verstehen, sind. Und die meisten Besucher sind sicher keine Berliner, das sind die größten Schmierfinken.
ulla
am 29. Juli 2010, 22:06 #
@Helen
ist wohl ein kleines Mißverständnis. Ich meinte schon einerseits Schmierfinken in dem Sinne wie wir es verstehen und die meist Berliner sind und andererseits diese “witzige” Art von Touristen, die gerne ihre “Visitenkarte” überall hinterläßt.