bei Nacht

Kreisverkehr

Zwei Radrennfahrer nebeneinander

Mit der Teamnummer 7 zieht hier der spätere Sieger an der Konkurrenz vorbei – Foto: h|b

Letztens habe ich gesehen, dass es eine Internetplattform für “First Things” gibt, also für Dinge die man zum ersten Mal tut. Am Montag Abend konnte ich, zumindest innerlich, etwas dazu beitragen, ich war zum ersten Mal beim Sechstagerennen in Berlin. Korrekterweise müsste man es ja Sechsnächterennen nennen, da vor 19 Uhr dort niemand auf dem Rad fährt. Die verschiedenen Disziplinen spielen sich dann ab dieser Zeit bis ca. 1 Uhr in der Nacht ab, unterbrochen durch verschiedene Showacts. Der Hauptact an diesem Abend war Mr. Joe’s Band, eine Joe Cocker Coverband. Immerhin war sie so gut, dass ein neben mir stehender Besucher fast mit mir gewettet hätte, das das ja wohl zweifelsfrei der Echte wäre. Na klar, der kommt extra für ‘ne halbe Stunde ins Velodrom, um die Fans des Radsports zu beglücken. weiterlesen »

Warschauer Brücke

Ich habe ja schon öfter Bilder oder Berichte von der Warschauer Brücke hier gepostet, jetzt hat der RBB der Brücke ein aktuelles, filmisches Denkmal gesetzt. Mitwirkende: Mein 24-Stunden-Kaisers, die Partybahn M10, Currywurstbude “wat ne wurst” und natürlich die Hauptdarsteller, Australier, Iren, Franzosen, Argentinier, Engländer, und, und, und, kurz und gut: Das Partyvolk. Jeder ‘ne Flasche in der Hand, daher auch Großeinsatzgebiet für Flaschensammler, die dann im Kaisers in Schlangen durch den ganzen Eingangsbereich das Leergut sofort wieder in neue Flaschen umsetzen. Ein ewiger Kreislauf. Die Party dauert meist nur ein Wochenende, dann bringt der Flieger alle wieder in ihre Heimat zurück. Ach ja, Berliner kommen nur am Rande vor.

Winterabend

Sonnenuntergang am Weissensee in Berlin

Sonnenuntergang am Weissensee in Berlin - Foto: h|b

Kalte Großstadtlichter

Kalte Großstadtlichter an einem feuchtkalten Abend in Berlin, hier am Bahnhof Alexanderplatz ©MM|HSB2012

Sie liebt den DJ

DJ Bobo auf der Bühne

Erfolglose Beschwörung der Silvestergeister - Foto: h|b

Himmel und Hölle

Lichter und Lärm am Himmel und Pulverdampf in den Straßen von Berlin. Ein frohes Neues allerseits!

Eurozone

Großbildschirme am Brandenburger Tor

Ein erfolgreiches 2012 allen HSB Leserinnen und Lesern - Foto: h|b

Heute vor genau 10 Jahren bereitete ich mich in Berlin auf Silvester am Brandenburger Tor vor, übrigens das erste und letzte Mal. Im Sommer 2001 waren wir endgültig hierher umgezogen und nun wollten wir wenigstens mal wissen, wie sich das so anfühlt, so mitten zwischen zehntausenden von Menschen am Brandenburger Tor. Um Zwölf sollte dort das neue Jahr beginnen, soweit nichts Neues, passiert ja dauernd, aber etwas war diesmal doch anders. Etwas, dessen Tragweite ich noch gar nicht so genau abschätzen konnte. Es war diesmal ein wenig … aufregend. weiterlesen »

Ein Fest für die Liebe?

Berlin brummelt sich dem Fest der Liebe entgegen. Selbst in kirchlichen Einrichten leuchten heute bunte Lichteffekte – wie in Weihnachtswerbespots global agierender Getränkehersteller. Überall laufen Menschen mit verzweifeltem Bemühen, tatsächliches oder vorgestelltes Alleinsein zu verhindern. Man müsse jetzt zusammenkommen, ruft einer auf dem Alexanderplatz. Occupy your Mind. Das Fest der Liebe ist da. Wollen wir uns dieses Liebe zusammen etwas genauer ansehen? Nein, nein, das ist kein unmoralisches Angebot. Aber ein Blick in die Gesichter der Menschen um uns herum, erzählt mehr von der Liebe, als wir vielleicht wissen (wollen). weiterlesen »

Wohin zum Jahreswechsel?

Silvester in Berlin ist eine Katastrophe! Das finde ich zumindest, immer noch. Obwohl ich das ja jetzt schon häufiger durchgemacht habe, einmal bin ich sogar nachts durch Kreuzberger Straßen  gezogen. Fürchterlich! Berlin ist zum Jahreswechsel einfach nur laut und lärmig und gegen zwölf hüllen sich die Straßenschluchten endgültig in einen Pulvernebel, der sich in den nächsten Tagen nicht mehr verzieht.

Es gibt wirklich Schöneres. Jedes Jahr denke ich darüber nach, die Stadt kurz nach Weihnachten fluchtartig zu verlassen. Etwas, was mir sonst nicht so schnell in den Sinn kommt. Am liebsten würde ich nach England flüchten, wo es am New Year’s Eve Knaller und Böller überhaupt nicht gibt. Einmal habe ich das erlebt, vor Jahren. Und Vollmond war da auch noch. Ein Traum! Doch auch in diesem Jahr wird das wohl wieder einmal nicht klappen. Obwohl: Vielleicht gibt es ja schöne, ruhige, stille Gegenden irgendwo in Brandenburg?

