Mammi-Blues
Claudia in Schlagzeilen am 29. Juli 2010, 19:40 13 Kommentare »
Sie nennen das jetzt sommerlochwichtig „Die Macchiato-Mütter-Debatte“ und die taz hat schon am 16.07.2010 von den alten Geschlechterfallen erzählt, in die die gut ausgebildeten bürgerlichen Prenzlauer Berg-Muttis tappen. Bei denen ist nämlich auch nur Schluss mit lustig, wenn Papi die familiären Segel und finanziellen Zuwendungen streicht.
Heute antwortet – ebenfalls in der taz– die Simone der Julia und hätte gerne, dass (nicht nur) die Prenzel-Muttis beim Latte ihr Rollenverständis überdenken mögen, bevor sie sich dem Selbstmitleid im Szenecafé hingeben.
Geschlechterrevolte 2010, bezirksbedingt? Jedenfalls gibt es in Neukölln deutlich weniger Szenecafés, da herrscht noch Zucht und Ordnung, die Ehen bleiben bestehen, die eine Hälfte im türkischen Supermarkt, der andere Hälfterich im Sportwettencenter. Und Geld war hier schon immer knapp.
13 Kommentare
Hernando
am 29. Juli 2010, 21:02 #
Also wenn schon so ein Pillepalle, dann doch lieber in Frau im Spiegel oder Super-Illu.
Da weiß man wenigstens, dass es nicht ernst gemeint ist und nur das Blatt voll machen muss.
An die taz hat man aber dann aber doch noch gewisse Erwartungen.
Die Autorin Simone Schmollack, die auch für die GRÜNEN-Stiftung arbeitet, ist aber ohnehin mit Vorsicht zu genießen.
Man denke nur an ihre Meisterleistung, die Story über das angebliche Verhältnis Oskar Lafontaines mit Sarah Wagenknecht.
Link
Ich habe Verwandtschaft und Freundschaft in PB, die seit 40 und seit 20 Jahren dort wohnen, und kenne den Kiez auch selbst recht gut.
Für 1 – 5% mag das vielleicht zutreffen, was die taz da kolportiert über die Mütter vom PB.
Hingestellt wird es als Hauptphänomen dieser Gegend.
Sowas sollte man mal mit anderen Minderheiten machen. Da wäre der Aufschrei groß.
Auch hier bei einigen Bloggern und Kommentatoren.
…die eine Hälfte im türkischen Supermarkt, der andere Hälfterich im Sportwettencenter.
Schon wieder so eine unzulässige Verallgemeinerung.
In Männercafes sitzen mindestens so viele rum wie in Sportwettencentern.
1704
am 29. Juli 2010, 23:50 #
mich würde ja von der autorin dieses beitrags eigentlich nur interessieren, ob sie diesen beitrag nun “politisch” oder “unpolitisch” versteht, die aussage dieses artikels posts dürfte ja wohl ein wenig in den luftleeren raum führen, um dann letztlich in der frage zu münden, latte oder nicht, umgangssprachlich…
Elisa
am 30. Juli 2010, 01:18 #
Ich finde den Ausdruck „Macchiato-Mütter“ ein bisschen fies, etwas sehr polemisch. Und der Ausdruck „Geschlechterfalle“ ist völlig daneben. Frau tappst völlig ahnungslos da rein?. Na!
In einem Europa der Kriege (vor unserer Zeit – hoffentlich) hat es doch immer zwangsläufig allein erziehende Mütter gegeben, die ihre Gören groß gezogen haben. Dass nun gerade gut ausgebildete junge Frauen sich zunächst ganz und gar auf ihre Mutterrolle stürzen, um dann, allein gelassen, klagend ihren sozialen Abstieg bejammern – das halte ich für Blödsinn. Sie werden gar nicht absteigen, schlimmstenfalls etwas gebremst in ihrer Karriere . Ich halte diese Frauen für eine gesellschaftliche Ausnahme, denn sie werden, gestützt durch ihren familiären Hintergrund, schon eine Lösung finden. Anders die gering verdienenden Frauen, die ihre Kinder durchbringen müssen. Die müssen wirklich kämpfen und richtig entbehren. Und ihre erwerbslosen Männer zum Teil auch noch mit ernähren. So eine Familie wohnt z.B. bei uns im Haus. Stadtteil Prenzlauer Berg.
am 30. Juli 2010, 09:32 #
@1704
Mit Polemik kann man hinsichtlich der vorangegangenen Diskussion(en) problemlos auch künftig aus meinen Posts als Kommentator grundsätzlich rausfliegen.
Vielleicht löst das Ihr Problem.
am 30. Juli 2010, 11:02 #
@ 1704
Nun reiten Sie doch nicht derart auf Claudias Äußerungen zur Abgrenzung von politischen und unpolitischen Themen herum und das an jeder sich bietenden Stelle. Schauen Sie doch einfach auf die Praxis hier im Blog und stellen Sie fest, dass die Einschätzung, das hier sei ein Feldwaldundwiesenblog, möglicherweise gar nicht so zutreffend ist.
Marco
am 30. Juli 2010, 11:13 #
Mein Mitleid mit den Macchiato-Müttern hält sich auch in Grenzen. Insofern kann der Begriff gar nicht polemisch genug sein. Ansonsten gebe ich @Elisa völlig recht. Das wahre soziale Elend der Alleinerziehenden findet sich nicht bei Jana oder Simone rund um den Helmholtzplatz, sondern anderswo.
