07.06.2009

Europawahl 2009 in Berlin: Keine Lust aus lauter Frust?

Michael in am 7. Juni 2009, 22:23   9 Kommentare »

Die Piraten entern Berlin: die Piratenpartei für digitale Freiheit ist die erfolgreichste der 26 Parteien, die unter “Sonstige” auf dem fast 1 Meter langen Wahlzettel (“bitte dreimal falten, der Zettel ist nicht normgerecht”, O-Ton meiner Wahlhelferin heute nachmittag) aufgeführt werden. 1,4% der Stimmen erreichten sie, dicht gefolgt von der Tierschutzpartei mit 1,3%. Das ist Berlin. Piraterie und Tierschutz! Beruhigend: nur 1,5% der Hauptstädter wählten Rechtsaußen, ganz entgegen dem sonstigen Rechtsruck vor allem in Südosteuropa, Österreich, Dänemark und den Niederlanden. Einen kurzen Überblick darüber, wie sich der Rechtsextremismus heute darstellt, findet sich in einem aktuellen Beitrag der Tagesthemen. Die Wahlbeteiligung liegt auf einem erneuten historischen Tief bei rund 30% (2004: 38,6%). Fast unnötig zu erwähnen, das immer noch deutliche Unterschiede zwischen den Ost- und Westbezirken im Wahlverhalten existieren.

Ansonsten: Die Europawahl bewegt die Berliner nicht. Zumindestens nicht zum Wahllokal. Dort herrschte vielerorts gähnende Leere. Ein paar Wähler gab es aber dennoch. Sie trotzten dem Umstand, dass sich gerade die Berliner Parteien in gar nicht mal so seltener Einmütigkeit zumeist selbst demontieren oder gar implodieren. Das kennt der Berliner an sich aber auch schon, und wen juckt es, ob Wowereit nun doch mehr der König von Berlin ist als ein Demokrat, die Linke sich selbst zerlegt und z.B. eine verlogene Lohnpolitik betreibt, die Rechten eben doch keinen Halt mehr haben und sich in Finanzgeschiebe verstrickten wie einst und jetzt die CDU, als wir noch den neoliberalen Star Landowsky in der Regierung hatten, der für mich Inbegriff einer dekadent-maroden, selbstherrlichen und abgezockten Politik ist. Aber es interessiert ja wirklich keinen, schreibt die taz: zum Glück sind die Wähler desinteressiert wie eh und je.

Trübes Wetter stellt die Morgenpost als Grund für die geringe Wahlbeteiligung fest. Was wäre denn gutes Wahlwetter? Sonnig und warm ist es nicht (schweißtreibend, anstrengend), kalt ist es nicht (Freunde besuchen und Spiele machen), naß auch nicht (jemütlich zu Hause). Vielleicht sollten die Politiker ein Gutachten aufgeben für ideales Wahlwetter. Das spart dann die teuren Ausgaben für die Wahlkampfplakate, die in ihrer dumpfen, nicht auseinanderzuhaltenden Schlichtheit kaum zu überbieten sind. Aber: schlimmer geht immer!

Im Vergleich zur EU-Wahl 2004 hat sich mit dem Wahlsonntag in Berlin nicht viel verändert. Die Zahlen in Klammern sind die Wahlergebnisse von 2004.

  1. CDU 24,5%, (26,4%), Verlust: -1,9%
  2. Grüne 23,6%, (22,8%), Gewinn: +0,8%
  3. SPD 18,8%, (19,2%), Verlust: -0,4%
  4. Linke 14,7%, (14,4%), Gewinn: 0,3%
  5. FDP 8,6%, (5,3%), Gewinn: 3,3%
  6. Sonstige:9,8%, (6,5%), Gewinn: 3,3% (26 voneinander unabhängige Parteien)
    (Quelle: Der Landeswahlleiter in Berlin, Stand 21:52 Uhr)

Nachhilfe von Klaus Wowereit ist zu erwarten: der Regierende Bürgermeister zeigte sich enttäuscht von den Wahlergebnissen und gab zu, dass noch mehr herausgearbeitet werden müsse, „was Europa konkret für Berlin bedeutet“. Vielleicht reicht ja die Kampagne sei berlin doch nicht ganz.

