Kultur

Stolpersteine in Berlin

Pin It

Sie sind überall in Berlin, und es ist so gut wie unmöglich, nicht irgendwann über sie zu stolpern. Denn dazu sind sie schließlich da, diese kleinen Denkmäler auf Gehweglevel: die Stolpersteine.

Zwei "Stolpersteine" in der Gubener Strasse in Friedrichshain

Zwei “Stolpersteine” in der Gubener Strasse in Friedrichshain – Foto: h|b

Meist stößt man zufällig auf sie, tritt fast hin, tritt dann daneben und schaut. Liest die knappe Botschaft. Was von einem Menschen bleibt. Wie wenig mitunter.

Wer gezielt danach suchen möchte, kann in einem Wiki nachsehen, wo die Berliner Stolpersteine verzeichnet sind. Auf der Hamburger Stolpersteinseite habe ich übrigens eine Putzanleitung gefunden. Keine schlechte Idee, wo doch gerade der Frühling beginnt.

Der Medizinmann im Bikini

Pin It

Die vergangenen Weihnachtsfeiertage trafen mit der Premiere des Kinofilms “Der Medicus” zusammen. Dieser seit einiger Zeit angekündigte Film wurde in dem erst vor wenigen Wochen nach umfangreichen Umbaumaßnahmen wiedereröffneten Zoo-Palast” erstaufgeführt.

ZB03_9325_Kino1_02

weiterlesen »

Schreiben, Lesen und Kämpfen

Pin It

So etwas passiert, wenn alte Internetesel wie ich sich vergoogeln. Eigentlich wollte ich gestern Mittag nur etwas über einen mir bislang unbekannten Schriftsteller herausbekommen, von dem ich kurz zuvor ein kleines bisschen Quatsch über #aufschrei gelesen hatte. Dabei übersah ich, dass Google artig, wie zuvor aus anderem Grund vorgegeben, lediglich die News auswarf. Genau gesagt, ganze zwei News. Eine davon enthielt die Information auf die aktuellen Berliner Festivitäten zum 150-jährigen Bestehen der SPD sowie einen Hinweis auf eine Lesung aus dem Band „Schriftsteller gratulieren der SPD zum 150. Geburtstag“. Eine mittelmächtig gruselige Vorstellung.

Rote Erde! Foto: HSBengl

Rote Erde! Foto: HSBengl

Als tiefe Verehrerin des Prinzips Zufall und darüber hinaus nicht unbedingt feige, was literarischen Grusel angeht, befinde ich mich kurz danach unvermittelt mitten auf einem mit rotem Teppich unterlegten Deutschlandfest. Kann passieren. Und die SPD ist womöglich ja auch gar nicht so verkehrt, zumal ich als Ruhrpottgöre einen nicht unerheblichen persönlichen Bezug zur ihr haben könnte. Das rede ich mir fleißig ein, als ich zwischen den Bühnen hin- und herwandere, sämtliche Unterschriftslisten mehr oder weniger höflich abwehre, die mir eifrig vorgehalten werden, und zuletzt bei den poetischen Appellen von Konstantin Wecker hängenbleibe. (Beinah hätte ich Hannes Wader geschrieben, aber so alt ist die Liebe dann doch noch nicht.) Wut und Zärtlichkeit, jaja. Wie in den 80ern.

weiterlesen »

Urban Ballads

Pin It
Ausstellungsplakat

Urban Ballads – Fotografien von Jürgen Bürgin – Vernissage – Foto: h|b

Im Sommer sprießen in Berlin wieder allerlei Fotoausstellungen hinaus in die Stadt. Da ist zum Einen das große “Browse Foto-Festival“, mit Ausstellungen in Galerien, Cafes, Restaurants und Hotels, zum Anderen kann man zum Beispiel im Willy Brandt Haus die eindrucksvollen Bilder des “World Press Photo Awards” auf sich wirken lassen. Wer es mehr kiezbezogen mag, dem empfehle ich den Besuch der kleinen, aber feinen Fotogalerie Friedrichshain am Helsingforser Platz. Dort stellt Jürgen Bürgin sein “Urban Ballads” aus, seine “Geschichten aus der Großstadt”.

