AutorInnenarchiv

Die Kneipe "Zum stumpfen Eck" in Neukölln
Aus der leicht geöffneten Tür der Kneipe “Zum stumpfen Eck” klingt die übliche Geräuschkulisse eines sonntagmittäglichen Frühschoppens. Kurze Zeit später versucht die Wirtin zwei, offensichtlich angetrunkene, Streithähne davon abzuhalten, sich vor der Kneipentür zu prügeln. Ist also Rixdorf, pardon, Neukölln, immer noch ein Hort von Proleten, Kriminellen und Sozialdemokraten? Nach meinem Spaziergang durch den Kiez rund um den Richardplatz kann ich das nicht bestätigen. Alles ruhig hier, eher wie aufm Dorf. weiterlesen »

Karneval an der Spree, och nee - Foto: h|b
Im Moment ist schwer zu entscheiden, wer dieser Tage die tragischere Rolle zu spielen hat, Hertha BSC oder der Berliner Fasching, oder Karneval wie er hier heißt. Hertha feuert nach fünf Niederlagen in Folge wieder mal den Trainer und der Karnevalsumzug “flüstert” sich mit 70 Dezibel und großen Lücken mühsam den baustellenbewehrten Ku-Damm hoch, um am Ernst-Reuter-Platz zu enden. Vielleicht für immer, schließlich ist der Umzug aus Sicht der Umweltverwaltung “eine als störend einzustufende Veranstaltung” nach dem Landesimmissionsschutzgesetz. Die Dummen sind in beiden Fällen die Zuschauer, die dem Treiben mehr oder weniger frustriert zusehn.
Zumindest einen Trost hat ja der Karneval noch zu bieten: Wer bei den eisigen Temperaturen durchhält, wird von fröhlichen Karnevalisten in bunten Wagen mit ausreichend Leckereien in Form von Bonbons und Popcorn beworfen. Von Hertha ist sicherlich erstmal nichts zu erwarten, schon gar nichts Süßes für die Fans in Form eines Spielgewinns. Und lustig ist das schon lange nicht mehr.

Im Spiegel der Zeit - Foto: h|b

Ein erster Erfolg der Beharrlichkeit - Foto: h|b
Deutschland hat das umstrittene Handelsabkommen ACTA ad acta gelegt. Das Auswärtige Amt hat sich entschieden, das Vertragswerk bis auf weiteres nicht zu unterschreiben. Trotzdem gingen heute zehntausende – meist junge – Menschen in Deutschland auf die Straße, um ihrem Anliegen für ein freies Internet noch mal Gewicht zu verleihen. Allein in Berlin waren es nach Angaben der Veranstalter rund 10.000 Teilnehmer die sich für ein freies Internet einsetzten. Mehr zum Thema findet ihr im Beitrag von Sebastian vom 8. Februar. weiterlesen »

Die Gletscherzunge auf dem Weg zum Hauptbahnhof - Foto: h|b
Beim durchstöbern der Fotos auf meiner Festplatte fiel mir auf, dass ich überproportional viele Bilder vom Berliner Winter habe. Ob es jetzt daran liegt, dass ich im Sommer eher “weg bin”, also nicht dazu komme, Berlinfotos zu machen, oder ob das Gerücht stimmt, dass der “gefühlte Winter” in Berlin fast sechs Monate dauert, nämlich von November bis April. Vor der “unweigerlichen Klimakatastrophe” durch die globale Erwärmung, kommt also zuerst eine kleine Eiszeit. Ist ja irgendwie auch logisch. Oder ist es doch nur ganz normal und einfach nur “Wetter”.

Heute auf dem Weissensee: Angriff des Flughundes - Foto: h|b
Trotz aller Warnungen der Polizei war der völlig mit Eis und Schnee bedeckte Weißensee heute gut gefüllt. Das Eis scheint aber mittlerweile so dick zu sein, dass den meisten Schlittschuhfahrern, Eishockeyspielern und Spaziergängern die Gefahr niedrig erscheint. Dem Hund schien es jedenfalls einen Riesenspaß zu machen, nach dem Schnee zu springen, den ihm der Kleine immer wieder zuwarf.
Beim “über den See laufen” hat es übrigens keinmal das veräterische “boooiiinng” gemacht, was ja ansonsten ein Zeichen für eher dünnes Eis ist. Bilde ich mir jedenfalls ein. War dann trotzdem froh am anderen Ende wieder festes Ufer zu betreten. Nach einem heißen Kaffee am Strandbad Weißensee kamen meine Hände dann auch langsam wieder auf Betriebstemperatur.

Eisträgertest bestanden - Foto: h|b
Harald (HSB) in Schlagzeilen ~ 04. Februar 2012 ~ 17:16 Uhr ~ Kommentare deaktiviert

Die Zombies sind zurück - Foto: h|b
Ein Jahr nach der Räumung der Liebig 14 zogen heute die Zombies durch Friedrichshain. Etwa 1000 meist jugendliche Demonstranten hatten sich am Bersarinplatz eingefunden, um “gegen die Verdrängung armer Menschen und alternativer Strukturen aus den Kiezen” zu demonstrieren. Die Route zieht sich im großen Bogen zurück zur Liebigstraße, die aber laut Polizei nicht das Demonstrationsziel sein darf. Die Stimmung war durchaus ausgelassen und bei dem vorgelegten Tempo sollte das Ende inzwischen erreicht sein. Weitere Aktionen sind geplant, so soll es heute Abend noch ein Konzert geben.