PS: wer über den Berliner Horizont hinaus die zukünftige Zusammensetzung des Europaparlaments auf einen Blick erfahren möchte, kann das hier tun.

Ergänzt am 9. Juni 2009 mit einem Link zum Thema Rechtsextremismus (1. Absatz).

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13.10.2006

Am 26. Oktober ziehen Neonazis in die Bezirksparlamente

Günter in am 13. Oktober 2006, 10:16   Kommentar schreiben »

Am Tag der konstituierenden Sitzung des Abgeordnetenhauses ziehen Rechtsextreme in mehrere Bezirksverordnetenversammlungen ein: Am 26. Oktober (ab 17 Uhr) beginnen die ersten Sitzungen der neuen BVVen in Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf, Neukölln, Pankow sowie in Treptow-Köpenick, wo der wegen Volksverhetzung vorbestrafte NPD-Chef Udo Voigt ein Mandat erhalten hat. Linke Gruppen planen bereits Protestaktionen. Mein Vorschlag: Dort Gesicht zeigen gegen Rechts.

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18.09.2006

Nazis in den Bezirksparlamenten

Günter in am 18. September 2006, 09:18   13 Kommentare »

“Rechtsradikale Verbrecher gehören nicht ins Parlament, sondern vor Gericht”, sagte SPD-Generelsekretär Hubertus Heil zum Einzug der NPD in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern. Leider haben Rechtsextreme auch den Sprung in einige Bezirksverordnetenversammlungen (BVV) geschafft – im Überblick:

  • Neukölln: NPD 3,9 % (2 Sitze)
  • Treptow-Köpenick: NPD 5,3 % (3 Sitze)
  • Marzahn-Hellersdorf: NPD 6,4 % (3 Sitze)
  • Lichtenberg: NPD 6,0 % (3 Sitze)
  • Pankow: Republikaner 3,1 % (1 Sitz)

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17.09.2006

Wahllokalergebnisse

Günter in am 17. September 2006, 22:54   1 Kommentar »

Die Grünen haben gewonnen, besonders deutlich Wahllokal 202 im Prenzlauer Berg.

Die Grünen haben gewonnen, besonders deutlich Wahllokal 202 im Prenzlauer Berg.

Erstwahlhelfer-Erfahrungen, 5. Teil

Berlin hat gewählt, genauer gesagt 58 Prozent der Berliner Wahlberechtigten. Weniger geht nicht? Irrtum: Im Wahllokal 03202, Thomas-Mann-Schule in Prenzlauer Berg, dem Einsatzort des Erstwahlhelfers, haben nur rund 45 Prozent der 794 Berechtigten gewählt.

Nach anfänglichem Auszähl-Chaos (der Vorsteher war sogar der Meinung, dass man die Auszählung nicht fotografieren dürfte – völliger Quatsch) kam ein interessantes Ergebnis zum Vorschein: Wie die Grafik zeigt, haben die Grünen mit rund 35 Prozent der abgegebenen Stimmen (122) den Stimmbezirk gewonnen, bei den Direktkandidaten und der BVV-Wahl wurde die Partei sogar noch häufiger, nämlich mehr als 150 mal, angekreuzt. CDU und FDP hätten den Einzug ins Abgeordnetenhaus verpasst. Hinter den 2,8 Prozent bei der NPD verbergen sich in absoluten Zahlen 10 Stimmen, bei der CDU sind es 16.

Alle Berliner Ergebnisse können beim Landeswahlleiter nachgelesen werden.

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SPD-Wahl Party im E-Werk

Georg in am 17. September 2006, 22:39   Kommentar schreiben »

Foto: Georg Jörissen

Grandiose Stimmung auf der SPD Wahl Party im E-Werk. Beim Eintreffen des SPD Spitzenkandidaten Klaus Wowereit brandet Applaus auf. Die gut 1500 Gäste feiern die SPD und Wowereit als Gewinner der Wahl. Er bedankt sich bei den vielen Wahlhelfern, geht auch noch einmal auf die Äußerung von Friedbert Pflüger ein, der sich gestern dazu hinreißen ließ, den Satz zu sagen: „Berlin braucht wieder eine First Lady“. Wowereits Antwort: Er freue sich, seinen Partner Jörn Kubicki weiterhin an seiner Seite zu haben.

