Gut zu wissen, dass es Menschen gibt, die nicht „klein bei geben”. Da wird jemand jahrelang ohne dringenden Verdacht bespitzelt. So weit, so schlecht! Bleibt für mich die Frage: Was kostet die Ausdauer, ein solches Verfahren zu führen? Wie man weiß, ist auf Richter nicht immer Verlass — auch wenn man im Recht sein sollte.
Der Integrationsbeauftragte ist zurück getreten. Dafür haben wir jetzt eine Drittel Senatorin, die das Thema aus eigener Erfahrung kennen sollte. Ob dann alles besser wird, darf kritisch betrachtet werden. Mein Herr Buschkowsky lässt keinen Fettnapf aus, wenn es um das Thema geht. Die Berliner Polizei sieht offensichtlich keinen Handlungsbedarf mehr.
Weil ich am Sonnabend gerne zu Hause bleibe, trifft mich der BVG-Streik nicht.
Ich bin gespannt, ob sich der Kreis für Otto Rehhagel schließt, der seine Karriere im bezahlten Fußball 1963 bei Hertha BSC begonnen hat. Wenn er denn hierher kommen sollte. In jener Saison verteidigte man konsequent den 14. Platz, mit dem der Verbleib im Oberhaus möglich war. Sollte das wieder gelingen, darf gerätselt werden, ob er einen weiteren Spitznamen erhält: Torhagel, König Otto und Rehakles kennen wir schon.
Unsere Polizei stellt ihre Statistik zum Straßenverkehr vor. Für alle, die es ganz genau wissen wollen, stehen jede Menge Zahlen parat. Mir genügen immer ein paar Minuten an der Thielenbrücke, um wieder gottesfürchtig zu werden. Es ist schlichtweg ein Wunder, dass dort nicht mehr passiert. Wobei am schlimmsten Unfall im letzten Jahr zwei Radfahrer beteiligt waren. Der Eine fuhr den Anderen einfach um; der prallte gegen einen Verteilerkasten und blieb liegen. Der Verursacher wollte einfach abhauen. Was ein paar aufmerksame Menschen verhinderten! Und Morgen stifte ich eine Kerze.
Die Gletscherzunge auf dem Weg zum Hauptbahnhof - Foto: h|b
Beim durchstöbern der Fotos auf meiner Festplatte fiel mir auf, dass ich überproportional viele Bilder vom Berliner Winter habe. Ob es jetzt daran liegt, dass ich im Sommer eher “weg bin”, also nicht dazu komme, Berlinfotos zu machen, oder ob das Gerücht stimmt, dass der “gefühlte Winter” in Berlin fast sechs Monate dauert, nämlich von November bis April. Vor der “unweigerlichen Klimakatastrophe” durch die globale Erwärmung, kommt also zuerst eine kleine Eiszeit. Ist ja irgendwie auch logisch. Oder ist es doch nur ganz normal und einfach nur “Wetter”.
Ein Jahr nach der Räumung der Liebig 14 zogen heute die Zombies durch Friedrichshain. Etwa 1000 meist jugendliche Demonstranten hatten sich am Bersarinplatz eingefunden, um “gegen die Verdrängung armer Menschen und alternativer Strukturen aus den Kiezen” zu demonstrieren. Die Route zieht sich im großen Bogen zurück zur Liebigstraße, die aber laut Polizei nicht das Demonstrationsziel sein darf. Die Stimmung war durchaus ausgelassen und bei dem vorgelegten Tempo sollte das Ende inzwischen erreicht sein. Weitere Aktionen sind geplant, so soll es heute Abend noch ein Konzert geben.
Wenn es hier schon kalt sein muss, dann bitte mit Sonnenschein. Sieht im Augenblick nicht schlecht aus. Außerdem macht die Wetter-Übersicht froh, dass man nicht in Moskau oder Archangelsk ist. Dazu noch ein Lacher mit Torte für den Kopierer. Wobei das einzelne Exemplar nicht wirklich mithalten kann. Das kann Hollywood besser. Das Wochenende fängt gut an.
Transparenz oder Schutz der Privatsphäre? Die Piraten schreiten munter voran. Ich möchte meine Volksvertreter nicht andauernd kontrollieren müssen. Ich möchte Ihnen vertrauen können. Vertrauen??? Das ist ja ‘ne geile Nummer, würde jetzt einer meiner Filmhelden sagen. Manchmal bin ich richtig blauäugig.
Die Themen „Kochen“ und „Essen“ sind aus unserem Alltag weder zur Nahrungsaufnahme noch aus den verschiedenen Printmedien und dem TV momentan wegzudenken. Grund genug, auch von dieser Stelle aus einen Blick darauf zu werfen.
Die akustische Parallele des Titels zum jährlich wiederkehrenden Sylvester-Highlight gibt die Richtung einer aktuellen Aufführung im Umfeld Berlins vor: Die Vorstellungen von Dinner for Fun möchten Kulinarik und Unterhaltung miteinander verbinden.
