White Wall

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Kani Alavi beim verhüllen der eigenen Kunstwerke - Foto: h|b

Kani Alavi beim verhüllen der eigenen Kunstwerke – Foto: h|b

Wenn morgen früh die ersten Hop-on-Hop-off-Busse die Mühlenstraße in Berlin entlangfahren, werden die Touristen, die sicher bereits ihre Fotoapparate gezückt haben, sich verwundert die Augen reiben. Statt bunte Bilder der East-Side-Gallery zu fotografieren, sehen sie nur weiße Farbe. Kann man auch fotografieren, wenn man denn wüsste, um was es dabei geht. Seit heute nachmittag bekleben der Maler und Vorsitzende der Künstlerinitiative East Side Gallery e.V. Kani Alavi und weitere Künstler aus Protest gegen den Teilabriss der Mauer, diese auf dem 1,3 km langen Abschnitt komplett mit weißem Papier.

Die Lücke des Anstosses mit den bereits verhüllten Kunstwerken der East Side Gallery - Foto: h|b

Die Lücke des Anstosses mit den bereits verhüllten Kunstwerken der East Side Gallery – Foto: h|b

Ziel ist das komplette verhängen der künstlerischen Werke, um zu demonstrieren, was verloren gehen kann, wenn man nicht rechtzeitig Einhalt gebietet. Hier ein Loch für die O2 World, dort ein weiteres Loch für die “Living Levels”, wer weiß, wie viele Löcher noch dazukommen. Der Protest richtet sich aber auch gegen die permanente Beschmierung der Mauer, mit “sinnvollen” Botschaften wie “Gregory was here” oder “Friede, Freude, Eierkuchen”. Die Wirkung ist jedenfalls spürbar, allein in den 10 Minuten, wo ich zum fotografieren da war, fragten die Leute permanent nach dem Sinn und konnten die Aktion sehr gut nachvollziehen.

Morgen 13 Uhr am Alex: Freiheit statt Angst in Berlin

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Freiheit statt Angst 2013Treffpunkt für die diesjährige Demonstration „Freiheit statt Angst 2013“: Samstag, 7. September um 13.00 Uhr Alexanderplatz/Karl-Marx-Allee, die Route kann man im Blog der Veranstaltung einsehen.

So richtig habe ich die Parole noch nie verstanden: Freiheit statt Angst? Das scheint mir nicht richtig, greift mir zu kurz, ist mir zu platt. Das könnte man besser formulieren, aber egal. Dennoch war ich in den letzten Jahren vor Ort, denn die Themen Vorratsdatenspeicherung, Datensicherheit, ausufernde Überwachung usw. sind wichtig. Wichtiger denn je, besonders in diesem Jahr, ganz ohne Zweifel. Das zeigt auch das aktuelle breite Bündnis aus diversen Organisationen, Verbänden und Parteien, sowie vielen Helfern und Einzelunterstützern.

Also: Bis morgen dann!

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Sommernächte in Berlin

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Ich muss schon sagen, da fallen Worte, Töne und Schwachsinn aus den Mäulern der Menschen. Auf allen verfügbaren Seiten, mal mehr und mal weniger. Du liebe Zeit. Und das sage ich, die ich als Weserstraßenanwohnerin zunehmend selbst betroffen bin.

Himmel, wirf Hirn! Ob das aber noch hilft?

Echt Berlin

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Berlin zu verlassen, ist immer wieder mal eine gute Idee. Nicht nur, weil die unwidersprochene Berliner Weite permanent Anwesenden nach ein paar Jahren urplötzlich ungeheuer eng vorkommen kann. Ebenso wie der Lärm und die Luft, im Grunde ja durchaus erträglich, mitunter ins Unermessliche wachsen. Nein, auch das Zurückkommen von klaren österreichischen Seen, aus den Wäldern Schwedens, selbst ganz harmlos von einem Kurztrip der Ostsee, hat sein eigenes Flair.

Der motzende – oder vielleicht doch scherzende? – Busfahrer in Tegel, der Geruch der U-Bahn-Stationen, die Farben und Geräusche auf der Fahrt. Das Rumpeln, die vertraute Ansagenstimme. Ein Straßenmusiker, der offensichtlich Feierabend macht und keine U-Bahnmusik mehr. Was bin ich froh, nach zwölf Stunden Weg und Warten auf europäischen Flughäfen. Ich will keine Zwangsmusik.