Klaus Wowereit ist in der Lage, sich seinen Koalitionspartner aus zu suchen. Die Linke im Osten stark abgeschlagen, die Grünen mit kräftigen Zugewinnen. „Eines kann man schon sagen”, erklärte Wowereit. „Ohne die SPD kommt keine Regierung zustande – und das ist auch gut so.”

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Zählliste

Günter in am 17. September 2006, 16:57   3 Kommentare »

Wählerwaden.

Wählerwaden.

Erstwahlhelfer-Erfahrungen, 4. Teil

Es gibt keine Umschläge.

So viel vorweg. Jetzt aber zur alles entscheidenden Frage des Erstwahlhelfers: Kann man an der Wähler-Wade erkennen, was der Wadenbesitzer wählt? Die Fußballer-Wade zum Beispiel, die mit den Kinderbeinchen. Schwarze Kniestrümpfe. CDU? Unwahrscheinlich. Nicht nur, weil das Wahllokal im Prenzlauer Berg liegt. Der Erstwahlhelfer kennt ja auch den Oberkörper dazu. Und der sieht aus wie Grüne. Ja, Grüne oder SPD vielleicht.

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Kein Zugang für Behinderte!

Linda in am 17. September 2006, 15:33   28 Kommentare »

Die Treppe zum Wahllokal

Die Rollstuhlfahrer aus meinem Wahlbezirk hatten das Pech: wenn sie heute ihr Wahlrecht ausüben wollten und die Wahlbenachrichtigung vorher nicht sorgfältig studiert haben, dann standen sie vor einem unüberwindlichen Hindernis!
Das Wahllokal im ersten Stock ist nur über hohe Steinstufen zu erreichen. Kein Fahrstuhl, nirgends.
Es gibt in Berlin so viele unsinnige bedeutsame Gesetze und Verordnungen, aber bisher ist niemand auf die Idee gekommen, dass Wahllokale zwingend behindertengerechte Zugänge haben müssen. Was für eine Zumutung!

Sie können hier nicht wählen!

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16.09.2006

Berlin am Sonnabend, den 16. September 2006

Bernd in am 16. September 2006, 10:01   3 Kommentare »

Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus dürfen zwei Kreuze gemacht werden. Welche Kombination dabei zu welcher Koalitionen führt, macht die TAZ klar. Mobilisierungs-Defizite sieht der Chef von Forsa. Ob

"Zweitstimme ist Frauenstimme!"

Helene in am 16. September 2006, 08:32   2 Kommentare »

... steht neuerdings auf überplakatierten Grünen-Wahlplakaten. Allerdings nur auf denen der weiblichen Kandidaten. Mögliche Alternativ-Vorschläge: – “Frauen immer zweite Wahl?” – “Auch wenn euch unsere Kandidatinnen direkt nicht so gefallen…?” – “Zweitstimme besser als Janüscht!” – “Feuert eure WahlkamfberaterInnen!” ...

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14.09.2006

Zum 5. Mal InterAktiv

Sebastian in am 14. September 2006, 15:05   1 Kommentar »

Jugendaktionstag auf dem Alex

Als Höhepunkt und Abschluss der ErstwählerInnenkampagne ‘06 – Mein erstes Mal’ findet am Samstag auf dem Alexanderplatz der 5. InterAktiv-Tag statt. Im Mittelpunkt steht das Thema Beteiligung von jungen Menschen an politischen und gesellschaftlichen Prozessen.

Was sich sehr trocken anhört, könnte durch Graffiti (auf legalen Wänden), Skaten und Streetsoccer durchaus locker werden.