Die Idee ist nicht neu: Bereits vor Jahren feierten Vorstellungen eine ganze Zeit lang Erfolge, in denen köstlich zubereitete Speisen mit Akrobatik, Humor und weiteren Vorführungen kombiniert wurden. Die Besetzung von Dinner for Fun rund um Sabrina Bienas und Dave Blundell führt diesen Gedanken konsequent fort.
Der Flughafen, der Neue, macht Schlagzeilen: Nicht nur wegen Flugrouten, sondern wegen Schwarzarbeit und Akzeptanz. Dazu passt der Artikel mit dem Stolpe-Interview. Ist schwer zu lesen, aber sehr aufschlussreich. Und jetzt transportiere ich jemanden nach Schönefeldt.
Das erklärt heute die Berliner Zeitung und fasst dabei einiges über Verkehrs- und Industrielärm zusammen:
Unsere Körper sind so gebaut, dass Geräusche unser Nerven- und Hormonsystem aktivieren – auch nachts. Sie verändern unseren Blutdruck, die Herzfrequenz, den Kreislauf. Bei unseren Ahnen war es sinnvoll, dass Geräusche den Körper Stresshormone ausschütten ließen. Heute aber sind Menschen, die an Straßen, Schienen oder unter Flugrouten leben, einer Dauerbeschallung ausgesetzt, die zu – oft unbewussten – Dauerstress führt.
Mediziner fanden heraus, dass das auch im Schlaf der Fall ist und auch bei Personen, die glauben, sich an Lärm gewöhnt zu haben. Die Folgen, von Gehörschäden abgesehen: Herzerkrankungen, Herz-Kreislauf-Störungen wie Arterienverkalkung, Bluthochdruck und – wegen der Hormonstörungen – auch veränderte Blutfett und -zuckerwerte.
Überhaupt, eine solide Berlinquelle diese Berliner Zeitung, entwickelt sich eindeutig zur besten Berliner Zeitung. Finde ich. Und verstehe gar nicht, wie ich die derart aus den Augen verlieren konnte in letzter Zeit. Das wird sich ändern, ist jetzt wieder fix im Feedreader.
Große Aufregung herrscht um die Auswertung von Mobilfunk-Daten. Der Begriff Überwachung, wie er im Artikel steht, erscheint mir für den Vorgang nicht passend. Darunter verstehe ich eine direkte Verfolgung. Das fand nicht statt. Ob das Ganze überhaupt Sinn macht, ist für mich höchst zweifelhaft. Die meisten Geräte werden zwischen 3:45 und 5:00 Uhr, so steht es im Dokument, ganz still in den Wohnungen ihrer Besitzer gelegen haben. Und die nächste Richterin könnte fragen, ob die Maßnahme einen Ermittlungserfolg erbracht hat. Die Behörden schweigen zu dieser Frage. Bis jetzt!
Es ist noch keine sechs Jahre, da wurde der Mehdornbau irgendwo in Ulan Bator eröffnet. Ein Jahr später riss der Sturm Kyrill bereits einige Bauelemente aus der (soweit ich mich erinnere nicht vorhandenen) Verankerung. Und jetzt das:
Erst das verkürzte Dach – und jetzt lockere Schrauben: Das Bautempo, das der damalige Bahnchef Hartmut Mehdorn durchgedrückt hat, um den Hauptbahnhof wie vom ihm gewünscht zur Fußball-WM 2006 eröffnen zu können, hat dem Bau erheblich geschadet. Optisch und jetzt auch materiell. Der Austausch der verschlissenen Verbindungsteile an den Brücken wird wohl weit mehr als zehn Millionen Euro kosten. Rund eine Million Euro hat bereits die vorläufige Sanierung verschlungen.
An dem Brückenbauwerk der Ost-West-Stadtbahn gibt es im Bereich des Hauptbahnhofs insgesamt neun Zwischenfugen, bei denen die durch die Züge ausgelösten Kräfte über besondere Konstruktionen geleitet werden, um die Schienen zu entlasten; von den Ingenieuren Fahrbahn-Übergangskonstruktion genannt.
Weil die Gleise in einer Kurve liegen, wäre eine Sonderbauart erforderlich gewesen. Bei dem engen Terminplan sei dafür jedoch keine Zeit gewesen, heißt es heute bei der Bahn.
Wir bloggen Berlin! Dabei erheben wir selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, dafür aber auf Vielfalt. Das Hauptstadtblog erzählt vom Leben und Lachen in Berlin und Umgebung. Auch vom Hadern und Streiten natürlich. Dabei sind unsere Autorinnen und Autoren subjektiv und verspielt, manchmal auch bissig. Bundespolitik interessiert uns, ist aber hier nicht unser Thema – dazu gibt es ja auch viele andere Blogs.