Für die, die in Berlin bleiben müssen der wollen, hat der langediente HSB-Leser waldnase auf seinem Blog ein paar Ideen zusammengestellt. Und auch hier sammeln wir in den Kommentaren gerne Tipps und Anregungen zur konstruktiven Gestaltung dieser ersten Nacht des Jahres.

Also: Weihnachten ist nicht alles, jetzt schon an die schrecklich unbesinnliche Zeit danach denken!

Wuppertalizing in Berlin

An manchen Tagen gibt es eine merkwürdige Anhäufung von Wörtern, die man sonst selten hört oder liest. Und dann gehen sie einem nicht mehr aus dem Kopf.

Wuppertal ist so ein Wort. Wuppertal ist mir in den letzten 24 Stunden dauernd in Berlin begegnet.

Erst im RBB Radio, wo der Moderator in einem Bericht über Parkgebühren erzählte, dass er aus dieser Stadt in dem engen Tal sei und nie mehr dahin zurück wolle, auch wenn dort parken viel günstiger als in Berlin sei.

Dann im Bio-Laden an der Ecke, wo ich nach meiner derzeitigen Lieblingschokolade (Bio-Vollmilch mit Kristallsalz) fragte, die nicht am ihrem Platz lag. “Ich muss mal in Wuppertal anrufen,” sagte die Verkäuferin mir, da sitzt nämlich die GEPA (Faire Handelsgesellschaft), und ich dachte mir noch, merkwürdig, dass eine Firma mit einem so tollen Geschäftsmodell ausgerechnet aus so einer Stadt wie Wuppertal kommt.

Und dann fiel mir Pina Bausch ein, die unvergleichliche Choreografin, die ihr Hauptlebenswerk in Wuppertal vollbrachte und der Stadt aus den Schatten der erdig-taligen, muffigen, hässlichen Klischees teilweise befreite und ihr zu kulturellem Weltruhm verhalf.

Es zog sich wie eine Kette weiter: In der U-Bahn fragten mich Touristen, wie sie vom Alexanderplatz zur Siegessäule kämen. Ich antwortete, und sie sagten mir schließlich, dass sie aus dem schönen Wuppertal mit dem vielen Grün kämen und fragten mich, ob ich die Schwebebahn kenne.

Irgendwie hatte ich da schon einen kleinen Wuppertal-Gau im Kopf, ein Chor sang ständig “Wuppertal” in Variationen in meinem Kopf.

Und dann stieß ich auch noch auf eine Pressemeldung, die Wuppertal als neue Neonazi-Hochburg bezeichnete.

Als wenn das nicht genug sei, sagte dann noch jemand laut am Telefon, wieder in der U-Bahn: “Da kannst du ja über die Wupper gehen, Alter!” (Dieser Spruch stammt aus der Wuppertaler Historie!) Und das mit Berliner Akzent!

Ich fand, das war deutlich zu viel Wuppertal in Berlin.

Sorry, Susanne, ich kann nix dafür. Aber du ja auch nicht! (Unsere Blog-Betreiberin stammt auch aus Wuppertal.)

I was really wuppertalized. And I was not amused.

Ostkreuz: Nachts an einer Baustelle

Eine Baustelle in der Nähe des Ostkreuzes Foto: © Stefan Reisener 2011

Viele Menschen arbeiten beim Umbau des Ostkreuzes in Berlin-Friedrichshain/Lichtenberg, Tag und Nacht. Viele Männer und Frauen schieben ihre Schichten dort, bei Sturm, Regen, Schnee und Frost. Es ist zugig. Und doch entsteht, langsam, in Millionen von Arbeitsschritten, ein neuer moderner Umsteigebahnhof, ein Knotenpunkt. Ergänzt mit einer 6spurigen Autobahn, die den Bahnhof unterirdisch kreuzen wird (A100 bis Frankfurter Tor, 18. Bauabschnitt). 2016 soll der Bahnhof Ostkreuz fertig sein.

Hier eine Baustelle in Alt-Stralau an der Ringbahntrasse, nahe dem alten Wasserturm.

Der aus Perleberg stammende Stefan Reisener, jetzt in Berlin wohnend, hat als Gast-Fotograf das Bild gemacht. Weitere Bilder des jungen Fotografen auf seinem Blog.

Magischer Leuchtkörper

Eine grüne Lampe an einem Stand des Weihnachtsmarktes vor dem Berliner Rathaus. Die verschlungenen, endlos wirkenden Formen und das sanft schimmernde Licht erinnern mich an den niederländischen Grafiker/Künstler M.C. Escher. Foto: ©MM|HSB2011

Schienen

Nachts an der Warschauer Brücke Foto: ©MM|HSB2011

Schienen

Kalte Luft, die Augen schneiden
treffen auf Farben, sie tränen dabei.
In die Nacht, hinaus in das Dunkle
möcht’ nicht wissen, wohin Du fährst.
Sie lassen dich gleiten, ihr Ziel scheint unendlich
doch Weichen, gestellt, bestimmen den Weg.
Du fragst nicht wohin, dir ist nur kalt
die Farben tauchen, das Fremde kommt bald.