Zeit: Samstag, 16. September von 12 bis 18 Uhr
Ort: Alexanderplatz, neben dem Brunnen der Völkerfreundschaft

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Rechtsextremisten wittern Morgenluft

Mario in am 14. September 2006, 10:14   4 Kommentare »

Buch-Autor und Journalist Toralf Staud beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit dem Rechtsextremismus in Deutschland. Kürzlich beschrieb er in der ZEIT die alarmierende Situation in Mecklenburg-Vorpommern (“Oft sind Neonazis die Einzigen, die überhaupt noch politisch aktiv sind”). Bei SPON geht Staud nun in einem Interview auf die Wahlkampfübergriffe in Berlin ein und erklärt das neue Selbstbewusstsein der Rechten.

Aktuell verbucht die NPD eine gehörige Niederlage: Das Landgericht Berlin hat die Verbreitung der Wahlkampfzeitung ‘Weiterdenken’ verboten. Bei Missachtung droht ein Ordnungsgeld von 250.000 Euro. Grund sind nicht rechte Inhalte, sondern die erfolgreiche Klage eines “erklärten Antifaschisten”, der auf einem abgedruckten Demo-Foto zu erkennen war. Beim Persönlichkeitsrecht also offenbar nicht weit genug gedacht.

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Lampenfieber

Günter in am 14. September 2006, 09:18   1 Kommentar »

Erstwahlhelfer-Erfahrungen, Teil 3

Man möchte meinen, Wahlhelfer sind Experten, was das Wählen angeht. Doch offenbar hat die Info-Veranstaltung für Erstwahlhelfer ihre Wirkung verfehlt. Von Freunden gefragt, wen sie nun wählen könnten und wie viele Kreuzchen sie machen dürften, musste ich eingestehen: Ahnung haben ist etwas anderes. Aber wozu habe ich – neben den gut 100 Seiten Wahlvorstand-Schulungsunterlagen – die Broschüre Berliner Wahlen erhalten?! Kurz aufgeschlagen und schon ist alles klar: Mit der Erststimme wird ein Wahlkreiskandidat gewählt, mit der Zweitstimme die Bezirks- oder Landesliste einer Partei.

Diese Unterscheidung gibt es bei der Wahl der Bezirksverordneten nicht: Hier gibt es nur einen Stimmzettel – und man kann nur eine Liste ankreuzen.

Die beiden obersten Namen auf der Liste werden übrigens genannt. Ob das beispielsweise für die CDU Pankow von Vorteil ist, darf bezweifelt werden. Hier steht auch der Name vom Kreisvorsitzenden René Stadtkewitz drauf, der kürzlich ein Interview für die ultrarechte Zeitung ‘Junge Freiheit’ gegeben hat und dafür sogar von CDU-Spitzenkandidat Pflüger gerüffelt wurde.

Seine Stimmzettel kann man sich übrigens beim Landeswahlleiter im Internet schon mal ansehen. Wie man dabei sieht, kommen auf Bezirksebene noch einige Kleinstparteien dazu, die auf Landesebene nicht antreten – in Pankow etwa gibt es eine ÜberPartei, kurz ÜPD. Die machen ihre Wahlparty schon zwei Tage vor der Wahl.

Und dann gibt es diesmal noch eine Volksabstimmung… Aber solche Fragen kümmern mich jetzt wenig, so kurz vor der Wahl. Nächsten Sonntag um acht steh ich also in der Thomas-Mann-Schule und trete meinen Dienst an. In der Hoffnung, dass wir das mit den Flaggen hinbekommen – und, dass der Wahlvorsteher meines Lokals mehr Erfahrung hat als ich. Vorsorglich lese ich mir noch mal die Folien durch. Wahlniederschrift, Schnellmeldung, Beschlussprotokoll – nicht gerade Begriffe aus meinem täglichen Wortschatz. Aber bis es zum Ausfüllen dieser Formulare kommt, muss ohnehin erst mal gezählt werden – alles zweimal – und unbenutzte Stimmzettel vom Tisch entfernen. Das hab ich mir gemerkt.

Spannend könnte es eigentlich nur bei den Beschlussfällen werden. Das sind jene Stimmzettel, bei denen nicht sofort klar ist, was der Wähler eigentlich wollte. Über diese Fälle berät der gesamte Wahlvorstand – und am Schluss wird abgestimmt. Oh Mann, ich bin ja schon so aufgeregt.

(Bei demokratie24.de auch als Audio-Podcast erhältlich.)

