Baustelleneinrichtung radfahrerfeindlich

radfahrerbaustelle

Durch diese hohle Gasse … Foto: linda link

Der Wasserschaden im Dachstuhl der Sammlung Berggruen sollte wohl schnell repariert werden – ein Baugerüst mit reichlich Platz für Bauwagen wurde jedenfalls sofort eingerichtet. Nun streiten sich Museumsbetreiber und Senat mit der Baufirma über Haftungsfragen. Gutachten und Gegengutachten werden erstellt – der Prozess zieht sich seit 9 Monaten hin. Leidtragende sind die Fußgänger und Radfahrer, die sich ein etwa 80 cm breites Stück Gehweg am Spandauer Damm teilen müssen, Gegenverkehr eingeschlossen. Radfahrer müssen laut Anweisung absteigen. Ich weiß nicht, ob es beim Senat Richtlinien für Baustelleneinrichtungen gibt – von besonders viel Menschenkenntnis zeugen sie nicht. Seit ich die Baustelle beobachte, ist mir kein Radfahrer aufgefallen, der hier abgestiegen wäre.

Die radfahrerfreundlichere Methode wäre, auf die Autofahrbahn umzuleiten, der Radweg am Spandauer Damm hat an dieser Stelle ohnehin kein blaues Gebotsschild, muss also nicht benutzt werden. Der ADFC hat den Senat gerade wieder gebeten, über die (zu 85% nicht vorhandene) Radwegebenutzungspflicht aufzuklären.

Dass mehr für die Sicherheit von Radfahrern getan werden muss, weiß der Senat nicht erst seit der Unfallstatistik 2013. Die Agentur für Clevere Städte veröffentlichte in dieser Woche einen Flächengerechtigkeitsreport. Demnach ist öffentlicher Raum zu 58% für Autos, 33% für Fußgänger, nur 3% für Radfahrer reserviert (Rest: Sonstige). Hat mich bestätigt in meiner Annahme, dass Stadtplaner an Radfahrer nur als Randphänomen denken.

Eine Meile Bier

Leckeres Störtebecker auf der Berliner Biermeile - Foto: h|b

Leckeres Störtebecker auf der Berliner Biermeile – Foto: h|b

Seit heute Abend läuft wieder das große Bierfest auf der Karl-Marx-Allee in Friedrichshain. Bis zum Sonntag kann man hunderte von Bieren ausprobieren, am Besten allerdings nicht alle an einem Abend, diversen Coverbands lauschen und das herrliche Sommerwetter genießen. Quasi ein riesengroßer Biergarten. Ganze Busladungen von Touristen werden vermutlich ausgekippt, Horden von Junggesellinnen und Junggesellen werden mit absurder Verkleidung ihren Abschied von diesem Zustand feiern und am Ende werden sich die Anwohner über vollgepisste Hauseingänge beschweren, trotz hunderter herumstehender, stinkender Dixietoiletten. Aber …. das gehört halt dazu, Folklore. So muss Biermeile. Ich glaub ich trink mein Bier lieber gemütlich zu Hause.

Berlinbekenntnis

... man hier so geil mit'm Rad auf aufm Gehweg fahren kann - Foto: h|b

… man hier so geil mit’m Rad auf aufm Gehweg fahren kann – Foto: h|b

Wenn der Anrufer mehrmals klingelt …

Heute vormittag, das alte Analogtelefon klingelt. Ich hebe ab, melde mich mit Namen, werde dann gefragt.

“Guten Tag, hier ist Firma XYZ. Ist Frau Schmidt zu sprechen?”

Längere Pause – ich muss jetzt schnell überlegen. So eine Anfrage hatte ich in den letzten 5 Wochen ungefähr 10 mal. Anrufe von unterschiedlichen Firmen nach jemandem mit immer anderem Namen, der oder die offensichtlich nicht hier wohnt. Dann frage ich die Anruferin zurück:

“Von welchem Callcenter aus rufen Sie an?”

Die Gefragte reagiert empört und wird etwas lauter:

“Neiiin – wir sind doch kein Callcenter!!! Ich will nur wissen, ob die Frau Schmidt zu sprechen ist!!”

Ich so:

“Ich ermittle grad Ihre Telefonnummer und rufe dann die Polizei an.”

Jetzt wird die Stimme auf der  anderen Seite lauter – ich lege auf.

PolizeianzeigeBei den ersten Anrufen dieser Art dachte ich noch an etwas dümmlichen Mitbewerber-Telefonterror.  Aber als ich das Wort “Polizei” ausgesprochen hatte, fiel mir diese Einbruchsannonce in unserem Hausflur ein. Vor ein paar Wochen wurde schon einmal eingebrochen.  Und die kürzlich veröffentlichten Kriminalstatistiken weisen hier im Bezirk steigende Einbruchsdelikte aus.

Nach polizeilichen Erkenntissen existieren Einbrecherorganisationen, denen würde ich solche Telefonspionage wohl zutrauen – mal eben testen, ob die Einwohnerin zuhause oder in Urlaub ist. Ist die Mailbox einmal zu oft dran, ist Bude reif für den Bruch.

