Ausflug

Inklusive Stadt im Fluss

Inklusion – ein Begriff der viele Menschen und Institutionen umtreibt: Gemeinsame Erlebnisse, gemeinsame Lebensführung von Behinderten und Nicht-Behinderten wird selten so lebensnah verfolgt, wie an diesem Wochenende auf dem Uhlandstraßenfest zwischen Ku’damm und Lietzenburger Straße…

Uhlandstraße

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Sportliches Moabit

OLYMPUS DIGITAL CAMERADas Ziel am letzten Sonntag hieß Moabit, Lehrter Straße. Ich suche das Poststadion. Fahre zunächst daran vorbei. Ich parke etwas abseits. Vorbei an den Gebäuden des früheren Gefängnisses, in dem auch mal das Amtsgericht Tiergarten residierte, erreiche ich die Zufahrt zum Stadion, wo noch die alten Kassenhäuschen stehen und langsam verfallen. Dieser Teil der Anlage lässt die frühere Bedeutung des Stadions erahnen. Es sind 8 Eingänge zu beiden Seiten des Tores. Hier wurden Tausende von Besuchern erwartet. Für das heutige Ereignis, dem Regionalligaspiel zwischen Berliner AK 07 und VFC Plauen, genügt ein einziges Kassenhäuschen. Auf meinem Weg dorthin schaue ich auf die Rückseite der ehemaligen Justizgebäudes und eine hohe Betonmauer von rostigem Stacheldraht gekrönt.

Als ich auf dem Weg zum Stadion kurz innehalte, spricht mich ein älterer Herr an: „Kann ich Ihnen weiterhelfen?“ Ich verneine. Er folgt meinem Blick auf die Mauer und sagt: „Das sieht schon recht martialisch aus.“ Da kann ich nur zustimmen. „Da sollen demnächst Eigentumswohnungen hinkommen. Dann sieht es bestimmt besser aus.“, ergänzt er, und erklärt weiter, das Stadion wäre vor einigen Jahren wachgeküsst worden. Vorher wäre alles völlig zugewachsen und verwildert gewesen. Vom letzten Höhepunkt des Stadions, als 1987 beim Oberligaspiel von Hertha gegen Türkiyemspor fast 12.000 Zuschauer Eintritt bezahlt hatten, scheint er nichts zu wissen.

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Sportliches Lichterfelde

Bei sommerlichem Wetter mache ich mich auf nach Lichterfelde. Dorthin, wo Berlin noch Dorf ist: mit schmalen Kopfsteinpflaster-Straßen und vielen schön anzusehenden kleinen Villen. Mein Ziel ist das Stadion Lichterfelde, in dem Viktoria 1889 seine Heimspiele austrägt. Zu Gast ist Budissa Bautzen. Warum will sich der olle Neuköllner so etwas antun? Antwort: Er mag Fußball und will wissen, wie so ein Spiel der vierthöchsten Klasse ist. Mit acht Euronen für einen Stehplatz darf er dabei sein. Es ist irgendwie liebenswert, wie hier versucht wird, den Hochpreis-Sport zu imitieren. Es gibt einen VIP-Eingang und mein Beutel mit Buch und Brillenetui wird beim Einlass sorgfältig inspiziert. Ich darf ohne Beanstandung rein. Ungefähr 500 Leute haben sich eingefunden, um 90 Minuten Männersport zu erleben. Traditonsgemäß verköstigt man sich mit Bratwurst vom Grill. Die ist lecker. Nur das Brötchen ist pappig. Aber immer noch besser als das teure Zeug im Olympiastadion. Das Spiel selbst entspricht meinen Erwartungen. Die sind nicht hoch. Hier wird fußballerische Hausmannskost geboten. Einzig auffällige Figur ist der Torhüter von Budissa, der alles, was als hohe Flanke in die Nähe seines Tores kommt, gekonnt herunterpflückt. Er sorgt auch für einen guten Lacher, als er, nach einer Ermahnung durch den Schiedsrichter, zu einem der Linienrichter hingeht und sagt: „Spiele ich nicht auf Zeit, mache ich erst ab fünfzigste Minute.“ Die Viktorianer mühen sich redlich, einen Treffer zu erzielen. Doch das will ihnen heute nicht gelingen. So feiern die angereisten Fans aus Sachsen ihr Eins zu Null: „Auswärtssieg! Auswärtssieg!“ Niedlich ist die kleine Pressekonferenz nach dem Spiel. Dabei erreichen die Floskeln der Trainer fast Erstliga-Niveau. Wer überprüfen will, wie sich Viktoria im Spiel gegen einen Bundesligisten schlägt, hat dazu am kommenden Sonnabend um 20:30 Uhr im Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion Gelegenheit. Dann trifft man auf Eintracht Frankfurt.