Der Musiker, der sich mit seiner Musikmaschine, auf einem Einkaufstrolli installiert, raumgreifend an einer älteren Berlinerin vorbeidrängelt. Mehr als raumgreifend, eigentlich ziemlich rücksichtslos, stellt er sein Equipment quasi auf ihren Füßen ab.

Die aber wehrt sich, wie echte Berlinerinnen, gleich welchen Alters,  das machen. „Ich bin doch auch auf der Welt“, stellt sie zutreffend fest. Und wiederholt das dann. Immer wieder, bis der Musiker sich fügt.

Die Parteien sind los #3

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Das "Wir" entscheidet - Foto: h|b

Das “Wir” entscheidet – Foto: h|b

Erstaunlich, dass sich die Werber – um die nächste Partei zu promoten - einen Begriff ausgedacht haben, der in der heutigen Zeit der Ego- und Individualisten doch so gar nicht mehr “en vogue” ist: “Das WIR entscheidet”.  Diesen Satz plakatiert die SPD als Claim, neben den vielen Köpfen entlang der Straßen, die einfach für sich sprechen müssen, also ohne weitere Parolen auskommen. Was im Moment noch nach Einzelkämpfern aussieht, wird erst später, wenn alle Schilder abgebaut auf den Schredder warten, wieder kurzfristig zu einem “WIR” werden. weiterlesen »

Berliner Perspektive

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Foto: HSBengl

Foto: HSBengl

Schreiben, Lesen und Kämpfen

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So etwas passiert, wenn alte Internetesel wie ich sich vergoogeln. Eigentlich wollte ich gestern Mittag nur etwas über einen mir bislang unbekannten Schriftsteller herausbekommen, von dem ich kurz zuvor ein kleines bisschen Quatsch über #aufschrei gelesen hatte. Dabei übersah ich, dass Google artig, wie zuvor aus anderem Grund vorgegeben, lediglich die News auswarf. Genau gesagt, ganze zwei News. Eine davon enthielt die Information auf die aktuellen Berliner Festivitäten zum 150-jährigen Bestehen der SPD sowie einen Hinweis auf eine Lesung aus dem Band „Schriftsteller gratulieren der SPD zum 150. Geburtstag“. Eine mittelmächtig gruselige Vorstellung.

Rote Erde! Foto: HSBengl

Rote Erde! Foto: HSBengl

Als tiefe Verehrerin des Prinzips Zufall und darüber hinaus nicht unbedingt feige, was literarischen Grusel angeht, befinde ich mich kurz danach unvermittelt mitten auf einem mit rotem Teppich unterlegten Deutschlandfest. Kann passieren. Und die SPD ist womöglich ja auch gar nicht so verkehrt, zumal ich als Ruhrpottgöre einen nicht unerheblichen persönlichen Bezug zur ihr haben könnte. Das rede ich mir fleißig ein, als ich zwischen den Bühnen hin- und herwandere, sämtliche Unterschriftslisten mehr oder weniger höflich abwehre, die mir eifrig vorgehalten werden, und zuletzt bei den poetischen Appellen von Konstantin Wecker hängenbleibe. (Beinah hätte ich Hannes Wader geschrieben, aber so alt ist die Liebe dann doch noch nicht.) Wut und Zärtlichkeit, jaja. Wie in den 80ern.

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Geschichte in bunten Bildern

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Arbeiteraufstand am 17. Juni 1953 - Foto: h|b