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13.09.2006

Wahlduell: Gewinner steht fest

Mario in am 13. September 2006, 18:00   Kommentar schreiben »

Gestern das einstündige RBB-Wahlduell zwischen Pflüger und Wowereit verpasst? Medienjournalist und Blogger Stefan Niggemeier hat es analysiert: Gewonnen hat Moderatorin Petra Lidschreiber, die den Herausforderer “Fliedfriedberg Pflüger” und “Pfiepferr Pflüger” nannte. Der zweite Platz für die beste Mimik geht an Pflüger.

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NPD-Plakate: Ignorieren oder diskutieren?

Günter in am 13. September 2006, 15:30   12 Kommentare »

Bei demokratie24.de wird seit heute über das Für und Wider des Abbildens von Wahlplakaten rechtsextremer Parteien auf politik-visuell.de gestritten. Hier sind nun auch die Motive der Berliner NPD zu sehen. Die Meinungen dazu gehen weit auseinander: “Die NPD hat sich das Ziel gesetzt, die freiheitliche Demokratie eher abzuschaffen”, sagt der Präsident der Akademie der Künste, Klaus Staeck. “Daher sollte man der Partei keine Aufmerksamkeit schenken und sie einfach ignorieren.“ Dem widerspricht Ex-Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye: “Jede Stimme für die NPD kostet Arbeitsplätze. Ich kenne die Debatte zu gut, die da auf ‘lieber Totschweigen’ hinaus liefe. Sie führt zu nichts und ermuntert die braunen Gespenster nur, sich noch ungenierter zu bewegen”, so der Vorsitzende des Vereins “Gesicht zeigen!”.

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10.09.2006

Vitamin C sagt: Nicht Wählen!

Ian in am 10. September 2006, 11:37   10 Kommentare »

Etwas verdutzt war ich, als ich durch meinen Latte-Nebel dieses “Nichtwahlplakat” an der Hochbahn in der Schönhauser Allee wahrnahm. Leider hatte ich just zu dem Zeitpunkt keinerlei internetfähigen Gerätschaften bei (noch ist mein urbanes Pennertum nicht soweit fortgeschritten), so dass eine weitergehende Prüfung dieses Aufrufs nicht sofort möglich war.

Allerdings half ein späterer Blick auf die angegebene Internet-Seite nur bedingt weiter. Soweit ich es verstehen kann, gibt es einen “gesteuerten Informationsmissstand in Deutschland bezüglich der Wirkung von hochdosierten Vitaminen und Mineralien”, und man soll nicht wählen, weil keine Partei sich genügend für Vitamin C einsetzt. Oder so. Jedenfalls hat die Einnahme von Vitamin C und anderen Mineralien in hohen Dosen einem gewissen Herrn Lange (Gründer der Vitamin C Privatstiftung) dabei geholfen, “seit beinahe 15 Jahren … nicht mehr krank” geworden zu sein.

Leider gibt es auch Informationsmissstände bei der Aufklärung über Informationsmissstände; so steht auf der FAQ-Seite lediglich “Demnächst finden Sie hier weitere Informationen”, was wenig hilft bei der Klärung wichtiger Fragen, wie z.B. warum sich jemand aus Österreich in den Berliner (Nicht-)Wahlkampf einmischt.

Nur eines ist mir sicher: der Entschluß, bei der letzten Rechtschreibreform das Dreifach-S einzuführen, war eine ziemlich blöde Idee.

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Das Losbuden-Prinzip

Bernd in am 10. September 2006, 11:08   3 Kommentare »

Die Erfindung des unendlichen Unwahrscheinlichkeitsgenerators liegt ja trotz der Aufklärungsarbeit von Douglas Adams weitgehend im Dunkeln.
Haben sich die Verfasser des Berliner Wahlgesetzes von den Prinzipien der Unwahrscheinlichkeit inspirieren lassen, als sie den § 16 geschrieben haben?

Mehrheitswahl in den Wahlkreisen
In jedem Wahlkreis ist die Person gewählt, die die meisten Stimmen erhalten hat (relative Mehrheit). Bei Stimmengleichheit entscheidet das vom Bezirkswahlleiter zu ziehende Los.