Aussteiger
am 30. Juli 2010, 11:54 #
Eine Frage stellt sich mir, nach dem Lesen dieses Artikels:
Was ist eigentlich so falsch daran, das sich junge Mütter in den ersten Lebensjahren der Kinder entschieden, diese ohne Kita-Unterbringung zu erziehen.
Was in der DDR üblich war, muss nicht unbedingt in ganz Deutschland richtig sein.
Leben und leben lassen.
Im Gegensatz zur DDR leben wir doch immer noch in einer Demokratie, auch wenn Viele das gerne ändern würden.
1704
am 30. Juli 2010, 11:54 #
@ claudia (hsb) #4
Sie versuchen schon wieder, mit der keule des lösch- und sperrknopfes zu “argumentieren”, schalten Sie doch ein paar gänge zurück und nehmen Sie solche beiträge auch einmal einfach ernst, und etwas weniger ernst Ihre überlegungen, warum 1704 das wohl geschrieben haben könnte – i.d.r. liegen Sie damit falsch, aber es ist Ihnen allem anschein nach nur schwer zu vermitteln.
Sie erliegen leider auch hier, und zeigen an, daß Sie es auch weiterhin so halten wollen, usern “vorschreiben” zu wollen, was sie schreiben und wie sie formulieren sollen. in dieser hinsicht sollten Sie sich tatsächlich einmal sebstkritisch hinterfragen, ob das als autorenverhalten für dieses blog wirklich angemessen ist. und: Sie haben hier auch keine deutungshoheit hinsichtlich der kommentare von 1704, aber natürlich haben Sie quasie die “macht” des löschknopfes bzw. zum sperren von threads.
@ Susanne HSB #5
ich reite hier nicht auf “auf Claudias Äußerungen zur Abgrenzung von politischen und unpolitischen Themen” herum, sondern frage mich ganz einfach, welches (un)politisches selbstverständnis claudia (hsb) als autorin hat. im gegensatz zu vielen anderen will ich mich gerade nicht auf meine interpretation von beiträgen/kommentaren verlassen, sondern die autorin selbst sprechen lassen, um es mir zu erklären (natürlich nicht als ein muß, sondern als ein kann, das man sozusagen auch zu eigenem erkenntnisgewinn und als auseinandersetzung mit sich selbst versteht, aber natürlich nur, wenn man es auch will. das ist z.b. auch ein großes plus, das solche medien wie blog oder forum bieten: das direkte gespräch zwischen schreibenden und lesenden, im gegensatz zu einer zeitung z.b., in der dann lediglich die möglichkeit von sogenannten leserzuschriften besteht, also nie wirklich ein echtes nachfragen/hinterfragen möglich macht. und es geht auch nicht grundsätzlich gegen einen autoren/user – muß man ja neuerdings in diesem blog immer irgendwie kenntlich machen…). aber wahrscheinlich ist das schon eine derart weltfremde haltung einem autoren/einer autorin gegenüber, daß man wohl tatsächlich einfach drauflos spekulieren sollte, um dann mit den so gefunden resultaten zu argumenteren, als wären sie “wahr”. ich halte jedoch solches tun für grundsätzlich falsch, auch wenn ich es hier und anderswo so häufig angewendet sehe – ein großteil dieser blog- und forentypischen querelen entsteht daraus, und sie scheinen auch teil unserer “erlebnis- und diskussionskultur” zu sein, oder dem primat des “subjektiven” grundsätzlich und als prinzip untergeordnet zu sein. aber das ist wahrscheinlich schon wieder in einem jener seltenen chinesischen dialekte geschrieben, die kaum jemand versteht…
am 30. Juli 2010, 12:07 #
@Aussteiger
Gar nichts. Deswegen ist diese Diskussion unter dem Mantel „Prenzelberger Bourgeoisie“ versteckt m. E. völlig abstrus. Das Recht Kinder großziehen steht auch allen emanzipierten Frauen zu. Und es zu tun, bedeutet längst nicht Abkehr als Frau davon.
am 30. Juli 2010, 12:09 #
@1704
Das war Ihre letzte Stellungnahme in einem Post von mir.
Ich bin nicht Ihre Selbsthilfegruppe.
Aussteiger
am 30. Juli 2010, 12:30 #
@ claudia (hsb),
eine Frage nur, zu meinem besseren Verständnis:
Wie würden Sie eine „emanzipierte Frau“ beschreiben.
ulla
am 30. Juli 2010, 12:39 #
@Aussteiger
Diese Frage stelle ich mir auch und ich möchte nicht wissen, von wievielen Ostfrauen, die ihr Leben zwischen Kindern, Haushalt, Beruf und Schlangestehen wegen Kleinigkeiten aufteilen mußten, sie beneidet worden wären. Das Verhalten der Männern in Bezug auf Hilfe im Haushalt, der Betreuung der Kinder außerhalb der Kita-Zeiten etc. soll nämlich auch vor der Wende “deutsch”, d.h. gesamtdeutsch – also nicht so dolle – gewesen sein, habe ich mal gelesen.
am 30. Juli 2010, 12:52 #
@Aussteiger
Für mich ist das eine Frau, die ein freiheitliches Leben lebt oder – wo dies noch zu erkämpfen gilt – dafür einsteht. Also einer möglichen geschlechtlichen, beruflichen, finanziellen, religiösen Diskriminierung im Rahmen ihrer Möglichkeiten eine Absage erteilt. Aber auch für die daraus resultierenden unangenehmen Begleiterscheinungen einsteht und diese akzeptiert.