Arbeiteraufstand am 17. Juni 1953 – Foto: h|b

Wer diese Tage abends nichts spezielles vorhat, noch ist es ja sommerlich warm, sollte sich zum Reichstag aufmachen und sich auf den Treppen zur Spree hin einen guten Platz sichern. Bei Einbruch der Dunkelheit geht es nämlich los, aktuell ist das so gegen 21 Uhr. Dann beginnt die Multimediaschau zur Geschichte der Deutschen. Ganz ohne Pathos, aber trotzdem manchmal mit leichter Gänsehaut, erzählen die Bilder und Videos, direkt auf die andere Seite der Spree auf die Gebäude projiziert, unsere Geschichte. Unterstützt durch ein kräftiges Soundsystem ergibt sich ein stimmiges Bild der Entstehung des deutschen Staates, inklusive Mauerfall und einem donnernden “Wir sind das Volk”, aus allen Lautsprechern. So könnte es sich damals angehört haben, in Leipzig oder Berlin. Nach rund einer halben Stunde endet die Vorführung, an die sich nahtlos gleich eine zweite Runde anschließend. Mit einem kräftigen Applaus bedankt sich das Publikum, das erstaunlicherweise aus vielen Nationalitäten besteht. Gerade wenn man heute in die politische Berichterstattung aus aller Welt schaut, ist man schon geneigt dankbar zu sein, in einem Land leben zu können, in dem die Freiheit noch Bestand hat und man angstfrei – auch am Abend – seiner Wege gehen kann.

Das Ende ist nah - Foto: h|b

Das Ende ist nah – Foto: h|b

Des Masters Plan

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Die Bronzeplatte am "Haus des Reisens". Flüge ins Weltall gibt es heute bereits wirklich zu buchen - Foto: h|b

Die Bronzeplatte am “Haus des Reisens”. Flüge ins Weltall gibt es heute bereits wirklich zu buchen – Foto: h|b

Rund 20 Jahre ist es jetzt her, dass das Büro Hans Kollhoff und Timmermann einen Architekturwettbewerb gewann, der sich mit der weiteren Gestaltung des Alexanderplatzes auseinandersetzte. So sollten sich insgesamt zehn 150m hohe Türme aus Sockelbauten erheben. Später wurde daraus ein städtebaulicher Masterplan für den Alexanderplatz – unter Beteiligung der Öffentlichkeit – erstellt und der Senat hat ihn dann auch verabschiedet. Passiert ist seitdem allerdings nicht viel.

Geplant sind die Hochhäuser immer noch und demnächst wird wohl mit einem begonnen. Auf dem Sockel des bereits vorhandenen Geschäftshauses an der Nord-Ost-Ecke des Platzes. Während der Bauboom im Westteil Berlins richtig losgeht, ist es im Osten noch teilweise verhalten. Die Investoren bauen heute ja nur noch, wenn sie die Flächen bereits verkauft haben. Da ein Bebauungsplan sieben Jahre Bestand hat, bricht jetzt eine Diskussion los, ob man nicht den Masterplan überarbeiten müsse. Zusätzlich schalten sich jetzt die Denkmalschützer ein und fordern ein Nachdenken über erhaltenswerte Architektur aus der DDR Zeit.

Die markante "Halskrause" am Sockel des Hauses - Foto: h|b

Die markante “Halskrause” am Sockel des Hauses – Foto: h|b

Geschützt und schön hergerichtet sind bereits das “Haus des Lehrers” und das spacige “Berliner Congress Centrum”. Als aussichtsreichster Kandidat für den Denkmalschutz gilt nun das “Haus des Reisens“. Das Haus mit der markanten Halskrause und dem Bronzerelief steht zur Zeit leer und beherbergt mehrere Clubs. Robert Ide schreibt gestern im Tagesspiegel über die Sehnsüchte, die DRR Bürger früher mit diesem Bau verbanden. Weniger Aussicht auf Erfolg hat wohl der TLG Querriegel, das frühere “Haus der Elektroindustrie“, eine mit Dämmschutz verkleidete ehemalige Platte. Hier plädieren die Fachleute für einen Abriss, um das dahinterliegende Quartier besser erreichbar zu machen. Auch hier sind ja einzelne Hochhausbauten vorgesehen. Wir dürfen gespannt sein, wie es rund um den Alex, die nächsten Jahre weitergeht.

Die Parteien sind los #2

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Auf dem Weg zum vierten Direktmandat - Foto: h|b

Auf dem Weg zum vierten Direktmandat – Foto: h|b

Direkt vor meiner Tür lächelt mich weise ein älterer Mann mit gefährlich aussehenden Augenbrauen an. Er hat keinen Slogan, er wirkt nur durch sich selbst und möchte meine Erststimme. Man trifft Hans-Christian Ströbele, außerhalb von Plakaten, oft mit seinem Fahrrad in Berlin, auf Demos aller Art. Ob gegen Gentrifizierung, oder für die Freigabe von Cannabis, gegen die Bebauung des Spreeufers, oder für neue Radwege, der Hans Dampf in allen Gassen ist trotz seines Alters von 74 Jahren überall dabei. Und, ein Novum der deutschen Wahlgeschichte, er schickt sich zum vierten Mal seit 2002 an ein Direktmandat für “Die Grünen” zu holen. In seinem Stammkiez, Friedrichshain-Kreuzberg, zweifelt eigentlich auch niemand daran, dass ihm das nicht gelingt.