Kaum zu glauben! Keine Stichwahl! Keine Verlängerung! Kein Elfmeterschiessen! Es geht zu, wie an der Losbude. Da sollen penible Juristen am Werk gewesen sein? Wo doch sonst alles bis ins letzte Detail vorgeschrieben wird, soll plötzlich Lotterie gespielt werden? Bleibt für mich am Schluss die Frage: Darf auch gewürfelt werden, wenn keine Lose zu Hand sind?

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08.09.2006

Berliner Weisse mit Schuss

Mario in am 8. September 2006, 19:10   5 Kommentare »

Wahlplakat der Berliner Jusos | Foto: Mario

Wahlplakat der Berliner Jusos | Foto: Mario

Woran entzündet sich eigentlich die aggressive Stimmung der rechten Parteien?

Aus SPD-Kreisen ist zu erfahren, dass Jusos sogar von Nazis beim Aufhängen dieses Plakatmotivs gehindert worden sind. Dabei kann man “Konsequent gegen Rechts” doch kaum treffender formulieren. Weiter so!

Nachtrag: Ich lese gerade, dass am Sonntag in Lichterfelde (Kranoldplatz) gegen Rechts demonstriert wird. Anlass ist ein Nazi-Übergriff vor einigen Tagen bei einer Podiumsdiskussion in Lichterfelde.

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06.09.2006

Rechtsextreme Gruppen aggressiv wie noch nie

Mario in am 6. September 2006, 14:39   Kommentar schreiben »

Nach der Berliner Zeitung und RBB RadioEins greift heute auch SPON das Thema Rechtsextremismus auf: Neonazis provozieren Wahlkampf-Chaos in Berlin.

Mit ungewohnter Aggressivität sprengen Rechtsextreme in der Hauptstadt Wahlkampfauftritte von SPD, Grünen und Linkspartei – teilweise sogar gewaltsam. Die Bürger reagieren verschreckt, die SPD spricht inzwischen von organisiertem Vorgehen.

Wie bereits im HSB berichtet, hat die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus in Berlin hierzu eine 12seitige Broschüre veröffentlicht. Darüberhinaus gibt es ein kostenloses Beratungsangebot in verschiedenen Fortbildungsmodulen, wie beispielsweise Umgang mit Rechtsextremen an Info- und Wahlkampfständen, Umgang mit Rechtsextremen auf Veranstaltungen und Ratschlägen zur inhaltlichen Argumentation.

Das Angebot richtet sich “vor allem an die Direktkandidat/innen und Kreisverbände der demokratischen Parteien mit ihren aktiven Wahlkämpfer/innen.” Aber auch “zivilgesellschaftliche Initiativen und Multiplikator/innen können bei Interesse das Team der MBR anfragen.” Für eine Terminabsprache melden sich Gruppen zwischen 10 und 25 Personen (keine Einzelpersonen) unter Telefon: (030) 240 45 430.

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04.09.2006

Berlin - (K)ein homopolitisches Paradies?!

Georg in am 4. September 2006, 16:36   2 Kommentare »

Die Hauptstadt ist Europas Lieblingsmetropole für Schwule und Lesben aus allen Ländern. Ein Regierender Bürgermeister an der Spitze, unter dessen Patronat Homophobie keine Chance zu haben scheint. In Wirklichkeit muss über das Kleingedruckte des Alltags gesprochen werden: No-Go-Areas, in denen sich Homosexuelle lieber nicht zeigen sollten; ein Bildungsbereich, in der über Schwule und Lesben keine Aufklärung geboten wird – und eine Politik um Aids, die sich den wachsenden Ansteckungszahlen nicht gewachsen sieht. Fragen, die bei der Septemberveranstaltung der Maneo Soirée erörtert werden – mit SpitzenpolitikerInnen der im Landtag vertretenen Parteien.

