Popette Betancor macht Kammerpopmusik über Themen, die absolut keinen interessieren. So wie „Fallobst“ und „K-pü“. Eine unerklärliche Rolle spielt dabei der Buchstabe „ü“ (zum Beispiel in „Trüb“). Trotzdem lockt sie mit der Vorstellung ihrer neuen „Platte“ Kein Island eine ziemlich große Fan-Gemeinde ins BKA-Theater.

Betancor & Band im BKA am 27. Januar 2012 Foto:HSBengl
Irgendwie schafft sie es, HartzIV-Empfängern, der FDP, verkorksten Nächten und völlig misslungenen Essenseinladungen auf musikalisch-humoristischem Wege die heiteren Aspekte abzutrotzen. Obwohl sie die Musik (Betancor am Klavier) gar nicht zelebriert sondern immer ein bißchen demontiert. Mit einer engelsgeduldigen Band, die mindestens genausogut Trauermärsche in New Orleans spielen könnte. Tenorsaxophon (Tobias Delius) und Posaune (Matthias Müller) mischen sich unverschämt gurrend und püstelnd in den Gesang ein und lehnen alle konventionellen Songabschlüsse kategorisch ab. Die Saiteninstrumente (Gitarre: Dirk Berger, Violine: Matthias Leupold) könnten theoretisch die Glückshormone aktivieren, tragen damit aber letztlich nur noch mehr zur Verwirrung bei. Perkussionist Joe Bauer hat eine Riesenpauke – mit der Größe kann man in einem Kammerpopensemble überhaupt nicht rechnen!
Aber: Ach. Über Musik bloggen ist noch blöder als den Doppler-Effekt twittern. Einfach hören ist immer noch die beste Lösung! Was das alles mit Island zu tun hat? Keine Ahnung, vielleicht sollte man mal hinfahren.
Nachtrag von Susanne: Auch nicht ohne waren die lyrischen Einschübe, wunderbar verzwirbelt und absurd. Totmüde war ich eigentlich gestern Abend und habe mich dann kräftig wachgelacht. Nur leider kein besonders gutes Foto mitgebracht. Bin halt nur ne Knipse.

bei begrenztem Parkraum, Foto: linda link

... zum Glück nur im Museum in Frankreich Foto: linda link

... schon ist die neue Beschriftung da! Foto: linda link

Viel Zuspruch finden die Helium-Fische Foto: linda link

... erfolgreich privatisiert! Foto: linda link
Der Mauerbau ist kein abgeschlossenes Kapitel der Vergangenheit. In der Berliner Politik sorgt er auch nach 50 Jahren noch für heftigste Kontroversen. Zwei Ereignisse haben die Gemüter besonders erregt: Ein Titelblatt der Jungen Welt, das – etwas genervt – ein überzeichnetes Gegenbild zur herrrschenden “political Correctness” präsentiert; und ein Marsch der “PARTEI” mit Fackeln durch das Brandenburger Tor mit Absingen der beliebten Melodie “Die Partei, die Partei, die hat immer recht”. Nun lässt sich trefflich darüber diskutieren, welche Veranstaltung aus Sicht einer Ästhetik der Komödie gelungener war, die Reaktionen der Politiker aller Parteien (und der staatstreuen Medien) haben – selbst für deutsche Verhältnisse – einen bemerkenswerten Mangel an Souveränität und Humor offenbart. Vielleicht ist das jetzt ein Ausblick auf die Zukunft: jedes Jahr ein zünftiges Sommerabschluss-Theater.
Nach dem kanadischen Vorbild veranstalteten Berliner Frauen heute den ersten Slutwalk (Schlampenmarsch), vom Wittenbergplatz über Potsdamer Straße und Potsdamer Platz zum Gendarmenmarkt. Teilgenommen haben nach meiner Beobachtung mindestens 2000 Demonstrantinnen – und Demonstranten und Transgender-Personen, alle Generationen vom Baby bis zu Alt-Revolutionären. Gegen eine Kultur, die Vergewaltiger immer noch mehr unterstützt als die Opfer, gegen alle Arten von “Übergriffigkeiten”, von Erziehern, Priestern, Verwandten u.a.





