Fotos im Amerikahaus

In ein Gebäude mit mit kurzer, aber heftiger Geschichte zu ziehen, ist auch für eine Fotogalerie mit Ambition eine Herausforderung.  Kein Wunder, dass eine Riesenschlange am Bahnhof Zoo auf die Eröffnung der C|O Galerie wartete.

Andrang an der co Galerie

Einem Fotografen, der zur Zeit der Entstehung des Gebäudes in Berlin gelebt hat, wird in der Eröffnungsausstellung gehuldigt: “Will McBride – Ich war verliebt in diese Stadt. Fotografien 1956-1963″.

Will McBride - Fotoausstellung

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Spazieren in Berlin

Weil mich die Geschichte Berlins immer interessiert, habe ich mir das Buch Spazieren in Berlin von Franz Hessel bei der Landesbibliothek, der früheren Amerika-Gedenkbibliothek, ausgeliehen. Es ist die Erstausgabe aus dem Jahr 1929. Auf knapp 300 Seiten schildert der Autor in lockerem Ton seine Eindrücke und Erlebnisse beim Schlendern durch die Stadt. Es gibt einige Passagen, die mich beim Lesen verharren lassen.

»Der künftige Potsdamer Platz wird von zwölfgeschossigen Hochhäusern umgeben sein.«

Später, im Kapitel über den Landwehrkanal, heißt es:

»Die Kottbuserstraße führt uns zurück an den Kanal, und wir kommen in die Budenstadt eines Marktes, der das ganze Maybacher Ufer bedeckt.«

Der Zeitsprung gelingt mühelos, als wären keine 85 Jahre vergangen. Er schildert Angebote, die auch heute noch zu haben sein könnten. Eine wunderbare Entdeckung!

Umsonst und draußen

Spree, Sonnenuntergang, Musik, was braucht es mehr - Foto: h|b
Spree, Sonnenuntergang, Musik, was braucht es mehr – Foto: h|b

Im Rahmen der “Berlin Music Week” finden entlang der Mühlenstraße heute und morgen viele Liveauftritte junger Künstler statt. Hauptstage ist am O2 Anleger. Wer Lust hat Newcomerbands zu hören und den Sommer melodisch bei einem schönen Sonnenuntergang ausklingen zu lassen, kann das morgen noch zwischen 15 und 20 Uhr im Rahmen des “First we take the streets” Festivals.

49 Musikalische Schweigeminuten

Die Berliner Zeitungen schweigen. Dabei ist in der Nacht zum Mittwoch ein großartiger Musiker gestorben:  Johnny Winter! Die FAZ und die Zeit machen es besser. Wo beide Zeitungen abschreiben, denn die Artikel sind fast identisch, weiß ich nicht. In Gedenken an ihn werde ich mir jetzt Second Winter auflegen. Das einzige, mir bekannte Doppel-Album auf dem nur drei Seiten bespielt wurden. Der Link verweist auf die englische Wikipedia; ein deutscher Eintrag existiert nicht.

Gee Vero – The Art of INCLUSION noch bis zum 27. Juni im Kleisthaus

von Ina Müller-Schmoß

Hinweisen möchte ich auf eine wirklich sehenswerte Ausstellung der Künstlerin Gee Vero. Das Besondere: Gee Vero verknüpft Kunst und Inklusion. Für einen ersten Vorgeschmack möge man sich die kleine Foto-Dokumentation der Vernissage anschauen.

Kunst ist in der Lage, Inklusion auf allen Ebenen unmittelbar sichtbar zu machen. The ART of INCLUSION ist mein Angebot als autistische Künstlerin – eine von 67 Millionen Autist/innen – an die Gesellschaft, sich der Herausforderung des Mitmensch-Seins mit autistischen Menschen zustellen. Es ist eine Einladung an einem Gemeinschaftswerk teilzuhaben und sich auf mich und meine Kunst einzulassen. Persönlichkeiten aus Kultur, Politik und Wissenschaft werden eingeladen, gemeinsam mit mir der Inklusion, im Sinne des lateinischen Ursprungs des Einschlusses und der Dazugehörigkeit, einen Schritt entgegen zu gehen. Ein Blatt Aquarellpapier wird zum Ort der Begegnung. Zwei Bilder werden ein Gemeinsames. Die unterschiedlichen Ergebnisse zeigen, wovon die Gesellschaft noch weit entfernt ist: Toleranz, Akzeptanz und Inklusion autistischer Menschen ist keine Illusion.

The Art of Inclusion ist noch bis zum 27. Juni 2014 im Kleisthaus, Mauerstraße 53, 10117 Berlin zu sehen. Die Öffnungszeiten sind Montag – Freitag 10.00 – 18.00 Uhr.

Bei einem Treffen im Mai mit Gee hatte ich Gelegenheit, ihr ein paar Frage zu stellen. Hier das Interview:

Gee Vero – The Art of INCLUSION noch bis zum 27. Juni im Kleisthaus weiterlesen

Fahne hissen – hoffentlich hilfts

Regenbogenfahne am Charlottenburger Rathaus
Regenbogenfahne am Charlottenburger Rathaus

Charlottenburg hat damit angefangen, heute werden in allen Berliner Bezirken Regenbogenfahnen aufgezogen, hier von Bürgermeister Naumann und dem Voritzenden des LSVD Steinert – als Auftakt zum Lesbisch-schwulen Stadtfest.

Wenn ein CDU-Bürgermeister aus dem Westerwald ernsthaft den § 175 (Strafbarkeit von Homosexualität) wieder einführen möchte, kann man sich noch an den Kopf fassen. Wenn die Berliner Mahnmale für homosexuelle KZ-Opfer demoliert werden und wenn generell eine Abkehr von Toleranz gegenüber anderen Lebensweisen zu beobachten ist, beginnt man, über deutliche solidarische Zeichen nachzudenken.

Am Wochenende ist aber zunächst Riesenparty in Schöneberg angesagt, das schwul-lesbische Stadtfest beginnt. Ob sich die Gay-Pride-Week wieder mehr mit politischen Statements aufladen kann, wird sich noch zeigen.