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Neuköllner Gesellen

Gleich und Gleich

Gleich und Gleich, wie man sieht.

Flussfund?

Flussfund?

Was ist das denn?

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Queeres Berlin im Sommer 2013: Dyke* March, CSDs und QueerTango-Festival

Am letzten Wochenende fand das Lesbisch-schwule Stadtfest um den Nollendorfplatz statt. Bekannt ist diese queere Institution, die es bereits seit 1993 gibt, auch als Motzstraßenfest. Ich selbst sage ja seit einiger Zeit eher Motzmesse dazu, was möglicherweise ein klein wenig gemein ist. Die Live-Musik dort höre ich dennoch ganz gern, deshalb war ich tatsächlich, nach ein paar Jahren Abstinenz, diesmal wieder kurz vor Ort. Und zwar deshalb:

Am kommenden Wochenende finden dann die CSDs statt, der „große CSD“ und natürlich auch der „kleine CSD“. Hervorragend zusammengefasst werden beide im Terminkalender von xhain.info. Und morgen schon marschieren die Dyke*s für mehr Sichtbarkeit durch Berlin, zum ersten Mal, soweit ich weiß. Keine schlechte Idee!

Diese Marschiererei ist allerdings nicht (mehr) so mein Ding, neuerdings bin ich mehr fürs Tanzen. Das geht im kommenden Monat los, beim QueerTango-Festival mit höchst internationaler Beteiligung, das in diesem Jahr zum 3. Mal stattfindet. So sah es dort im letzten Jahr aus:

Sommeranfang mit Musique

Am kommenden Freitag, den 21. Juni, dem längsten Tag des Jahres, findet in Berlin, wie mittlerweile seit neunzehn Jahren schon, die Fête de la Musique statt. Was das ist? Kurz gesagt: Musik für umsonst, verteilt in der ganzen Stadt. Viel, viel mehr kann man auf der Webseite des Musikfestes nachlesen. Oder einfach schnell mal dieses Video anschauen:

Ach: Und eine App gibt es natürlich auch. Werd ich gleich mal ausprobieren.

Obama wird Berliner

Nächste Woche ist es soweit, am 18. oder vielleicht schnell noch am 19. Juni darf Mr. Obama versuchen, den berühmten Kennedy-Satz zu toppen. Frau und Kinder sind auch mit dabei, so liest man in der Morgenpost.

Berlin in den ersten Hochsommertagen mit Spitzentemperaturen, na, das wird fein. Interessant auch, wieder einmal, die Vorbereitungen auf die Politshow, die die Berliner Zeitung zusammengefasst hat. Absolute Sicherheit, so lautet die Vorgabe. Wie auch sonst, kann man ja verstehen. Dabei geht es also um Gullies und Mülltonnen, Kräne und Taucher und um Anwohner, die die Fenster gefälligst geschlossen zu halten haben. Bei dem Wetter!

Ich wünsche guten Aufenhalt und bestes Gelingen. Und bin vor allem gespannt auf den Satz.

Viel Himmel über Tempelhof

Tempelhofer Himmel

Der Himmel ist gerade mächtig groß über Berlin, das wurde aber auch Zeit. Auf dem Tempelhofer Feld gibt es besonders viel davon. Viel Himmel, beinah soviel wie am Meer.

Sieht es dort nicht mitunter tatsächlich so aus, als befände man sich irgendwo in den Dünen? Verbotenerweise. Und gleich dahinter das große Rauschen? Da kann man wohl mal in die Knie gehen und sich platt auf die Seite legen. Oder? Warum denn eigentlich nicht?

Tempelhofer Düne

Verfassungsschutzbericht 2012 veröffentlicht

Gestern hat der Berliner Senat den Verfassungsschutzbericht 2012 veröffentlicht. Dieser kann in vollem Umfang, das sind 140 Seiten, eingesehen werden. Viel Freude bei der Lektüre.

Die fahren U-Bahn

Jörg und Maike tun das in ein paar Tagen, mit der U-Bahn fahren und nichts sonst. Also die ganze Strecke, das komplette Netz, an einem Tag, in einem durch. Oder so ähnlich.

Nun ist es soweit. Wir setzen das Projekt in die Praxis um und stellen der mathematischen Theorie den erfahrenen Beweis zur Seite: Am 13. April starten wir morgens gegen 9:00 Uhr am Alexanderplatz und fahren einmal das komplette Berliner U-Bahn-Netz rauf und runter. Wir sind gespannt, wie lange wir brauchen und ob wir das wirklich in zwölf Stunden schaffen. Wir werden Berlin von unten erkunden. An Orte kommen, wo wir nach fünf beziehungsweise zehn Jahren Berlinbewohnen noch nie waren. Alte Strecken erinnern. Umsteigen. Auf Züge warten. Reden. Spaß haben. Und vor allem beobachten. (mehr bei kleinerdrei)

Natürlich tun sie mehr als nur vor sich hin fahren, klar. Beobachten wollen sie, dem U-Bahn-Alltag Stichproben entnehmen und selbstverständlich davon berichten. Zunächst live via Twitter unter dem hashtag #ubahn, wer mag also bitte vormerken und mitspielen. Alles weiter wird sich dann zeigen.

