Gedenkstein

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1909 planzt der Verein der ehemaligen Rixdorfer Artilleristen eine Eiche. Der Baum ist nicht mehr da. Nur ein Stück des Gedenksteins ist noch zu sehen, im  Park am Wildenbruchplatz. Um 9:00 Uhr gehört das  Fleckchen Grün  (noch) den älteren Berlinern mit ihren Hunden und  den Krähen, den Herrschern der Stadt. Sie fürchten die Zwei- und Vierbeiner nicht. Die zugezogenen Hipster schlummern noch. Im Fußballerkäfig am Rande des Platzes übt sich ein einzelner Mann in Tai-Chi oder Qi-Gong. Ich kenne mich da nicht aus.

Berlin, Pariser Platz, 25. Mai 2014

Foto: Sven Knoch

Foto: Sven Knoch

Risse im Beton

Es bröckelt im Stelenfeld, dem Mahnmal, Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Das ging in den letzten Tagen durch die Presse, natürlich nicht zum ersten Mal. Felix Schwenzel hat sich das Mal mal angesehen und in seinem Blog mit dem Hund zusammengefasst:

deshalb finde ich, dass man das stelenfeld — oder zumindest den beton — seinem schicksal überlassen sollte. ich finde die intakten stelen zwar auch wunderschön, die scharfen kanten, die glatte oberfläche, aber genauso schön finde ich die risse.

Natürlich steht da noch mehr, mit vielen weiterführenden Links, also weiterlesen bitte.

Hanf im Görlitzer Park? (Oder anderswo?)

Der Frage stellten sich die Teilnehmer der Fachtagung im Kreuzberg Museum.  Ein Coffeeshop nach holländischem Vorbild, also eine Abgabestelle für legalen Cannabiskonsum, sollte das in Berlin möglich sein? Wenn nicht in Berlin, wo dann?  Nachdem man selbst in den konservativen USA das Scheitern des “war-on-drugs” eingesteht und dort Hacker beim FBI mittlerweile aus beruflichen Gründen kiffen dürfen? Und wenn auch hierzulande hunderte Strafrechtsprofessoren eine Aufhebung des Cannabisverbots fordern – was hindert uns daran?

Böse Kunst im Görlitzer Park, Foto: lindalink

  • Gesundheitsprobleme durch Drogenmißbrauch? Ja, gibt es. Aufklärung darüber kann aber bei kontrollierter Abgabe eher erfolgen als auf dem Schwarzmarkt.
  • Asylbewerber nutzen Drogenhandel als Einnahmequelle? Das eigentliche Problem ist hier doch das Arbeitsverbot für den Personenkreis. Wer einen Job hat, muss nicht mehr auf der  Straße sein Heil suchen.
  • Ja, aber da bleibt dann doch noch das Partyvolk, das an Wochenenden und anderen Tagen hier einfliegt? Ist doch schön! Vielleicht hilft  ein vernünftiges Tourismus-Konzept hier mehr als Verbote.

Ja und? Werden wir jetzt einen (oder 2) Coffeeshops in Berlin erhalten? Steht in den Sternen, weil die deutschen Behörden ähnlich gelagerte Ansinnen bisher immer restriktiv behandelt haben. Was bleibt ist der neidische Blick auf Colorado – wenn ich den englischsprechenden Referenten richtig verstanden habe, ist dort sogar der Hanfanbau erlaubt  worden.

Schicksalswahl um Tempelhof

Jeder nur ein Kreuz heute - Foto: h|b

Jeder nur ein Kreuz heute – Foto: h|b

Terminvormerker

Save the Date! Gesehen auf der Warschauer Strasse - Foto: h|b

Save the Date! Gesehen auf der Warschauer Straße – Foto: h|b

Es ist genug! – Demo gegen Homophobie

Kommenden Samstag um 11 Uhr am Wittenbergplatz treffen und dann über den Potsdamer Platz rüber zum Alex laufen. Das ist angesagt, es ist mehr als angesagt!

Stop Homophobia!

Unnötig, aus meiner Sicht, hier noch einmal aufzuzählen, warum. Das steht alles hinter dem Link, der auf dem Banner liegt. Ich werde dort sein, nicht um sichtbar zu sein. Das bin ich ohnehin. Ich werde dort sein, um zu sein.

Wer noch? (Meine lieben heterosexuellen Freundinnen und Freunde! Wie wär’s?!)

Wolkenfest – nicht nur beim Wetter

Passend zum aktuellen Wettermix aus Sonne, Wolken und Regen findet am Freitag, den 16. Mai ab 19 Uhr im Friedrichshainer Atelier Terra eine Vernissage mit dem Titel „Wolkenfest“ statt.

“Ich bin… bunt”

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Berliner Identitäten – Zwischen Graswurzel und Elfenbein

In Berlin zu wohnen ist mir mittlerweile manchmal nicht viel anders, als in irgendeiner Kleinstadt zu sein. Wenn zu viel ansteht, beruflich oder privat, dann sehe ich nur wenige, ausgewählte Menschen und nehme über das Internet hinaus am kulturellen Leben nicht teil.

Dann wieder kommen Wochen, wie die letzte Woche eine war. Erst zur re:publica, dem wilden Treffen diverser Internetmenschen mit den unterschiedlichsten Internetthemen auf dem Herzen, den Lippen und Podien. Seit Jahren bereits eine feste Größe, um deretwillen ich froh bin, in Berlin zu sein. Anreise und Aufenthalt extra für diesen Event könnte und würde ich mir, wie manche andere auch, wie ich von vielen Seiten höre, wohl nicht erlauben.

rp14So aber radle ich los, bin ich zwanzig Minuten dort, um ganz real zwischen tausenden von Menschen umherzulaufen, um in Talks und Workshops einzutauchen, hinaus- und wieder hineinzuschwimmen in Begegnungen, in Wiedersehen und immer wieder auch in frisches persönliches Kennenlernen. So geht das. So sieht es aus, für mich. Und für andere mag es dort ganz anders zugehen. Das ist sehr erfreulich, sehr belebend.