Neben dem Plakat mit seinem Konterfei, gibt es wieder eins dieser berühmten grünen Wimmelbilder. Diesmal zwar nicht von Seyfried persönlich, aber immerhin von Seyfried-Co-Autorin Ziska Riemann. Als Berserker im Berliner Urwald kämpft er für Marihuana, den Gezi-Park in Istanbul und gegen verschiedene Ungerechtigkeiten in Berlin. In der Menge der aufgemalten Problemfelder vielleicht ein wenig “Schwammig”, dafür aber mindestens einen Humorpunkt für die Umsetzung.

Auf den anderen grünen Plakaten die man in Berlin so sieht, sticht vor allen Dingen eine Frage heraus: “Und du?” Die Grünen wollen also von uns Berlinern etwas wissen. Zum Beispiel textet ein Slogan “Eure Schulden will ich nicht”. Der das in den Mund gelegt bekommt, ist ein Schulkind. Abschlussfrage: “Und du?” Nööö, ich will die auch nicht. Und wessen Schulden will er nicht? Eure! Sind das dann jetzt doch wieder “Unsere”? Ich gebe zu, ich bin verwirrt, möchte aber keinesfalls neue Schulden. Das das mal klar ist. Egal von wem.

Ein anderer Gartenzwerg schaut verschmitzt vom Plakat und meint im schönsten Neukölln-Deutsch: “Meine Mudda wird Chef”. Obligatorische Frage: “Und du?” Naja, schon, könnte ich mir vorstellen. Okay, das mit dem Geschlecht passt nicht ganz, aber so grundsätzlich, Chef, kann ich mir vorstellen. Sind aber sicher alles nur hypothetische Fragen, die zum Nachdenken anregen sollen. Die Slogans klingen jedenfalls keinesfalls “Ängstlich” eher auffordernd. “Und du?” Mach was! Denk nach! Stell Fragen! Sollten wir tun, noch sind fünf Wochen Zeit bis zur Entscheidung.

Die Parteien sind los #1

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Nee, is klar - Foto: h|b

Nee, is klar – Foto: h|b

In sechs Wochen sind Bundestagswahlen und seit diesem Sonntag darf dafür plakatiert werden. Auch in Berlin. Die Stadt wurde über Nacht besonders bunt. Von vielen Laternenmasten lächeln uns nun sechs Wochen lang freundliche Gesichter an, manche schauen auch, der Sache der sie dienen geschuldet, ernst auf uns herab. Auf Wahlaussagen wird oft verzichtet, Gesicht, Name und Parteizugehörigkeit muss reichen. Die Zeitungen titeln bereits “Schwammig, Ängstlich, Humorlos”. Ist da was dran?

Ich schaue mir daher die nächsten Wochen die Plakate in Berlin mal an und mach mir dazu so meine Gedanken. Die ersten die Nägel ohne Köpfe machen, sind “Die Linken“. Sie plakatieren schlicht Texte wie: “Der Osten wählt rot. Klar!”. Das Ausrufezeichen macht deutlich, das es sich hier um eine Tatsache handelt, nicht etwa um eine Mutmaßung, dann müsste es ja ein Fragezeichen sein. Also genug Selbstbewusstsein scheint vorhanden zu sein, keine Spur von “Ängstlich”. Sowieso lieben “Die Linken” Ausrufezeichen. Nur wenige Slogans auf den Plakaten kommen ohne ein solches aus. “Mindestlohn 10 Euro. Jetzt!”, oder “Waffenexporte verbieten!”

So, das mit dem Wählen, wäre also geklärt! Botschaft verstanden! Also auch kein “Schwammig”! Aber “Der Osten…”, wo ist der überhaupt? Wenn ich meinen Kompass befrage, liegt Osten von mir aus gesehen Richtung Warschauer Straße, Ostkreuz, Lichtenberg, Sibirien. Ist Friedrichshain generell Osten? Und Prenzlauer Berg und Mitte und so? Oder gilt als “Osten”, nur alles rund um Berlin. Ist ja alles auch eine Frage des Standpunktes.

