Umsonst und draußen

Spree, Sonnenuntergang, Musik, was braucht es mehr - Foto: h|b

Spree, Sonnenuntergang, Musik, was braucht es mehr – Foto: h|b

Im Rahmen der “Berlin Music Week” finden entlang der Mühlenstraße heute und morgen viele Liveauftritte junger Künstler statt. Hauptstage ist am O2 Anleger. Wer Lust hat Newcomerbands zu hören und den Sommer melodisch bei einem schönen Sonnenuntergang ausklingen zu lassen, kann das morgen noch zwischen 15 und 20 Uhr im Rahmen des “First we take the streets” Festivals.

Neuköllner Zwiebelfisch

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Eichhörnchen tritt zurück

Nix mehr Wowi. Jetzt tun alle überrascht. Ich bin es nicht. Nach dem Debakel mit der BER-Eröffnung und der Tatsache, dass es nicht gelingt, einen vernünftigen Termin zu nennen, ahnte ich, dass er nicht mehr Bürgermeister sein wollte. Denn mir ist der Mann seit seiner Zeit als Schulstadtrat in Tempelhof bekannt, als er auch noch den Damen zugetan war. Er war charmant und rücksichtlos. Eine geniale Kombination für einen Politiker. Der Taspi hat eine schöne Sammlung von Karikaturen zusammengestellt.

Inklusive Stadt im Fluss

Inklusion – ein Begriff der viele Menschen und Institutionen umtreibt: Gemeinsame Erlebnisse, gemeinsame Lebensführung von Behinderten und Nicht-Behinderten wird selten so lebensnah verfolgt, wie an diesem Wochenende auf dem Uhlandstraßenfest zwischen Ku’damm und Lietzenburger Straße…

Uhlandstraße

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Sportliches Moabit

OLYMPUS DIGITAL CAMERADas Ziel am letzten Sonntag hieß Moabit, Lehrter Straße. Ich suche das Poststadion. Fahre zunächst daran vorbei. Ich parke etwas abseits. Vorbei an den Gebäuden des früheren Gefängnisses, in dem auch mal das Amtsgericht Tiergarten residierte, erreiche ich die Zufahrt zum Stadion, wo noch die alten Kassenhäuschen stehen und langsam verfallen. Dieser Teil der Anlage lässt die frühere Bedeutung des Stadions erahnen. Es sind 8 Eingänge zu beiden Seiten des Tores. Hier wurden Tausende von Besuchern erwartet. Für das heutige Ereignis, dem Regionalligaspiel zwischen Berliner AK 07 und VFC Plauen, genügt ein einziges Kassenhäuschen. Auf meinem Weg dorthin schaue ich auf die Rückseite der ehemaligen Justizgebäudes und eine hohe Betonmauer von rostigem Stacheldraht gekrönt.

Als ich auf dem Weg zum Stadion kurz innehalte, spricht mich ein älterer Herr an: „Kann ich Ihnen weiterhelfen?“ Ich verneine. Er folgt meinem Blick auf die Mauer und sagt: „Das sieht schon recht martialisch aus.“ Da kann ich nur zustimmen. „Da sollen demnächst Eigentumswohnungen hinkommen. Dann sieht es bestimmt besser aus.“, ergänzt er, und erklärt weiter, das Stadion wäre vor einigen Jahren wachgeküsst worden. Vorher wäre alles völlig zugewachsen und verwildert gewesen. Vom letzten Höhepunkt des Stadions, als 1987 beim Oberligaspiel von Hertha gegen Türkiyemspor fast 12.000 Zuschauer Eintritt bezahlt hatten, scheint er nichts zu wissen.

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Park & Write?

Mind your Laptop

Besser nicht, das stimmt. Sachdienlicher Hinweis zur Handhabung von Laptops im öffentlichen Raum, gesehen in Neukölln.