Ich bin amüsiert. Und gespannt, was dabei herauskommt.

Winter in Tempelhof

Sonne im Kiez

Gestern war ein strahlender Tag. Am Morgen schon piepten die Vögel, und der Frühling lag nicht nur in der Luft. Er lag auf der Haut, auf der Netzhaut sogar.  Da draußen ist Berlin und wartet. Im Winter, im monatelangen Kälteschlaf vergesse ich das leider, immer wieder. Im Winter macht Berlin auch keinen Spaß, da ist es einfach nur kalt und voll hier.  All die Menschen, die sich über die überbreiten Bürgersteige zwingen und zwängen, man glaubt es kaum.  An strategischen Engpässen navigiert man sich besser sorgsam durch die Massen, mit Schulterblick bei Überhohlmanövern. Hier in Neukölln zumindest ist das so.

Beim Kaffee lese über Gentrifizierung in Neukölln und die Weserstraße, die mittlerweile von Barcelona bis nach New York ein berühmtes Partyareal sein soll. Das Übliche, man kann es mittlerweile überall finden, in Blogs und Zeitungen, bald wird es die Lifestylemagazine und das Hochglanz-TV erreichen. Wenn das nicht schon längst geschehen ist. Das Fazit: Alles wird teurer, nichts ist mehr schön, wir vertreiben uns selbst, vielleicht aber auch (doch noch) nicht.

Dann gehe ich hinunter auf eben diese Weserstraße, um meinem Motorrad die Batterie zu entnehmen. Es ist Frühling, bald geht es wieder los, und ich will bereit sein. Beim Schrauben mache ich eine ganz eigenartige Alltagserfahrung in Sachen Postgender und lerne: Ich bin ein Mensch, das ist genug. Auch das gehört dazu, zum Berliner Spießertum, zur Weltoffenheit, zur heimischen Multikulti. Das gehört hierher, die ureigene, allein seligmachende Façon.

Auf dem Weg zum Friseur, die Weserstraße hoch, fast bis zum Hermannplatz,  sehe ich zum ersten Mal einen Postkartenständer draußen stehen. Dahinter ein Laden wie in Friedrichshain, Schnickes, Schnackes und Souvenirs. Drei Schritte weiter ein türkischer Späti mit Billardtisch im Hinterzimmer. Frisch eröffnet, den halben Winter wurde dort von Grund auf renoviert. Ein paar Straßen weiter steht jemand in einem Hauseingang und macht Fotos mit einem Apfeltelefon. Vermutlich von einem dieser langsam verfallenden Kleingärten, die  alle paar Meter rund um einen Straßenbaum angelegt werden. Etwas anderes, auch nur halbwegs fotogenes kann ich jedenfalls nicht erkennen. Aber schräg gegenüber steht ein Lokal leer, davor ein Pärchen. What’s that, fragt er. A future bar, antwortet sie. Und wir lachen, alle drei.

Um die Ecke sitzt mein türkischer Friseur auf der Bank vor dem Laden und erwartet mich bereits. Nein, eigentlich telefoniert er und reicht mir nebenbei kurz die Hand. Aber ich bin termingerecht für drei Uhr eingetragen, nur meinen Namen hat man in der letzten Woche am Telefon offensichtlich nicht richtig mitbekommen. Sonne, steht da. Nicht Susanne.

Ich bin also Sonne. Sonne um drei. Und ein Mensch in Neukölln.

Muss die Mauer weg?

Aus aktuellem Anlass eine schon ein wenig ältere Mauerspazierfahrt mit Musik. (via Kommentator Brumms leider kommerzielle Seite, deshalb gelöscht, sorry.)

Berlinale vergessen

So geht es mir oft. Ich lebe in Berlin, seit über acht Jahren, die Hauptstadt liegt mir quasi zu Füßen. Nun ja, auf jeden Fall ist sie da draußen, irgendwo, ohne jeden Zweifel. Und mit ihr die Konzerte, Museen und Theaterpremieren. Die großen Events und die kleinen Mucken, die vielen Dinge, die man mal gesehen haben sollte. Unbedingt. Und ich verpasse es, ich verpasse soviel. Ich verpasse im Grunde alles. Außer die eine oder andere Literaturveranstaltung, immerhin.

Die Berlinale zum Beispiel. Sie war da, da bin ich sicher. Sie war bestimmt nicht weit, aber ehe ich mich aufraffen konnte, was sie auch schon wieder vorbei. Morgen gibt es nämlich schon die Oscars, sehe ich gerade. Verdammt!

Deshalb lese ich jetzt schnell bei Maike nach, denn die war, das habe ich bei Twitter mitgekriegt, intensiv mit dabei und hat in ihrem Blog beim Meinungsmedium (soso!) der freitag auch fleißig darüber geschrieben: Prolog, Entschleunigung, Porno, Verwechslungsgefahr, Schlafes Schwester, Hey Jude und Love Zombie.

Puh. Ich glaub, Berlinale ist anstrengend.

Zwangsräumung heute morgen in Kreuzberg


Kurzer, sehenswerter Bericht über eine womöglich ein ganz klein wenig überzogene Aktion.