Berliner Blogs am Sonntag - Definitionsfragen

Linda in am 23. Oktober 2005, 14:00   7 Kommentare »

Berliner Blogs? Sind das Blogs aus Berlin? Oder Blogs über Berlin? Ich habe bei meiner sonntäglichen Recherche viele englischsprachige Blogs gefunden und damit beginne ich heute.

Erin ist mit einem Stipendium der Humboldt Stiftung in Berlin. Sie beschreibt ihren Alltag in der Stadt, um Familie und Freunde in den USA auf dem Laufenden zu halten. In dieser Woche hat sie eine politische Debatte über arabische Demokratie im grünen Salon der Volksbühne besucht und bewundert die Selbstverständlichkeit, mit der eine Kultureinrichtung politische Themen aufbereitet. Umgekehrt fiel ihr auf, dass die Diskussion, beleuchtet von den Theaterscheinwerfern, einen Hauch von europäischer Salon Atmosphäre bekam.

Zum Studium der Kunstgeschichte in Berlin ist Heather, genannt hem, aus Austin, Texas mit ihrem Weblog hemmungen/inhibitions . Sie erinnert an den Mauerfall am 11. November und hat sich vorgenommen, Kaffeenachmittage mit deutschem caro Ersatz Kaffee und Lebkuchen zu zelebrieren und freut sich auf viele Museumsbesuche.

Der englische Grafiker Craig von flipflopflyin’ mit den hinreißenden mini Pixelbildern ist in Berlin und hat gerade einen Western abgedreht. Er duelliert sich mit seinem Hund Billy. Natürlich hat der Hund sein eigenes Weblog und macht damit dem Neuköllner zebu – ja, dem Schockwellenreiter sein Hund – ernsthaft Konkurrenz. Dabei wollte Craig doch das Rauchen aufgeben!

Aus New York ist sattva mit ihrem raskal trippin, sie empfiehlt einen herbstlichen Besuch im Botanischen Garten, der sie an Vermont erinnert. Etwas “typisch Deutsches” ist ihr in der Woche passiert: Sie wird urlaubsunfähig und erzählt uns auch, warum man in Amerika zwar arbeitsunfähig, aber nie urlaubsunfähig sein kann.

Apropos Krankheit. Der Berlin Blogger ist eigentlich gar nicht krank, aber er beobachtet sicherheitshalber schon mal die Meldungen zur Vogelgrippe und gibt ein paar Verhaltenstipps: auf jeden Fall werden die Preise für Geflügelfleisch sinken! Am besten gefallen hat mir der Rat, so zu tun, als ob gar nichts wäre.

Was bewegt die Berliner selbst? Die fürchten sich schon vor einer Einwanderungswelle der anderen Art. Der Neuköllner Marcel, der mit dem Parteibuch, schaut mit angstvollem Blick auf die Herren Stoiber und Beckstein nach Bayern. Beckstein ist Bayern, meint rikman und rät ihm dringend davon ab, seine Drohung wahr zu machen.
Bei zuviel Einwanderung wird die Forderung nach mehr Polizei laut. Vielleicht ist es ja schon hilfreich, die Polizei an europäische Standards anzupassen. Liza, vom StadtkindBLN bemerkt: die Polizei wird blau obwohl die Stadt gar kein Geld hat.

Auch kein Geld hatte der Bezirk Charlottenburg, die Anwohner haben deswegen selbst dafür gesammelt: Die Siedlung Eichkamp hat jetzt eigene Schilder, wie die Eichkamp News vermelden.

Eine andere Möglichkeit zum Geldsparen wird im Kreuzberger Fahrradblog gerade diskutiert: Optimierung des Fahrradverkehrs durch Deregulierung. Demnach sollen die Fahrräder nicht auf Radwege oder eigene Spuren verbannt werden, sondern sich einfach in den chaotischen Verkehr einfädeln. Die Autofahrer müssen höllisch aufpassen und es passieren weniger Unfälle.

Muss ich das Ereignis der Woche – nur nach erfolgreichem Duschen zu betreten! noch erwähnen? Auf ewig im Gedächtnis haften bleiben die Comics der beiden zurückhaltenden Zeichner svenK und lisa9. sven K. hat ein ein ziemlich dickes ix gezeichnet, das ix sagt oh, das hat mir persönlich am besten gefallen. Aber ich fühle auch mit lisa9 mit, die – peinlich berührt- einen Tippfehler eingesteht – lisa verlinkt zum worstschnittchen ! Passiert mir ständig, sowas…

Für “außen vor” stehende Blogger wie mich war gagas slideshow extrem aufschlussreich: wer ist denn der etwas zu dicke Herr mit geschwärztem Gesicht, beringtem Finger und Angeberuhr? Sollte das etwa…. Neiiiin, das kann er nicht sein, echt nicht!
Unser hauseigener Matthias ist immerhin noch auf den vorletzten Dias mit drauf, das ist der Herr mit der zur Brille passenden Pulloverfarbe, der gelegentlich irritierende Blicke auf vortragende Damen wirft.

7 Kommentare

1

King Fisher

Über Berliner Blogs am Sonntag schon um 14h zu berichten ist aber ziemlich gewagt, oder?! Also ich zum Beispiel schlafe um diese Zeit gewöhnlich noch… :-)
2

[HSB] Matthias

Herr Fisher! Was ist denn an 14 Uhr gewagt?
3

[HSB] Linda

jaaa, das ist doch eine wochenschau – so lange brauchen wir zum schauen. und einmal, nämlich am sonntag, schreiben wir dann auch darüber, abwechselnd, haben wir gedacht ;-)
4

King Fisher

Ah, “Wochenschau”... Der Titel “Blogs am Sonntag” hatte mich irritiert…
5

Dominic

Wenn Liza sieht, dass ihr “Lisa” geschrieben habt, kriegt ihr Ärger! ;)
6

[HSB] Linda

aaarghh, ich sag’s ja – tippfehler! passiert mir auch immer :-)
7

Daggi K

Und noch ein Blog aus Berlin, aus 10407 / Prenzaluer Berg…
http://ihatemyneighbours.blogspot.com

Teils englisch, teils deutsch.

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