Sportliches Lichterfelde

Bei sommerlichem Wetter mache ich mich auf nach Lichterfelde. Dorthin, wo Berlin noch Dorf ist: mit schmalen Kopfsteinpflaster-Straßen und vielen schön anzusehenden kleinen Villen. Mein Ziel ist das Stadion Lichterfelde, in dem Viktoria 1889 seine Heimspiele austrägt. Zu Gast ist Budissa Bautzen. Warum will sich der olle Neuköllner so etwas antun? Antwort: Er mag Fußball und will wissen, wie so ein Spiel der vierthöchsten Klasse ist. Mit acht Euronen für einen Stehplatz darf er dabei sein. Es ist irgendwie liebenswert, wie hier versucht wird, den Hochpreis-Sport zu imitieren. Es gibt einen VIP-Eingang und mein Beutel mit Buch und Brillenetui wird beim Einlass sorgfältig inspiziert. Ich darf ohne Beanstandung rein. Ungefähr 500 Leute haben sich eingefunden, um 90 Minuten Männersport zu erleben. Traditonsgemäß verköstigt man sich mit Bratwurst vom Grill. Die ist lecker. Nur das Brötchen ist pappig. Aber immer noch besser als das teure Zeug im Olympiastadion. Das Spiel selbst entspricht meinen Erwartungen. Die sind nicht hoch. Hier wird fußballerische Hausmannskost geboten. Einzig auffällige Figur ist der Torhüter von Budissa, der alles, was als hohe Flanke in die Nähe seines Tores kommt, gekonnt herunterpflückt. Er sorgt auch für einen guten Lacher, als er, nach einer Ermahnung durch den Schiedsrichter, zu einem der Linienrichter hingeht und sagt: „Spiele ich nicht auf Zeit, mache ich erst ab fünfzigste Minute.“ Die Viktorianer mühen sich redlich, einen Treffer zu erzielen. Doch das will ihnen heute nicht gelingen. So feiern die angereisten Fans aus Sachsen ihr Eins zu Null: „Auswärtssieg! Auswärtssieg!“ Niedlich ist die kleine Pressekonferenz nach dem Spiel. Dabei erreichen die Floskeln der Trainer fast Erstliga-Niveau. Wer überprüfen will, wie sich Viktoria im Spiel gegen einen Bundesligisten schlägt, hat dazu am kommenden Sonnabend um 20:30 Uhr im Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion Gelegenheit. Dann trifft man auf Eintracht Frankfurt.

Wildes Berlin

Der Tagesspiegel hat eine sehr schöne Fotostrecke zum Thema zusammengestellt.

Baustelleneinrichtung radfahrerfeindlich

radfahrerbaustelle

Durch diese hohle Gasse … Foto: linda link

Der Wasserschaden im Dachstuhl der Sammlung Berggruen sollte wohl schnell repariert werden – ein Baugerüst mit reichlich Platz für Bauwagen wurde jedenfalls sofort eingerichtet. Nun streiten sich Museumsbetreiber und Senat mit der Baufirma über Haftungsfragen. Gutachten und Gegengutachten werden erstellt – der Prozess zieht sich seit 9 Monaten hin. Leidtragende sind die Fußgänger und Radfahrer, die sich ein etwa 80 cm breites Stück Gehweg am Spandauer Damm teilen müssen, Gegenverkehr eingeschlossen. Radfahrer müssen laut Anweisung absteigen. Ich weiß nicht, ob es beim Senat Richtlinien für Baustelleneinrichtungen gibt – von besonders viel Menschenkenntnis zeugen sie nicht. Seit ich die Baustelle beobachte, ist mir kein Radfahrer aufgefallen, der hier abgestiegen wäre.

Die radfahrerfreundlichere Methode wäre, auf die Autofahrbahn umzuleiten, der Radweg am Spandauer Damm hat an dieser Stelle ohnehin kein blaues Gebotsschild, muss also nicht benutzt werden. Der ADFC hat den Senat gerade wieder gebeten, über die (zu 85% nicht vorhandene) Radwegebenutzungspflicht aufzuklären.

Dass mehr für die Sicherheit von Radfahrern getan werden muss, weiß der Senat nicht erst seit der Unfallstatistik 2013. Die Agentur für Clevere Städte veröffentlichte in dieser Woche einen Flächengerechtigkeitsreport. Demnach ist öffentlicher Raum zu 58% für Autos, 33% für Fußgänger, nur 3% für Radfahrer reserviert (Rest: Sonstige). Hat mich bestätigt in meiner Annahme, dass Stadtplaner an Radfahrer nur als Randphänomen denken.