Fotoausstellung

Urban Ballads – Fotografien von Jürgen Bürgin – Vernissage – Foto: h|b

Und nicht nur aus einer, sondern gleich aus mehreren. Ob Tokio, Shanghai, New York, aber auch Berlin, zu sehen sind Bilder von Menschen in ihrem urbanen Umfeld. Da fast jedes der Bilder auch einem Film entsprungen sein könnte, bleibt es dem Betrachter überlassen, sich seine eigenen Geschichten zu spinnen. Das kommt nicht von ungefähr, ist doch Jürgen Bürgin Filmpromoter und so von Berufswegen ein fleissiger Cineast. Wer sich in der Welt des Films gut auskennt, wird sicher einige Parallelen entdecken. Die überwiegend großformatigen Bilder sind in der Fotogalerie Friedrichshain noch bis zum 02. August zu sehen und wer Zeit hat und gut gemachte Streetfotografie – im Stile eines Henri Cartier-Bresson – mag, dem ist ein Besuch auf jeden Fall zu empfehlen.

Der Fotograf Jürgen Bürgin

Urban Ballads – Fotografien von Jürgen Bürgin – Vernissage – Foto: h|b

Queeres Berlin im Sommer 2013: Dyke* March, CSDs und QueerTango-Festival

Pin It

Am letzten Wochenende fand das Lesbisch-schwule Stadtfest um den Nollendorfplatz statt. Bekannt ist diese queere Institution, die es bereits seit 1993 gibt, auch als Motzstraßenfest. Ich selbst sage ja seit einiger Zeit eher Motzmesse dazu, was möglicherweise ein klein wenig gemein ist. Die Live-Musik dort höre ich dennoch ganz gern, deshalb war ich tatsächlich, nach ein paar Jahren Abstinenz, diesmal wieder kurz vor Ort. Und zwar deshalb:

Am kommenden Wochenende finden dann die CSDs statt, der „große CSD“ und natürlich auch der „kleine CSD“. Hervorragend zusammengefasst werden beide im Terminkalender von xhain.info. Und morgen schon marschieren die Dyke*s für mehr Sichtbarkeit durch Berlin, zum ersten Mal, soweit ich weiß. Keine schlechte Idee!

Diese Marschiererei ist allerdings nicht (mehr) so mein Ding, neuerdings bin ich mehr fürs Tanzen. Das geht im kommenden Monat los, beim QueerTango-Festival mit höchst internationaler Beteiligung, das in diesem Jahr zum 3. Mal stattfindet. So sah es dort im letzten Jahr aus:

Sommeranfang mit Musique

Pin It

Am kommenden Freitag, den 21. Juni, dem längsten Tag des Jahres, findet in Berlin, wie mittlerweile seit neunzehn Jahren schon, die Fête de la Musique statt. Was das ist? Kurz gesagt: Musik für umsonst, verteilt in der ganzen Stadt. Viel, viel mehr kann man auf der Webseite des Musikfestes nachlesen. Oder einfach schnell mal dieses Video anschauen:

Ach: Und eine App gibt es natürlich auch. Werd ich gleich mal ausprobieren.

Ich bau dir ein Schloss

Pin It
Der Schlossplatz in Berlin mit dem Dom im Hintergrund

Der Schlossplatz in Berlin – Foto: h|b

Mann, Mann, Mann, kaum ist man mal drei Tage nicht in Berlin, verschwinden einfach so Plätze. Wo vorher noch eine riesige grüne Wiese war, klafft nun ein riesengroßes Loch, in dem plötzlich Bagger und Kräne stehen. Der Schlossplatz gegenüber dem Lustgarten. Letzte Woche wurde ja der Grundstein gelegt, aber ich hatte nicht erwartet, dass der Tiefbau schon so weit fortgeschritten ist. Es recken sich zwar überall noch Eisenverwehrungen in den Himmel, aber zum Teil sind bereits fertige Betonschalen zu sehen.