Konzerte in grün

Freunde von Open Air-Konzerten haben die location gewiss im Blick: Jetzt läuft sie wieder, die Saison der Sommerkonzerte im Botanischen Garten.

Konzerte in grün

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Spinner-Tanz

Wieder einmal hatte der schon legendär zu nennende Motorrad-Treff “Spinner-Brücke” im Südwesten der Stadt zum Tanz in den Mai und zum offziellen Start in die Motorradsaison geladen. Mehrere tausend Motorradfahrerinnen und -fahrer aus Berlin und Brandenburg nahmen die Einladung an den letzten beiden Tagen gerne an.

Spinner-Brücke

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Fänger im Stadion

Lacrossespieler vor dem Tor

Gespannte Erwartung vor dem Tor – Foto: h|b

Wenn erwachsene Männer mit Ellenbogenschützern und Helmen über den Sportplatz rennen, dabei mit langen Stangen herumfuchteln, an deren Ende ein kleines Netz befestigt ist mit dem sie versuchen einen kleinen Ball zu fangen und weiterzugeben, dann befinden wir uns bei einer Sportart mit dem Namen “Lacrosse”. Diese Sportart ist, wie inzwischen viele andere auch, ein Export aus den USA. Aber anders als z.B. beim Football, geht die Geschichte von Lacrosse weiter zurück in die Vergangenheit. Den Ursprung hat es bei den amerikanischen Ureinwohnern der Ostküste und der “Großen Seen”. Neben Eishockey ist es auch kanadischer Nationalsport. Seinen Namen verdankt “Lacrosse” übrigens den Beobachtungen eines französischen Jesuitenmissionars im 17. Jahrhundert, den die Schläger an einen Bischofsstab erinnerten. Daher gab er dem Spiel den Namen “La Crosse”, dem französischen Namen für Bischofsstab. Im Original hiess das Spiel “Baggataway” oder “Tewaraathon” und diente unter anderem zur Teambildung und Kriegsvorbereitung. Mehr zu Lacrosse findet ihr bei Wikipedia.
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Wettervorhersage

Vorgarten

Unbestechliche Wetterstation irgendwo in Berlin – Foto: h|b

Um mal zu checken ob der Winter in Berlin jetzt wirklich vorbei ist, bin ich heute mal für euch rausgefahren um das zu kontrollieren. Über diesen schönen und unbestechlichen “Wetterstein” kann man das Wetter nämlich genaustens bestimmen. Ist der Stein nass, dann regnet es, steht auf der Anleitung, isser trocken – so wie heute – dann ist schönes Wetter, sieht man ihn nicht, ist Nebel und wenn er weg ist, isser geklaut. Sehr praktisch und der Stein hat immer Recht, also wenn er da ist. Auch wenn das ganze Ensemble eher nach einem bayrischen Luftkurort aussieht, befindet es sich doch in einer Berliner Fußgängerzone. Alle Stühle und Tische waren heute Mittag übrigens gut besetzt und die Sonnenhungrigen ließen es sich bei Eis, Bier und Schnitzel sichtlich gut gehn. So, jetzt müsst ihr nur noch rausbekommen, wo dieser Wetterstein hängt, dann wisst ihr auch, wohin ihr  mal einen Sonntagsausflug machen könntet.

Die fahren U-Bahn

Jörg und Maike tun das in ein paar Tagen, mit der U-Bahn fahren und nichts sonst. Also die ganze Strecke, das komplette Netz, an einem Tag, in einem durch. Oder so ähnlich.

Nun ist es soweit. Wir setzen das Projekt in die Praxis um und stellen der mathematischen Theorie den erfahrenen Beweis zur Seite: Am 13. April starten wir morgens gegen 9:00 Uhr am Alexanderplatz und fahren einmal das komplette Berliner U-Bahn-Netz rauf und runter. Wir sind gespannt, wie lange wir brauchen und ob wir das wirklich in zwölf Stunden schaffen. Wir werden Berlin von unten erkunden. An Orte kommen, wo wir nach fünf beziehungsweise zehn Jahren Berlinbewohnen noch nie waren. Alte Strecken erinnern. Umsteigen. Auf Züge warten. Reden. Spaß haben. Und vor allem beobachten. (mehr bei kleinerdrei)

Natürlich tun sie mehr als nur vor sich hin fahren, klar. Beobachten wollen sie, dem U-Bahn-Alltag Stichproben entnehmen und selbstverständlich davon berichten. Zunächst live via Twitter unter dem hashtag #ubahn, wer mag also bitte vormerken und mitspielen. Alles weiter wird sich dann zeigen.

Ich bin amüsiert. Und gespannt, was dabei herauskommt.