Slutwalk Berlin 2011, alle Fotos: linda link
Wie positionieren sich die Parteien richtig vor der Berliner Abgeordnetenhauswahl? Umweltschutz gehört zum “Markenkern” der Grünen und die haben zum Wochenbeginn vorgelegt: Renate Künast trat bei den Flugroutengegnern in Müggelsee auf, ebenso übrigens Gregor Gysi von den “Linken”. Vermisst wurde Wowereit. Zentrale grüne Aussage auf den Plakaten in der heißen Wahlkampfphase heißt: Renate kämpft. Streit an der Wurstbude war dagegen offenbar nicht geplant. Der Tagesspiegel kritisiert auf der Meinungsseite, dass keine der Parteien eine Koalitionssaussage gemacht hat.
✚ Papstgegner dürfen nicht am Brandenburger Tor demonstrieren
✚ Die Berliner Sparkasse erhöht drastisch die Gebühren für sogenannte “Guthabenkonten” – hauptsächlich von HartzIV-Empfängern in Anspruch genommen
✚ Datenschutzproblem: ein Familienhilfeverein entsorgt sensible Daten mit Einkommens- und Gesundheitsdaten ungeschreddert
✚ Berliner Universitäten wollen ab diesem Wintersemester alle Lehrbeauftragten bezahlen – dazu müssten andere Mitarbeiter auf einen Teil ihres Einkommens verzichten

noch viel Zeit bis dahin - Foto: linda link
Linda HSB in Schlagzeilen ~ 12. Juli 2011 ~ 10:54 Uhr ~ Kommentare deaktiviert
Berlin bekommt eine zentrale Forschungseinrichtung für das Internet, angesiedelt an der Humboldt-Universität, Universität der Künste und im Wissenschaftszentrum Berlin. Untersucht werden die Auswirkungen, die das Internet auf das Leben hat und versprochen ist Forschungsfreiheit. Im Gegensatz zur Förderung durch die Deutsche Bank müssen Forschungsergebnisse hier nicht vor Veröffentlichung abgesegnet werden.
Einzelne Fußballspiele reichen nicht mehr: Berlin möchte auch wieder Olympiastadt werden. Nachdem eine Bewerbung 1993 gescheitert war, machen Lokalpolitiker Stimmung für einen erneuten Anlauf für eine Olympiabewerbung 2020. Nur müssten vorher sorgfältig die Kosten kalkuliert werden. Dass Großveranstaltungen teuer werden können, stellt man zur Zeit wieder anlässlich des Papstbesuchs fest.
Als einfacher Einwohner steht man zur Zeit Schlange in den Berliner Bürgerämtern. Da wünschen wir uns doch, dass ein TU-Projekt – vorgestellt auf dem Berlin Open Data Day – schnell realisiert wird: ein Echtzeitdatenabgleich aller Servicestellen - eine Möglichkeit dabei ist ein Vergleich der Wartezeiten aller Berliner Bürgerämter (Achtung – PDF-Datei!), denn man kann mit seinem Anliegen zu einem beliebigen Bürgeramt gehen.
In der Berliner Innenstadt drängeln sich die Investoren. Eine Architekturdiskussion findet jedoch kaum noch statt. Eine Frage wäre z.B., ob man nicht den Grundriss der Altstadt wiederherstellen sollte. Nach Ansicht der Kritiker wird das zu entwickelnde historische Quartier von Betonklötzen verunstaltet. Für die Rathausstraße und den Raum nahe der Friedrichwerderkirche sind neue Bebauungspläne beschlossen worden – durchgewunken, bemängeln die Grünen.
Große Pläne für die Entwicklung regenerativer Energien hat Frau Junge Reyer indessen für das bald freiwerdende Tegeler Flughafenareal. Hier ist das Investoreninteresse jedoch gering. Während sich die Reinickendorfer über die Lärmentlastung freuen, betrachtet man im Berliner Südosten die BBI-Eröffnung mit wachsender Sorge vor der zu erwartenden Lärmentwicklung durch die neue Flugroutenführung. In der Berliner Zeitung diskutiert man heute ausführlich über die Flugroutenplanung und fragt sich dabei, ob der Beschluss zum Flughafenausbau in Schönefeld nicht eine in Westberlin getroffene politische Fehlentscheidung war, der alternative Standort Sperenberg lag in der Vorstellungswelt der Politiker zu weit im Osten.
Morgen beginnen die Schulferien in Berlin und in der Kommunalpolitik wird es ruhiger. Die meisten Meldungen gibt die Polizei heraus in diesen Tagen: Da wird eine Rückkehrerin aus dem Frauenhaus von ihrem Ehemann erstochen, ein kleiner Junge wird von einem Kampfhund angefallen, wir sind geplagt von nächtlichen Brandanschlägen, in großem Stil gefälschten Klinikabrechnungen, Kabeldieben bei der S-Bahn.
Aber wir wären nicht Metropole, wenn nicht auch für Ablenkung gesorgt wäre:
am Donnerstag öffnet die Humboldt-Box auf dem Schlossplatz;
ab August wird Mozarts Zauberflöte auf einer Wannseebühne aufgeführt;
Und um es den Anmachern und Vergewaltigern mal richtig zu zeigen, veranstalten Berliner Menschen am 13. August einen “Schlampenmarsch” – der erste Slutwalk in Berlin.