Stünde man an der holländischen Grenze und würde dieses Plakat dort direkt am Baum hängen, müsste ganz Deutschland “Die Linken” wählen. Ein nicht sehr wahrscheinliches Szenario. Oder ist es gar keine geografische Einheit, sondern eher eine innere Einstellung? Der “Osten” als Begriff der Zukurzgekommenen, der gefühlten “Verlierer”, der Assimilierten und Heimatverlorenen? Ich kann mir den Slogan so recht nicht erklären. Vielleicht haben ja die Leser und Leserinnen noch eine Interpretationsidee. Dann her damit in die Kommentare.

Ach ja, das mit dem “Rot” müssten wir vielleicht auch noch klären. Wie wählt man denn rot? Wer definiert, was das “Rot” in der Parteienlandschaft bedeutet? Sind die “Sozis” nicht auch rot? Es heisst doch aus der Ecke immer man strebe “Rot / Grün” an und dabei spielt die Linke wahrlich noch keine Rolle. Wenn “Die Linke” damit am Ende noch versteckte Wahlwerbung für die SPD macht, wäre das richtig selbstironisch und dabei nicht mal “Humorlos”. Es bleibt also viel Raum zur Interpretation und zum Nachdenken, das ist ja immerhin schon mal ein guter Ansatz.

No Risk, No Fun

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Abendlicher Stadtspaziergang zum neuen BND Komplex an der Chausseestraße - Foto: h|b

Abendlicher Stadtspaziergang zum neuen BND Komplex an der Chausseestraße – Foto: h|b

Heute Abend hatte die digitale Gesellschaft um Markus Beckedahl zum Besuch der zukünftigen BND Zentrale eingeladen. Während eines Spaziergangs sollte auf die verschiedenen Themen hingewiesen werden, um die es im Moment geht. Um informelle Selbstbestimmung, sensiblen Umgang mit unseren Daten und die eigentliche Forderung: Weg mit den Geheimdiensten. Ein tapferes kleine Häuflein aus rund 150 Demonstranten traf sich dazu an der Chausseestraße, direkt unter den Fenstern des “Feindes” und zog anschließend einmal um das Gelände herum.

Der BND baut ja nun schon seit 2003 an seiner neuen Trutzburg und wird und wird nicht fertig. Vermutlich wartet man auf die Fertigstellung des BER, da die Münchner sonst nicht hierherkommen wollen. Um den 4000 Mitarbeitern, die bis jetzt noch im beschaulichen Pullach bei München sitzen, einen adäquaten Arbeitsplatz zu bieten, wird der Bund als Bauträger bis zum Umzug rund 1,3 Milliarden Euro ausgegeben haben. Und wenn man sich die riesigen Bauklötze anschaut, fragt man sich, wieso da nur 4000 Leute arbeiten sollen. Das sieht eher nach 10.000 aus. Doch fragen darf man nicht, ist alles geheim.

#StopWatchingUs

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Trotz mörderischer Hitze demonstrieren mehrere tausend Menschen - Foto: h|b

Trotz mörderischer Hitze demonstrieren mehrere tausend Menschen – Foto: h|b

Unter diesem Motto demonstrieren im Moment Deutschland- und Weltweit tausende Menschen gegen Abhörpraktiken, Staatsschnüffelei und die Arbeit der Geheimdienste. Auch in Berlin kamen um 14 Uhr am Heinrichplatz in Kreuzberg die Demonstranten zusammen, um Solidarität mit Edward Snowden zu bekunden und sich lautstark dagegen zu wehren, dass permanent ihre Privatsphäre verletzt wird. Freiheit statt Angst ist die Parole, unter der auch im September die nächsten großen Veranstaltungen geplant sind. Der Demonstrationszug ist noch unterwegs, die Abschlusskundgebung wird am Brandenburger Tor stattfinden.

Nichts hören, nichts sehen und erst recht... nichts sagen - Foto: h|b

Nichts hören, nichts sehen und erst recht… nichts sagen – Foto: h|b