Eine Meile Bier

Leckeres Störtebecker auf der Berliner Biermeile - Foto: h|b

Leckeres Störtebecker auf der Berliner Biermeile – Foto: h|b

Seit heute Abend läuft wieder das große Bierfest auf der Karl-Marx-Allee in Friedrichshain. Bis zum Sonntag kann man hunderte von Bieren ausprobieren, am Besten allerdings nicht alle an einem Abend, diversen Coverbands lauschen und das herrliche Sommerwetter genießen. Quasi ein riesengroßer Biergarten. Ganze Busladungen von Touristen werden vermutlich ausgekippt, Horden von Junggesellinnen und Junggesellen werden mit absurder Verkleidung ihren Abschied von diesem Zustand feiern und am Ende werden sich die Anwohner über vollgepisste Hauseingänge beschweren, trotz hunderter herumstehender, stinkender Dixietoiletten. Aber …. das gehört halt dazu, Folklore. So muss Biermeile. Ich glaub ich trink mein Bier lieber gemütlich zu Hause.

Berlinbekenntnis

... man hier so geil mit'm Rad auf aufm Gehweg fahren kann - Foto: h|b

… man hier so geil mit’m Rad auf aufm Gehweg fahren kann – Foto: h|b

Wenn der Anrufer mehrmals klingelt …

Heute vormittag, das alte Analogtelefon klingelt. Ich hebe ab, melde mich mit Namen, werde dann gefragt.

“Guten Tag, hier ist Firma XYZ. Ist Frau Schmidt zu sprechen?”

Längere Pause – ich muss jetzt schnell überlegen. So eine Anfrage hatte ich in den letzten 5 Wochen ungefähr 10 mal. Anrufe von unterschiedlichen Firmen nach jemandem mit immer anderem Namen, der oder die offensichtlich nicht hier wohnt. Dann frage ich die Anruferin zurück:

“Von welchem Callcenter aus rufen Sie an?”

Die Gefragte reagiert empört und wird etwas lauter:

“Neiiin – wir sind doch kein Callcenter!!! Ich will nur wissen, ob die Frau Schmidt zu sprechen ist!!”

Ich so:

“Ich ermittle grad Ihre Telefonnummer und rufe dann die Polizei an.”

Jetzt wird die Stimme auf der  anderen Seite lauter – ich lege auf.

PolizeianzeigeBei den ersten Anrufen dieser Art dachte ich noch an etwas dümmlichen Mitbewerber-Telefonterror.  Aber als ich das Wort “Polizei” ausgesprochen hatte, fiel mir diese Einbruchsannonce in unserem Hausflur ein. Vor ein paar Wochen wurde schon einmal eingebrochen.  Und die kürzlich veröffentlichten Kriminalstatistiken weisen hier im Bezirk steigende Einbruchsdelikte aus.

Nach polizeilichen Erkenntissen existieren Einbrecherorganisationen, denen würde ich solche Telefonspionage wohl zutrauen – mal eben testen, ob die Einwohnerin zuhause oder in Urlaub ist. Ist die Mailbox einmal zu oft dran, ist Bude reif für den Bruch.

Also, ich habs getan. Polizei angerufen, meine Beobachtungen geschildert und die Vermutung geäußert, dass es sich um die Vorbereitung einer Straftat handelt. Prävention, mit anderen Worten. Mal sehn, was passiert.

49 Musikalische Schweigeminuten

Die Berliner Zeitungen schweigen. Dabei ist in der Nacht zum Mittwoch ein großartiger Musiker gestorben:  Johnny Winter! Die FAZ und die Zeit machen es besser. Wo beide Zeitungen abschreiben, denn die Artikel sind fast identisch, weiß ich nicht. In Gedenken an ihn werde ich mir jetzt Second Winter auflegen. Das einzige, mir bekannte Doppel-Album auf dem nur drei Seiten bespielt wurden. Der Link verweist auf die englische Wikipedia; ein deutscher Eintrag existiert nicht.