Vom Eise befreit …

Frühling in Berlin

Eis auf dem “Neuen See” im Berliner Tiergarten – Foto: h|b

… sind die Seen, Teiche und Bäche im Tiergarten noch lange nicht. Teilweise liegt der Schneematsch noch auf den Wegen und dort wo er weggetaut ist, ist es matschig und feucht. Der noch halbgefrorene Boden kann das Wasser nicht aufnehmen und die Sonne braucht noch eine Weile, um das von oben zu erledigen. Da es diese Woche ja auch regnen soll, ist ein Besuch des Tiergartens momentan nur mit festem Schuhwerk anzuraten. Dann ist es aber auch besonders schön. Noch nicht so viele Touristen, wenig Radfahrer, manche Wege hat man ganz für sich alleine. Dort wo die Sonne scheint und der Wind keinen Einlass findet, ist bereits ein Hauch vom Frühling spürbar. Viele Knospen scheinen nur darauf zu warten, endlich ihre Blüten zeigen zu können, aber noch ist es in der Nacht frostig und es wäre unklug, zu früh die Nase in die Luft zu strecken. Spätestens in 14 Tagen prognostizieren die Wetterauguren Temperaturen im zweistelligen Bereich, dann wird die Natur vermutlich explodieren.

Halbinsel Stralau

Fotos: Copyright Ute Schirmack, 2013.

Alle Jubeljahre gucke ich nach, wie es an Orten aussieht, an denen ich schon mal war, an die ich aber nicht so häufig komme. Die Halbinsel Stralau ist so einer. Eigentlich ganz nah von mir aus, aber irgendwie hinter der Bahn und dem Damm doch abgelegen. Dafür aber auch ein bisschen im Dornröschenschlaf, mindestens an einem eisigen, aber sonnigen Sonntagnachmittag. Ich wandelte auf der Südspitze herum, besser gesagt, versuchte ich mich per mentaler Beschwörung und Stollenprofilsohlen auf den Eisplatten auf den Wegen zu halten, aber, nun gut, ein bisschen Schwund ist immer dabei. weiterlesen »

Winterfrische

Gedeckte Tische an der Fischerhütte am Schlachtensee
Heute Mittag an der Fischerhütte am Schlachtensee – Foto: h|b

In Kamelien

Fotos: Copyright Ute Schirmack / 2013.

Das mag sich ja keiner da draußen mehr angucken. Weiß und nichts als Weiß, tauend tagsüber, schneiend abends und nichts vom Frühling zu spüren. Doch es gibt Hoffnung. Es gibt einen Ort in der Stadt, da ist es bunt, da blüht’s und man kann das – zugegeben malerische – Außen einfach ausblenden. Das Drinnen verheißt Farbe, wenn nicht überall auch Wärme und es tut sogar so, als würde es mordsmäßig duften.

Es ist Kamelienzeit im Botanischen Garten. Gehen Sie einfach ins Kamelien- und Azaleenhaus, da finden Sie das, was Sie vor der Winter … pardon … Frühlingsdepression bewahrt. Schöne Pflanzen, farbige Blüten, die einem ganz japanisch zumute werden lassen. Kamelien überall. Schöner frösteln als dort, das geht im Moment einfach nicht.

Tropisch warm wird’s gleich nebenan, im Großen Tropenhaus, bei Palmen und Riesenbambus. Und im Mittelmeerhaus  finden Sie auch alle Düfte, die bei den Kamelien fehlen – übrigens deshalb, weil Kamelien in Japan von Insekten bestäubt werden, die nicht gut riechen können. So habe ich’s gelesen, leider erinnere ich mich nicht mehr, wo, da draußen in den Weiten des Internets. Logisch klingt’s allemal – wer nicht mit feinen Gerüchen locken muss, der kann aufs Parfüm verzichten …

Die gute Zusatznachricht für den kleinen Stadtausflug: Da wir uns, unglaublich, aber wahr, kalendarisch bereits im März befinden, ist der Garten schon wieder bis 18 Uhr geöffnet, die Gewächshäuser schließen eine halbe Stunde vorher.

Ein Stück Asien Mitten in Berlin

Die Straßenbahn fährt vorbei an leerstehenden, verfallenen Fabriken, tristen Neubauten und freudlosen Gewerbebauten. Wir sind in einem Teil von Berlin Lichtenberg, in denen einen sicher kein Reiseführer schicken würde. Schade eigentlich, denn genau hier, befindet sich ein Ort, der einen für eine Weile aus dem grauen Berliner Winter ans andere Ende der Welt versetzt. Ein Torbogen mit der Aufschrift Dong Xuan Center weist den Weg. Ohne diesen Hinweis würde einem vermutlich die dahinter liegende verborgene Welt vollkommen entgehen. So aber können wir an diesem kalten Winternachmittag eintauchen in die Flut an Waren aus Fernost.

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