Also, ich habs getan. Polizei angerufen, meine Beobachtungen geschildert und die Vermutung geäußert, dass es sich um die Vorbereitung einer Straftat handelt. Prävention, mit anderen Worten. Mal sehn, was passiert.

49 Musikalische Schweigeminuten

Die Berliner Zeitungen schweigen. Dabei ist in der Nacht zum Mittwoch ein großartiger Musiker gestorben:  Johnny Winter! Die FAZ und die Zeit machen es besser. Wo beide Zeitungen abschreiben, denn die Artikel sind fast identisch, weiß ich nicht. In Gedenken an ihn werde ich mir jetzt Second Winter auflegen. Das einzige, mir bekannte Doppel-Album auf dem nur drei Seiten bespielt wurden. Der Link verweist auf die englische Wikipedia; ein deutscher Eintrag existiert nicht.

Hauptstadt der Weltmeister

Herzlichen Glückwunsch dem ganzen Team und willkommen in der Hauptstadt!

Vor dem Brandenburger Tor

Die Weltmeister-Maschine bei der Ehrenrunde rund um das Brandenburger Tor

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Berliner Straßennamen zeigen Spuren aus vielen Kriegen

Bei Namen wie Gendarmenmarkt und Stauffenbergstraße ist es offensichtlich. Aber mit der Skalitzer Straße oder dem Hackeschen Markt verbinden vermutlich nur wenige Menschen einen Hinweis auf vergangene Kriege. Das Projekt Straßenkrieg des Künstlers Hans Hack zeigt diese Verbindungen sehr anschaulich. Überall in Berlin gibt es Straßen und Plätze, deren Namen auf Ereignisse, einzelne Personen oder auch eroberte und verlorene Gebiete seit der Varusschlacht 9 n.Chr. verweisen. 750 Straßennamen aus 40 Kriegen.

Ausschnitt aus "Kriegsspuren in Berliner Straßennamen"

Ausschnitt aus “Kriegsspuren in Berliner Straßennamen”

Wie wichtig ein Bewusstsein für das Thema ist, zeigen auch die schon seit Jahren zum Teil heftig geführten Diskussionen, um die Umbenennung von Straßen und Plätzen. Nur um ein – immer noch – aktuelles Beispiel herauszugreifen, sei der Streit um die kolonialen Namen im Wedding (Afrikanisches Viertel) genannt.

Die technische Umsetzung der Webanwendung zu den Kriegsspuren in Berliner Straßennamen von Dacosto ist auch ein anschauliches Beispiel für Datenjournalismus. Auf der Karte lässt sich mit Filterung nach Zeiträumen, einzelnen Kriegen und Kriterien wie Personen, Militärische Einheiten oder Kriegsschauplätze die große Datenmenge gut erschliessen und differenziert betrachten. Man merkt, dass einer der profiliertesten Datenjournalisten aus Berlin Lorenz Matzat an der Realisierung beteiligt war.

Chicago meets Berlin

Bekanntlich ist derzeit das Verhältnis zwischen Berlin und Washington nicht das Beste. Ganz anders dagegen die Verbindung Berlin – Chicago. Jedenfalls dann, wenn die gleichnamige und bereits vor 47 Jahren gegründete Band damit gemeint ist.

Chicago

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Statt Bahn

Nichts geht mehr auf der Stadtbahn - Foto: h|b

Nichts geht mehr auf der Stadtbahn – Foto: h|b

Ab kommenden Montag kehrt auf der Stadtbahn zwischen Ostbahnhof und Berlin Zoo die große Ruhe ein. Über einen Monat werden notwendige Bau- und Erhaltungsmaßnahmen umgesetzt. Das große Ausweichen ist angesagt. Mehr dazu findet ihr hier.

Schneckenwetter

Heute ist wieder mal Schneckenwetter. Das heißt: warm mit hoher Luftfeuchtigkeit. Eine Kombination, die deutsche Fußballer bei der WM in Brasilien fürchten. Oder auch gerne mal als Begründung für nicht gelungene Auftritte heranziehen. Die Schnecken unseres Hinterhofs mögen solches Wetter. Dann kriechen sie in erklecklicher Zahl über die Wege, die zu den Mülltonnen führen. Würden sie ein ordentliches Haus mit sich führen, könnte man ans Einsammeln denken, zwecks knoblauchlastiger Zubereitung zum späteren Verzehr. Doch es ist die schleimig-glitschige unbehauste Variante. Farblich und substantiell eher an Fäkalien erinnernd. So macht man sich nicht beliebt. Hat Patricia Highsmith wirklich an diese Gastropoden gedacht, als sie das Liebesspiel von Hortense und Edgar schilderte?

Peinlich? Oder richtig?

Mehr Infos dazu gibt es z. B. auf der N24-Webseite oder in der Berliner Zeitung.

Mich schreckt so etwas ja, sehr. Menschen sollten miteinander sprechen, denke ich.

Public Viewing

Heute Abend gilt's ..... - Foto: h|b

Heute Abend gilt’s ….. – Foto: h|b

Wanderer kommst du zufällig nach Neukölln

neukoellner_kunst

keine Angst, die Kunst ist hier nicht zu übersehen!