Am Donnerstag dann stand ein ganz anderes Kaliber auf dem Programm, die Europäische Schriftstellerkonferenz 2014 mit dem beinah erschreckenden Untertitel TraumWirklichkeit. So recht wusste ich zunächst nicht, wo ich dort gelandet bin. Und wie überhaupt, wie konnte das passieren. Unmittelbar nach der Betonbodenschlurferei, der Graswurzelei im Stadion in diesem Elfenbeinatrium der Deutschen Bank zu landen, plötzlich zwischen Bundesaußenminister samt entsprechendem Presseauflauf und Autorenprominenz, sofern es das gibt, zu sitzen. (By the way: Es waren durchaus auch Schriftstellerinnen und Autorinnen anwesend.)

Eine andere Welt.
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Saisonfinale

Die "Ostkurve" verabschiedet sich mit einer bunten Choreografie aus der Saison - Foto: h|b

Die “Ostkurve” verabschiedet sich mit einer bunten Choreografie aus der Saison – Foto: h|b

Mit einem 0:4 gegen Dortmund, gute Gastgeber wissen eben was sich gehört, verabschiedete Hertha heute nachmittag die Bundesligasaison und auch gleichzeitig zwei ihrer besten Spieler. Lewan Kobiaschwili beendet seine aktive Karriere hier in Berlin und Adrian Ramos wechselt zum BVB. Ob er gleich im schwarz-gelben Vereinsbus mitfahren durfte, ist nicht bekannt. Die Regie hatte dieses Ereignis geschickt inszeniert und wechselte Ramos gegen Kobiaschwili ein. Beide wurden von den Herthafans mit Standing Ovations gefeiert.

Zwei der 4 Tore für den BVB schoss Robert Lewandowsky, der damit nach dem Spiel auch die Trophäe des Torschützenkönigs überreicht bekam. Lewandowsky wechselt nächste Saison zu Bayern München. Aber vorher stehen sich sein alter und neuer Arbeitgeber nächsten Samstag noch beim DFB Pokale an selber Stelle gegenüber. In Ermangelung anderer Ziele übten die Dortmund-Fans schon mal lautstark den „Bayern die Lederhosen auszuziehen“ im Stadion. Das Spiel war zu der Zeit schon gelaufen und die Hertha, die am Anfang durchaus mithalten und sich ein paar Chancen erarbeiten konnte, war bereit das Ergebnis zu akzeptieren. Mal schauen wie es nächstes Jahr weitergeht.

Trafo Pop

Die Fahrraddemo überquert die Oberbaumbrücke - Foto: h|b

Die Fahrraddemo überquert die Oberbaumbrücke – Foto: h|b

Das Kollektiv “Trafo Pop” hatte gerufen, Hunderte waren erschienen. Dazu jede Menge Medienvertreter. Schließlich sollte es keine normale Fahrraddemo werden, denn ER – David himself – sollte auch mitradeln. Sie hatten sogar extra eine Blinkjacke mitgebracht. So wie damals. In den 80ern. Aber er war wohl doch von der re:publica so erschöpft, dass er nicht mitfahren wollte. Aber immerhin K.I.T.T. war da. Sein Fahrer nicht.

Das ließ uns Radlern die Stimmung nicht vermiesen und so radelten wir eine kurze Runde über den Kotti, dann die U1 entlang, über die Oberbaumbrücke zum “Hassobjekt” der Mediaspree-Gruppe. Das Ziel der Demo: Das “Hinkelhaus”. Hier gab es kurz ein paar warme Worte – vor gut einem Jahr brachte David Hasselhoff hier die Massen zum mitsingen – und dann begann es auch schon von oben zu nieseln. Eine weitere Fußnote zur Rettung der Mauer, die sicher auch mit Lücke noch Hundertausende von Touristen anziehen wird.

Warme Worte vorm "verhassten" Hinkelhaus - Foto: h|b

Warme Worte vorm “verhassten” Hinkelhaus – Foto: h|b

Zell-Schrumpfung

Ausgediente T-Zelle, Foto: lindalink

Ausgediente T-Zelle, Foto: lindalink

Ein Angebot, das Sie nicht ablehnen können! Die T-kom hält in ihrem Warenlager in Michendorf  ausrangierte  Telefonhäuschen vor. Bei wahren Schnäppchenpreisen können auch private Kunden zuschlagen.

In den Stadtteilen suchen telefonlose Fernsprechkunden immer öfter vergeblich nach funktionierenden  T-Zellen. Hier an einer Häuserblockecke am Klausenerplatz steht ein leider verrottendes Exemplar, das einmal als Ergänzung für eine Postfiliale, Postbankautomaten und einen Briefkasten gedacht war.

Immerhin hat sich hier mittlerweile ein Laden mit ausgesuchten badischen Weinen niedergelassen. Einem Besäufnis aus Kummer über verlorengegangene Infrastruktur steht also nichts mehr im Weg!

Spinner-Tanz

Wieder einmal hatte der schon legendär zu nennende Motorrad-Treff “Spinner-Brücke” im Südwesten der Stadt zum Tanz in den Mai und zum offziellen Start in die Motorradsaison geladen. Mehrere tausend Motorradfahrerinnen und -fahrer aus Berlin und Brandenburg nahmen die Einladung an den letzten beiden Tagen gerne an.

Spinner-Brücke

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