Heute durfte das Volk die Baustelle besichtigen. Nachdem man ein paar provisorische Stahltreppen hinuntergestiegen war, konnte man durch das Gelände wandeln, um sich am Ende hauptsächlich für ein Foto um den Grundstein zu drängeln. Im Gegensatz zu Heintje, der ja mit seiner Mutter in das Schloss ziehen wollte, dass er beabsichtigte zu bauen, wenn er groß wäre, soll 2019 das Innere des Schlosses das Humboldtforum aufnehmen. Von Seiten der Befürworter wird ja dieser Begriff auch immer in den Vordergrund gestellt, “Schloss” hört man nicht so gerne. Wenn es also keine Probleme mit einer Rauchgasanlage geben sollte, ist Berlin in spätestens 6 Jahren um eine Attraktion reicher.

Die Falten der Stadt

Pin It
Zwei Köpfe an einer Wand

Volker und Joachim an die Wand “gepasted” – Foto: h|b

Wer in diesen Tagen mit offenen Augen durch Berlin läuft, dem fallen vielleicht die riesengroßen Portraits auf, die von verschiedenen Gebäuden auf die Passanten herabblicken. Manchmal – wie hier auf dem Bild an der Revaler Straße – haben die Protagonisten die Augen auch geschlossen. Der französische Streetart-Künstler JR hat 15 ältere Berliner fotografiert und sie anschließend als “Starschnitt” auf die Hauswände “gepasted”, sprich geklebt. Nach der künstlerischen Definition sollen dabei “die Falten der Menschen, mit den Falten der Stadt” in einen Dialog treten. Der Tagesspiegel berichtete darüber im April, inzwischen müssten alle Portraits geklebt sein und warten auf ihre Entdeckung.

Spielplatz für Erwachsene

Pin It
Gruppenfoto auf einer Bühne

Die Künstler der “Playgrounds” präsentierten sich gestern Abend auf der Vernissage – Foto: h|b

Große hohe Räume in einem altem Gebäude, Räume in Räumen, ausgewählte Künstler, spannende Installationen, eine Kamera. Das gemeinsame Ziel: Kreativ sein. Jeongmoon Choi, Martin Butler, Shan Blume und Starstyling sind nur einige der Künstler die sich auf 7000 Quadratmeter Fläche einen Spielplatz bauen durften. International bekannte Künstler die auch schon auf der Biennale ausgestellt haben, verwandeln die Opernwerkstätten in Berlin, die während der Fashionweek schon Location für die BOSS Präsentation war, vom 26. April bis zum 24. Mai 2013 in eine interaktive Spielwiese, den “Photographie Playground”. Die Besucher werden dabei von ihrer Rolle als Rezipienten befreit und zur Interaktion und Mitgestaltung aufgefordert. Sie sind dazu eingeladen, die Installationen mit allen Sinnen zu entdecken und sich dabei ein persönliches Bild von und Bilder mit der OM-D zu machen. Die OM-D ist eine spiegellose Systemkamera von Olympus und kann und soll während des Besuchs der Veranstaltung ausgeliehen werden. Die Speicherkarte mit den Fotos dürfen die Besucher am Ende mit nach Hause nehmen. weiterlesen »

Café Schmitzberger

Pin It

Fotos: Copyright Ute Schirmack / 2013

Eine gedeihliche Symbiose zwischen zwei Nachbarn ist zu Ende gegangen, nicht jedoch meine Liebe zum Qualitätskaffee bei Frau Schmitzberger. Mariusz, der Friseur meines Vertrauens, ist mit der Haarwerkstatt von der Kopernikus- in die Simon-Dach-Straße gezogen. Kaffee holen mit Strähnchenfolie auf dem Kopf und Handtuch um die Schultern, zwei Häuser weiter im kleinen Austro-Delikatess-Lädchen von Theresia Schmitzberger, ist nun nicht mehr.