Einige wenige waren echte Zombies - Foto: h|b

Nicht nur das Ufer ist nicht sicher - Foto: h|b
Trotz der lausigen Kälte und der immer stärker zufrierenden Gewässer in und um Berlin, sollte sich niemand der Gefahr aussetzen und die Eisflächen betreten. Es gibt leider in jedem Winter wieder die Leichtsinnigen, die die Warnungen ignorieren und nur von anderen, unter Einsatz des eigenen Lebens, aus dieser Eselei gerettet werden können. Die erste Tote hat es bereits gegeben. Es soll sogar Eltern geben, die mit dem Kinderwagen auf dem Eis gesichtet wurden.
Verhältnismäßig sicher ist eine Eisdecke nach Ansicht von Experten nur, wenn sie mindestens zwölf Zentimeter dick ist. Und bis dahin müssen wir noch eine ganze Weile frieren. Also: Versucht euch nicht als Eisbrecher, das endet für Menschen meist tödlich.

Sonnenuntergang am Weissensee in Berlin - Foto: h|b
Brandwände dienen dazu, ein Feuer davon abzuhalten auf andere Gebäudeteile überzugreifen. In Berlin gibt es davon schöne Exemplare. Manche sind einfach weiß, andere kunstvoll bemalt. Wer kennt nicht den “Lebensbaum” von Ben Wagin der – noch – auf der linken Seite zu sehen ist, wenn man die S-Bahn Station Tiergarten in Richtung Hauptbahnhof verlässt, oder die Politikermarionetten kurz vor der Einfahrt in den Bahnhof Zoo von Charlottenburg kommend.

Volle Kraft voraus - Foto: h|b
In den 70er und 80er Jahren war das wohl ein richtiger Kunstzweig, bis zu 75 Wandkunstwerke wurden auf Brandmauern in Berlin realisiert. Wie das Riesenschiff Phönix vom Künstler Gert Neuhaus in der Nähe der Caprivibrücke in Charlottenburg, nahe der Spree. Durch die rege Bautätigkeit und die dadurch bedingte Schließung von Baulücken verschwinden inzwischen viele dieser Kunstwerke. Der Tagesspiegel widmete in der letzten Wochenendausgabe dem Thema einen großen Artikel und stellte den Erschaffer der Phönix näher vor.
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Ausblicke - Foto: h|b
Damit die Leser/innen des HSB nicht irgendwann denken Berlin besteht nur aus Neukölln, habe ich mich am Wochenende mal auf die Socken gemacht und habe Berlin komplett abfotografiert. Echt. Naja, vielleicht doch nicht alles, aber eine Menge. Es gibt jetzt also ab und an Bilder, die mal hier mal dort Berlin zeigen. Auf keinen Fall Neukölln, da war ich nicht.
Den Anfang macht der knubbelige Kerl hier mit der Pfeife. Damit ihr meine Anstrengung ein wenig honoriert, sollt ihr herausbekommen, wie die Skulptur heisst, wo sie steht und warum sie überhaupt existiert. Schafft ihr doch mit links, oder?

Zeigt her eure Schuhe - Foto: h|b
Heute nachmittag trafen sich in Kairo Berlin auf dem Tahrirplatz vor dem Schloss Bellevue einige hundert Demonstranten und zeigten dem amtierenden Bundespräsidenten den Schuh. Dieses Schmähzeichen, bekannt aus der arabischen Revolution, soll denjenigen erniedrigen, dem der Gruß gilt. Eine Art arabisches Abwatschen in aller Öffentlichkeit. Dabei riefen Sie “Wulff muss weg”, oder “Wulff, du Hund”. Zu der Aktion war in Facebook unter dem Motto “Shoe for you, Mr. President” aufgerufen worden
Die zahlreichen Pressevertreter nahmen die Aktionen dankbar auf und dirigierten die Schuhzeiger mal hierhin, mal dorthin. “Jetzt mal bitte rumdrehen zum Schloss”, “…die Schuhe etwas höher”, “… Moment warten, bis der Bus weg ist”. Das Medienecho wird riesig sein, die Aktion selber würde ohne mediale Öffentlichkeit vermutlich keinerlei Erwähnung finden. Da stellt sich schon die Frage, wer in diesem ganzen Theater Regie führt und welche Rolle die “Bild” und ihr Chefredakteur dabei eigentlich spielen. Die Taz hat das in ihrer heutigen Ausgabe zum Thema gemacht.
Harald (HSB) in Aufnahmen, bei Nacht ~ 05. Januar 2012 ~ 08:00 Uhr ~ Kommentare deaktiviert

Erfolglose Beschwörung der Silvestergeister - Foto: h|b