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Die Kleinen

Günter in am 4. September 2006, 12:19   4 Kommentare »

Im rbb-Bürgertalk KLIPP und KLAR geht es am Dienstag, 5. September, um 20.15 Uhr um die “Herausforderer”. Gemeint sind damit die kleinen Parteien, die bei der Abgeordnetenhauswahl antreten, keine Chance haben und diese trotzdem nutzen. Wer sich auf die Sendung einstimmen möchte, kann das auf den Seiten der Parteien tun und sich die Fernsehspots ansehen – mit garantiert hohem Gruselfaktor. Eine kleine Zusammenstellung:

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02.09.2006

Es ist Wahlkampf...

Linda in am 2. September 2006, 17:58   3 Kommentare »

nichts los in der Wilmersdorfer

... und die Parteien gehen nicht hin? Heute vor fast genau einem Jahr tobte in der Wilmersdorfer Straße/Ecke Schillerstraße und am benachbarten Wochenmarkt der Bundestagswahlkampf, das Hauptstadtblog berichtete. Und heute? Kein Infostand weit und breit. Aber bis zur Wahl ist ja noch viel Zeit …

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31.08.2006

Gassenhauer

Georg in am 31. August 2006, 23:41   10 Kommentare »

He CDU. Was ist das denn? Hat die Oma wohl Pech gehabt, dass sie in die falsche Gasse abgebogen ist. Ja klar, hier in Berlin warten die Jugendlichen nur darauf, ver(w)irrte Senioren eins über die Rübe zu ziehen.

Die CDU spielt mit den Ängsten unserer betagten Mitbürger! Maßlos übertriebenes Wahlplakat und einfach unfair, suggeriert es doch den Senioren, man könne sich in dieser Stadt nicht mehr auf die Straße trauen.

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Neue SPD-Plakate: "Ohne Rot sieht's hier duster aus"

Günter in am 31. August 2006, 19:36   6 Kommentare »

Die Berliner SPD trumpft mit witzigen Plakatideen auf.

Die Berliner SPD trumpft mit witzigen Plakatideen auf.

Portmoneeee? Geldbeutel? Wat is'n nu balinisch?

Portmoneeee? Geldbeutel? Wat is'n nu balinisch?

Die SPD macht es einem nicht ganz leicht, sie nicht zu wählen: Nach einem amüsanten Kinospot folgen jetzt richtig ausgefallene Plakate und wahrhaft schwarzer Humor: Die Berlin-Fahne, die Currywurst, das Rathaus: “Ohne Rot sieht’s hier duster aus.”

Bei der Gelegenheit noch eine kleine persönliche Rückblende: Nachdem mir vor ein paar Wochen mein Geldbeutel geklaut wurde und ich deshalb zu diversen Behörden musste, um Ausweis etc. neu zu beantragen, hatte ich den Eindruck, dass der Begriff “Geldbeutel” in Berlin irgendwie fehl am Platz ist. Ich habe mich dann mühsam umgestellt auf Portemonnaie (oder auf Neuschreib: Portmonee). Und was muss ich bald darauf auf einem Wowi-Plakat lesen: “Wir bauen weiter an einer Stadt, in der Bildung nicht vom Geldbeutel abhängt.” Ja, was stimmt denn jetzt?

Nachtrag: Der Grünen-Spot ist auch gar nicht mal schlecht.

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27.08.2006

Musterwahllokal

Günter in am 27. August 2006, 17:40   5 Kommentare »

Wahlhelfen kann ganz schön anstrengend sein – wenn schon nicht am Wahltag selbst, dann wenigstens beim Info-Abend für Erstwahlhelfer.

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24.08.2006

Pflügers Start in der "City West"

Günter in am 24. August 2006, 21:21   5 Kommentare »

Erhielt viel Applaus, hörte aber auch Pfiffe: Bundeskanzlerin Merkel.

Erhielt viel Applaus, hörte aber auch Pfiffe: Bundeskanzlerin Merkel.

Der “Fluchhafen” Tempelhof soll bleiben – das forderte ein kämpferischer CDU-Spitzenkandidat Friedbert Pflüger beim Auftakt der heißen Wahlkampfphase am Fuße der Gedächtniskirche (Fluchhafen mit kurzem “u” – Pflüger ist eben doch einer richtiger Hannoveraner). Unterstützt wurde er von Bundeskanzlerin Angela Merkel, deren Kommen sicher für einen Großteil der Zuhörer verantwortlich war.

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