weiterlesen »

Die Menge und das Meer aus kleinem Geld

Pin It

Teilen. Gemeinsam. Paradigmen, die längst zu einem Mainstream angeschwollen sind. In unserer von prekären und gleichzeitig künstlerisch wertvollen Verhältnissen durchwobenen Stadt kann man das freigiebig Teilende und gemeinsam Erschaffende am eigenen Leib erleben, wenn man will. Gerade auch für die Netzbeheimateten – wie Sascha Lobo die netzaffinen Citoyen nennt – ist das ein systemimmanentes Verhalten. Teilen von und gemeinsames Erarbeiten von Inhalten. Nicht zuletzt ist dieses Blog, das Ergebnis einer Gruppe.

Es ist das eine, Bilder, Buchstaben und Beats kollaborativ zu schaffen und zu nutzen, und etwas anderes, Geld zu beschaffen. Aber Crowdfunding entspringt derselben Motivation. Und das Prinzip, wenn viele ein wenig geben, kann daraus etwas großes werden, erlebt derzeit einen ordentlichen Aufschwung. Und hier gilt wie überall: im Longtail ist für jeden was dabei, egal welches Thema mensch umschwärmen möchte. Theaterstücke, Kunstprojekte, Spende, Geschäftsideen und Produkte jeder Art.

Die Plattformen dafür sind auch im deutschsprachigen Raum inzwischen zahlreich. Auch regionale Plattformen entstehen. Für Berlin zum Beispiel Berlin Crowd. Geben und Nehmen. Für mein Invest bekomme ich im Erfolgsfall exklusiv das fertige Werk, ein Hauskonzert oder Anteile an einem StartUp.

In Sachen Musik ist Sellaband ein internationaler Platzhirsch. Hier kann man Musikern ein Konzert, eine Tournee oder eine Platte ermöglichen. Und weil wir derzeit alle etwas Wärmendes, Süßes und Farbiges gut gebrauchen können, steht der Song “Meer aus Farben” Berliner Band Berge nicht nur für eine erfolgreiche Kampagne mit der Masse, sondern auch für einen frühlingshaften Abschluss dieses Beitrags.

Finnischer Sonnenaufgang in der Columbiahalle

Pin It

Nach ihrem Gastspiel im vergangenen Sommer in der Wuhlheide war die finnische Rockband Sunrise Avenue am gestrigen Abend erneut in der Hauptstadt und spielte mit einigen Besonderheiten in der Columbiahalle auf.

20130304-01

weiterlesen »

Berlinale vergessen

Pin It

So geht es mir oft. Ich lebe in Berlin, seit über acht Jahren, die Hauptstadt liegt mir quasi zu Füßen. Nun ja, auf jeden Fall ist sie da draußen, irgendwo, ohne jeden Zweifel. Und mit ihr die Konzerte, Museen und Theaterpremieren. Die großen Events und die kleinen Mucken, die vielen Dinge, die man mal gesehen haben sollte. Unbedingt. Und ich verpasse es, ich verpasse soviel. Ich verpasse im Grunde alles. Außer die eine oder andere Literaturveranstaltung, immerhin.

Die Berlinale zum Beispiel. Sie war da, da bin ich sicher. Sie war bestimmt nicht weit, aber ehe ich mich aufraffen konnte, was sie auch schon wieder vorbei. Morgen gibt es nämlich schon die Oscars, sehe ich gerade. Verdammt!

Deshalb lese ich jetzt schnell bei Maike nach, denn die war, das habe ich bei Twitter mitgekriegt, intensiv mit dabei und hat in ihrem Blog beim Meinungsmedium (soso!) der freitag auch fleißig darüber geschrieben: Prolog, Entschleunigung, Porno, Verwechslungsgefahr, Schlafes Schwester, Hey Jude und Love Zombie.

Puh. Ich glaub, Berlinale ist anstrengend.